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Morgengruß von Helmut Harff: Geschichten erzählen

Viele sind wie eine Seifenblase

Kaum etwas begleitet die Menschheit so lange, wie das Erzählen von Geschichten. Ich glaube, dass wir vor allem deshalb in allen Kulturen einen so reichhaltigen Sprachschatz haben, weil wir uns Geschichten erzählt haben. Die Männer erzählten ihre Jagdgeschichten und solche von Auseinandersetzungen mit anderen Sippen und Stämmen. Ich bin mir auch sicher, dass die Frauen ebenfalls tolle Geschichten zu erzählen wussten.

Das Geschichten Erzählen zieht sich sicherlich durch die Menschheitsgeschichte wie ein roter Faden. Man erzählte sie am Lagerfeuer, auf Reisen, in den Arbeitspausen und bei vielen anderen Gelegenheiten. Geschichtenerzähler waren die frühesten Nachrichtenübermittler. Die Erkenntnisse von Völkern wurden, verpackt in Geschichten, von Generation zu Generation weiter gegeben und immer wieder ergänzt.

Das ist bis heute so. Ja, selbst in unsere globalisierten und vernetzten Welt werden Tag für Tag Milliarden Geschichten erzählt. Ein Handyfoto, ein Selfi ohne der Geschichte dazu ist zumeist nichts wert. Selbst bildorientierte Medien wie die gleichnamige Zeitung, wie die Yellowpress, das Fernsehen oder Youtube kommen ohne kurze Texte nicht aus.

Noch eines eint die Geschichten von einst und die von heute: Sie werden zumeist nur einmal erzählt und dann vergessen. Ein relativ geringer Teil wird immer mal wieder erzählt. Nur die allerwenigsten, nur die zu ihrer Zeit als besonders wichtig eingestuften werden aufgezeichnet. Aufgezeichnet werden auch solche Geschichten, von denen ihr Autor möchte, dass sie der Nachwelt erhalten bleiben. Andere überleben, weil andere, weil Geschichtensammler sie eben sammeln und aufschreiben.

Ich möchte nicht wissen, wie viele wunderbare und wundersame Geschichten erzählt werden und leider nicht erhalten bleiben. Wie viele märchenhafte Geschichten werden Kindern zum Einschlafen oder von staugeplagten  Eltern und Großeltern im Auto erzählt? Wie viele Geschichten mag es geben, die sich Kinder, aber auch Erwachsene ausdenken, die kaum erzählt, aber schon gar nicht aufgeschrieben werden? Wie viele Geschichten entstanden und vergingen, an denen wir heute noch unsere Freude hätten. Doch sie sind ein für alle mal verloren.

Doch, wie schon gesagt, es entstehen minütlich viele neue Geschichten. Die meisten Geschichtenerfinder meinen sicherlich, die wären es nicht wert, aufgeschrieben zu werden. Doch ist dem wirklich so? Ich glaube, da irren die Geschichtenerfinder. Sicherlich werden die meisten nicht zum Weltkulturerbe zählen. Doch ist das ein Grund, seine Phantasieprodukte oder wirklich erlebte Geschichten nicht doch aufzuschreiben? Was wüssten wir über alte Kulturen, wenn man damals keine Geschichten aufgeschrieben hätte. Was wüssten wir nicht alles über unsere Vorfahren, wenn die nur viel, viel mehr Geschichten aufgeschrieben hätten.

Ja, nicht jede erzählte Geschichte ist umwerfend toll, aber wenn sie nicht aufgeschrieben wird, ist sie so flüchtig wie eine Seifenblase. Das hat keine Geschichte verdient.

Ich gehe jetzt zum Frühstücksbrunch. Mal sehen, welche Geschichten ich da zu hören bekomme.

Ihnen wünsche ich eine genussvolles Frühstück. Nutzen Sie doch den trüben Sonntag und schreiben einfach mal eine Geschichte.

 


Veröffentlicht am: 17.08.2014

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