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Morgengruß von Helmut Harff: Im Verein

... vereint.

Es scheint zu stimmen: Steckt man drei Deutsche in einen Raum, so gründen Sie einen Verein. Ein Autor (wer kennt den Namen?) hat einmal eine Satire verfasst, in der es darum geht, etwas gegen das grassierende Vereinswesen zu tun. Die erregten Herren einigten sich dann darauf, einen Verein gegen das Vereinsunwesen zu gründen.

Ob es einen solchen Verein wirklich gibt - ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht, wie viele Vereine es derzeit in Deutschland gibt. Das vermag wohl niemand zu sagen. Das um so mehr, dass längst nicht alle Vereine irgendwo eingetragen oder registriert sind. Nimmt man die moderne Form des Vereins - die Bürgerinitiative - dazu, dann sind sie wirklich nicht mehr zu zählen.

Wobei, was ein wirklicher Verein ist, ist - ganz typisch deutsch - im bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Das BGB enthält gleich mehrere Paragraphen dazu. Marvin C. Stahl schrieb einmal in seinem Wort zum Sonntag über die Faszination eines Vereins für die Deutschen: "Es ist die Hierarchie, die den deutschen Vereinsmeier so anmacht. Er hat so die Möglichkeit, sich durch harte Arbeit, Schleimen, kleine Geschenke, Arschkriechen usw. langsam höher zu dienen, bis... er in Ehren ergraut nach 25 Jahren Vereinszugehörigkeit endlich zum zweiten stellvertretenden Materialwart 'aufgestiegen' ist und einen eigenen Schlüssel für die Materialausgabe bekommt."

Jetzt werden viele Vereinsmitglieder aufjaulen. Vielleicht tun sie das zu Recht, denn die meisten Vereinsmitglieder wollen nichts weiter als die Gemeinschaft, wollen sich mit Gleichgesinnten austauschen, wollen gemeinsamen Interessen nachgehen. Das ist alles andere als verwerflich. Das ist ganz normal. Wieso soll man allein Briefmarken sammeln, nackt baden, mit seinem alten Traktor durch die Gegend tuckern, wandern oder was man noch so in Gemeinschaft machen kann.

Doch muss man das so organisiert machen, dass irgend wann sogar juristischer Rat erforderlich ist? Muss es dazu Strukturen geben, die in einer mehrseitigen Vereinssatzung aufgeschrieben werden? Dazu nochmals Marvin C. Stahl: "Der Grund, weshalb so viele Deutsche Mitglieder in Vereinen sind, ist, das der Deutsche die Macht liebt! Entweder übt er sie gern aus oder er unterwirft sich ihr leidenschaftlich."

Sicherlich ist darin mehr als ein Körnchen Wahrheit. Ich glaube aber auch, dass es manchmal ein bisschen Faulheit ist. Schließlich hoffen viele Vereinsmitglieder darauf, dass ihnen vieles auf dem Silbertablett präsentiert wird. Da werden Veranstaltungen, Reisen und Informationsabende organisiert. Da gibt es Vereinspublikationen, rechtlichen Beistand und vieles mehr - und das zumeist für einen geringen Beitrag und für häufig wenigen persönlichen Einsatz. So hat vom Verein jeder etwas. Der eine kann sein Organisationstalent und/oder seine (manchmal nur vermeintliche) Führungsqualitäten ausleben. Alle anderen haben eine Gemeinschaft, die zumeist weniger fordert, als sie dem Einzelnen bietet.

Klar, auch ich bin in einem Verein. Obwohl der nicht im Vereinsregister registriert ist, geht es nicht ohne Strukturen. Einer muss eben den Hut aufhaben, einer die Finanzen im Griff. Das geht (fast) ohne Paragraphen. Allerdings nur so lange, wie es nicht um größere Summen, um Vereinsvermögen und ähnliches geht. Dann greift man lieber auf das BGB zurück.

Vielleicht sollte ich einen Verein für ein genussvolles Frühstück gründen. Na, darüber kann ich ja jetzt mit meinen Freunden beim Frühstücksbruch diskutieren.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Sonntags-Frühstück. Wollen Sie vielleicht Kassenwart im Verein der Frühstücksgenießer werden?

 


Veröffentlicht am: 24.08.2014

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