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Morgengruß von Helmut Harff: Berliner Charme

Mir geht er zunehmend auf die Nerven

Viele Leute lieben ihn, den sogenannten "Berliner Charme". Ich kann die ganzen verfallenen Locations, den bröckelnden Putz in der Hauptstadt nicht mehr sehen. Wieso ist etwas angesagt, wenn der Putz von der Decke rieselt und man Sorge hat, sich überall dreckig zu machen? Was ist so toll daran, sich auf etwas zu setzen, was man privat längst auf den Sperrmüll geschafft hätte?

Berlin nennt sich gern auch Kulturhauptstadt. Das sicherlich nicht zu unrecht. Doch für mich ist meine Heimatstadt auch die Stadt der hochprozentigen Unkultur. Das bekam ich gerade gestern wieder zu spüren. Im Admiralspalast am Bahnhof Friedrichstraße trafen sich in der wirklich hinreißenden Rock-Show "Falko meets Mercury" die unsterblichen Pop-Giganten Falco und Freddy Mercury. 30 Minuten Schlussapplaus lassen ahnen, was da für ein musikalisches und tänzerisches Feuerwerk  abgebrannt wurde.

Spielort ist die Zwischenwelt in der sich Falco und Freddy trafen. Dafür konnte man in der Tat kein besseres Haus als den Admiralspalast finden. Auch der befindet sich in einer - wenn auch anderen - Zwischenwelt. Hier treffen DDR-Charme und der Unwille oder das Unvermögen, dieses Haus einmal auf Vordermann zu bringen, aufeinander.

Kaum ein Sitz ist ganz, alles wirkt irgendwie alt und  renovierungsbedürftig. Beim Gang zur Premierenfeier über die Bühne und die dahinter befindlichen Räumlichkeiten wurde deutlich, dass hier seit Jahrzehnten niemand mehr Hand angelegt hat. Vielleicht wird ja die sehr alte Bühnenmaschinerie demnächst unter Denkmalschutz gestellt. Ich glaube kaum, dass noch ein anderes Berliner Theater über eine solch antiquierte Maschinerie verfügt.

Augenscheinlich honorieren die Besucher des Admiralspalastes - nicht nur bei "Falco meets Mercury" - diesen "Berliner Charme" auf ihre ganz eigene Weise: Sie kommen mehrheitlich so angezogen, als ob sie schnell zur Tanke gehen um Kippen zu holen. Vor allem die Männer zeichneten sich durch einen Schlabberloock aus, in dem ich nicht einmal zum Discounter nebenan gehen würde. Leider standen viele weibliche Besucher der Supershow dem Outfit der Männer nicht nach.

Wieso haben die Leute so wenig Stil, ich möchte sogar sagen, so wenig Anstand? Wieso geht man heute ins Theater so angezogen, als ob man gerade aus dem Hobbykeller oder vom Bügelbrett kommt? Ich finde, das ist auch eine Beleidigung der Künstler auf der Bühne. Die hätten ein Galaoutfit verdient, denn "Falco meets Mercury" ist wirklich eine Supershow, bei der es keinen auf den Sitzen hält - egal in welchem Look.

Ab Januar ist die Show quer durch Deutschland unterwegs. Da bleibt noch etwas Zeit, sich um ein entsprechendes Outfit Gedanken zu machen. Die Karten sollten Sie sich allerdings schon jetzt sichern, denn die sind ganz sicher schnell vergriffen.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Was ich dabei trage? Das verrate ich lieber nicht. Sagen kann ich, welches Lied ich noch immer im Kopf habe: "We Will Rock You".

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und demnächst viel Spaß bei "Falco meets Mercury".

 


Veröffentlicht am: 15.10.2014

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