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26.06.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Klösterlich

Mönche – die ersten Gourmets diesseits der Alpen

Wenn es heute um katholische Geistliche geht, hört man kaum etwas Gutes. Die einen mögen Knaben, die anderen verstoßen gegen das Zölibat und wieder andere geben zu viel Geld aus. Das mag alles stimmen. Neu ist das sicherlich nicht.

Das wir den Geistlichen vergangener Epochen viel verdanken, darauf kam ich im Gespräch mit dem Benediktinermönch Bruder Augustinus im Hotel „Klosterbräu“. Das 5-Sterne-Hotel in Seefeld/Tirol war einst ein Kloster und beherbergte und verköstigte die aus allen Richtungen anreisenden Pilger.

Wenn Geistliche und religiöse Laien in der Vergangenheit immer nur auf das Geld gesehen hätten, gäbe es den Petersdom in Rom, den Dom in Köln oder Speyer, unzählige Dorfkirchen und auch das Klosterbräuu nicht. Bruder Augustinus und ich waren uns schnell einig: Hätte man damals nur kostengünstig und zweckmäßig gebaut, gäbe es heute keine  Kirchen und Klöster wie wir sie so gern bewundern. Die konnten gar nicht groß und prächtig genug sein. Und, sie wurden für die Ewigkeit gebaut, so dass wir sie noch heute bestaunen können.

Die Kirchenleute von einst waren aber nicht nur hervorragende Bauherren und Förderer der Künste. Vor allem den Klosterbrüdern haben heute wir bis heute unendlich viele Genüsse zu verdanken. In den Klöstern wurde Bier gebraut, Schnaps gebrannt und Liköre angesetzt. Teilweise wollte man damit Menschen heilen, teilweise stand – wie beim Bier der hohe Nährwert im Vordergrund. Nicht nur für die Liturgie benötigten die Geistlichen Wein, deren Anbau ihnen ebenfalls sehr am Herzen gelegen hat.

Überhaupt lag den Ordensleuten viel an der Landwirtschaft. Ganze Landstriche wurden durch die Klöster und die für sie arbeitenden Menschen umgestaltet, kultiviert. Vieles, was für uns heute selbstverständlich ist, verdanken wir der Kreativität und dem gesunden Appetit der Geistlichen. Ich denke dabei am Käse, Pasteten, an unzählige Fischteiche, an Brot, die Imkerei und vieles mehr.

Die Mönche waren – auch darüber herrschte zwischen Bruder Augustinus mir – Einigkeit, kann man deshalb ohne jede Übertreibung die ersten Gourmets diesseits der Alpen bezeichnen. Mit der Säkularisierung der Klöster, also mit ihrer Auflösung verschwanden die Mönche von der gastronomischen Landkarte. Auch das bedauerte Bruder Augustinus ebenso wie ich. Beide waren wir froh, dass wenigstens im Seefelder Hotel „Klosterbräu“ diese alte Tradition hochgehalten wird.

Schade finde ich, dass in der ganzen Diskussion um die Kirche im 21. Jahrhundert der Aspekt des Genusses, keine Rolle mehr spielt. Niemand redet darüber, dass es gerade die Mönche waren, die sich um eine gesunde und vollwertige Ernährung mit regionalen Produkten so verdient gemacht haben. Aktuell sehe ich an diesem Punkt nichts oder zumindest viel zu wenig von der katholischen und auch den anderen christlichen Kirchen.

Heute muss ich mir mein Frühstück wieder selber zubereiten, aber ich habe mir einige Leckereien aus Tirol mitgebracht. Die wussten sicherlich auch schon die Mönche zu schätzen, wie mir Bruder Augustinus versicherte.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 16.09.2014

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