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Morgengruß von Helmut Harff: Alles Bio

Warum ärgere ich mich eigentlich schon wieder...

Überall ist zu hören, dass wir uns falsch, uns ungesund oder zumindest politisch unkorrekt ernähren. Wir essen zu viel Fastfood, zu viel Fleisch und vor allem das falsche Fleisch. Wir werden ständig ermahnt, bei unser Ernährung darauf zu achten, wie unsere Lebensmittel hergestellt werden, woher sie kommen.

Alles schön und gut. Regional sollen unsere Lebensmittel auch noch sein. Wenn wir auf all das achten, dann werden wir nicht krank und uralt. Hallo, wir werden, folgt man der Statistik immer älter. Man könnte fast sagen, trotz unserer ach so schlimmen Ernährung. Vielleicht aber auch, weil alles gar nicht so schlimm ist wie uns die Bio-Lobbyisten einreden wollen?
   
Als Lebensmittel noch alle Bio waren, als man von Düngung, von Genmanipulation, von Massentierhaltung noch nichts wusste, verhungerten die Menschen zu Millionen oder wanderten in die neue Welt aus. Als Tiere noch nicht geimpft wurden, als man noch mit Huhn und Schwein unter einem Dach wohnte, da starben Millionen von Menschen an furchtbaren Krankheiten. Das Wort Hygiene kannten höchsten Menschen, die des Griechischen mächtig waren.

Und heute? Da leben wir ach so ungesund und werden mehr als doppelt so alt wie unsere Vorfahren im 17. Jahrhundert. Klar, ist das ein Verdienst unsere Hygiene und des medizinischen Fortschritts. Sicherlich sind Bio-Lebensmittel daran kaum beteiligt. Vielmehr ist es so, dass wir hier in Mitteleuropa heute das ganze Jahr über genügend - häufig auch zu viel - zu essen haben.

Das ist leider nicht überall auf der Welt so - ganz im Gegenteil. Dort, wo man hungert, dort, weit weg von genmanipulierten und aus Massentierhaltung stammenden Nahrungsmitteln, hat man für unseren Biowahn kein Verständnis. Dort ist man froh, wenn man mal nicht hungrig ist. Bio, das muss man sich leisten können, vielleicht auch wollen.

Das gilt nicht nur für Hungergebiete, sondern auch für uns im reichen Deutschland. Wer da fordert, dass man weniger, dafür hochwertigeres Fleisch essen soll, kann ja mal versuchen, dass mit dem zukünftigen Mindestlohn von 8,50 Euro Brutto umzusetzen. Auch bei uns gilt: Bio muss man sich leisten können. Wie sonst ist beispielsweise zu erklären, dass laut dem Tchibo-Kaffeereport 2014 vor allem Menschen mit Abitur und solche aus den eher wohlhabenden Bundesländern Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen fair gehandelten (gleich teurerem) Kaffee konsumieren. Die höhere Bildung ist aus meiner Sicht kein Grund, schließlich kiffen und trinken auch Menschen mit Abitur und leben auch sonst nicht immer so, wie es gesund sein soll.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich will kein Gammelfleisch und ich verurteile alle, die sich nicht an gesetzliche Vorgaben beim Umgang mit Tieren und Lebensmittel halten. Kriminelle, ob Ladendiebe oder Tierquäler gehören vor Gericht. Doch uns weiß machen zu wollen, dass wir uns mehrheitlich falsch ernähren, so lange wir nicht Bioprodukte konsumieren, halte ich im besten Fall für  Lobbyistengerede.

Ich bin überzeugt davon, dass wir uns ausgewogen ernähren sollten. Wer aber mehr Zeit damit zubringt, festzustellen, ob seine Lebensmittel absolut korrekt - was immer das ist - sind, der hat keine Zeit mehr, genau diese zu genießen. Ich bin überzeugt davon, dass wer sein frisch zubereitetes Essen so richtig genießen kann, der lebt weit aus gesünder, als einer der ständig auf den nächsten Lebensmittelskandal wartet. Übrigens: Die allermeisten Skandale haben sich im nachhinein nicht einmal als Skandälchen  herausgestellt. Pferdefleisch in der Lasagne ist kein lebensgefährdender Skandal sondern schlicht Betrug.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Meine Marmelade ist selbst gekocht, die Butter stammt aber aus dem Supermarkt. So ist das Leben.

Ihnen wünsche ich eine genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 21.08.2014

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