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Aufgespießt: Flüchtlinge

(Helmut Harff / Chefredakteur) Flüchtlinge, das ist kein Thema für genussmaenner.de. Ich höre den Einwand, kann ihn verstehen, aber nicht akzeptieren. Wer auf der Flucht ist, kann nicht genießen. Das gilt auch, wer in Flüchtlingsunterkünften lebt. Na, vielleicht genießt der wenigstens, sein Leben gerettet zu haben.

Flüchtlinge, die gibt es wohl schon seit es Menschen gibt. Man flüchtet vor Feinden, aber vor allem vor Naturunbilden, vor dem Hunger. Wer auf der Flucht ist, sucht einen Ort, in dem er sicher leben kann, wo es Wasser und Nahrung gibt, wo man nicht von überlegenen Feinden bedroht wird.

Flüchtlinge waren es auch, die sich aufmachten, neue Lebensräume, neue Nahrungsquellen zu erschließen. Flucht vor widrigen Lebensbedingungen ist sicherlich ein Grund, warum es heute an fast jedem Platz auf der Erde Menschen gibt. Flüchtlinge, auch solche, die ihrem Gefängnisaufenthalt, ihrem tristen Dasein, ihrer Unterdrückung entkommen wollten, waren es, die die Erkundungen unbekannter Welten erst möglich machten. Erst sie ermöglichten es Abendheuern, Glücksrittern und Wissenschaftlern die bis dahin unbekannte Welt zu entdecken und zu erobern. Sie waren es auch, die wieder neue Flüchtlinge "produzierten".

So alt wie die Flüchtlinge ist die Ablehnung von Flüchtlingen. Die da kamen und kommen, sorgen für Unruhe, wollen etwas vom vor Ort vorhandenen Kuchen abbekommen. Flüchtlinge will niemand. Das war in der Vergangenheit so und das gilt auch für unsere Zeit.

Wobei, es gibt Flüchtlinge erster und zweiter Wahl. Als Preuße, als Berliner denke ich an Flüchtlinge, beispielsweise an Glaubensflüchtlinge aus Frankreich oder auch aus der Pfalz, die vom Preußenkönig Friedrich II. - genannt der Große - gezielt angeworben und angesiedelt wurden. Sie sollten sein rückständiges Land voran bringen. Sie hatten so etwas wie eine Greencard, genossen viele Privilegien. Die dort zuvor ansässigen Menschen fanden das alles andere als toll. Hätte des damals Wahlen gegeben, hätten wohl nationalistische Parteinen diese gewonnen.

Die Flüchtlinge zweiter Wahl waren später die osteuropäischen Juden. Die hatten nichts und erschienen fremdartig und irgendwie komisch. Die wurden mit weit weniger offenen Armen empfangen.

Und wie war das mit Landsleuten auf der Flucht, mit denen, die aus dem ehemaligen Osten Deutschlands vor der Roten Armee flüchteten? Wurden die mit offenen Armen aufgenommen? Hier und da vielleicht. Doch in den meisten Fällen wollte man die Fremden nicht. Auch sie wollten etwas vom vor Ort vorhandenen Kuchen abbekommen, störten unter Umständen die gewachsenen Strukturen, die vorhandene Ordnung.

Es gibt ganz selten auch Ausnahmen. Es gibt sogar Flüchtlinge, die waren willkommen. Ich denke dabei vor allem an die Menschen, die aus der DDR flüchteten. Sie wurden in einem erstaunlich großen Maß in Deutschland West mit offenen Armen empfangen. Das, obwohl bei den meisten klar war, dass auch sie nur etwas vom vor Ort vorhandenen Kuchen abbekommen wollten. Es ist also möglich, Flüchtlinge - auch solche die nicht Hunger leiden oder gar vom Tod bedroht sind - die zumeist "nur" besser leben wollen, mit ziemlich weit geöffneten Armen zu empfangen.

Und jetzt? Es ist nicht anders. Klar hat man Mitleid mit Menschen, deren Leben bedroht ist. Klar will man nicht, dass Menschen ermordet werden, dass sie völlig unverschuldet leiden. Man will helfen. Doch solche Menschen in der direkten Nachbarschaft? Das dann doch lieber nicht.

Sind Flüchtlinge wirklich nichts für genussmaenner.de. Ich glaube ja? Wie hätte sich Brandenburg, wie Berlin, wie Europa, wie Amerika, wie Australien ohne Flüchtlinge entwickelt? Was würden wir heute essen und trinken? Welche kulturellen Errungenschaften könnten wir heute nicht bewundern, welche wissenschaftlichen Großtaten gäbe es nicht, wenn es keine Flüchtlinge gegeben hätte? Unser, aber nicht nur unser Leben wäre wesentlich ärmer, gäbe es keine Flüchtlinge.

Nicht die Flüchtlinge sind das Problem, sondern die Leute, die andere zu Flüchtlingen machen.

 


Veröffentlicht am: 05.10.2014

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