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24.08.2017

 

 

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Bente 24 – Ein neues Boot entsteht

Zehn Fragen an Stephan Boden, Mit-Initiator des Projektes

Stephan Boden an Bord der Varianta 18 „DIGGER Hamburg“

Der Hamburger Werbefilmer und Ostseesegler Stephan Boden (Varianta 18 „Digger“) stellt zusammen mit Alexander Vrolijk und Jan Kuhnert (Designer bei judel/vrolijk und Co.) auf der 55. Internationalen Bootsmesse Hamburg vom 25. Oktober bis zum 2. November in der neuen Bootsbauhalle B2.EG erstmals ein Mock-up des vielbeachteten Kleinkreuzer-Segelbootprojektes „Bente 24“ vor.

Boden, Vrolijk und Kuhnert wollen mit Unterstützung von Professor Michael Adlkofer, Bruder der zweimaligen Frauen-Weltmeisterin im 470er Dr. Kathrin Adlkofer, und seinen Design-Studenten der Hochschule Hannover einen innovativen und modernen Kleinkreuzer entwickeln. Der soll von der Länge her in etwa vergleichbar mit dem beliebten Folkeboot, schnell, seetüchtig und vor allem bezahlbar sein. Weitere Features der kleinen, 7,55 Meter langen Yacht: Sie soll einen möglichst hohen Komfort an Deck bieten sowie modular aufgebaut – und damit individuell konfigurierbar – sein.

Die hanseboot-Präsenz nutzen Vrolijk, Kuhnert und Boden, der mittlerweile zwei Bücher über seine Törns mit der Varianta 18 „Digger“ veröffentlicht hat, um in Gesprächen und Diskussionen mit den Besuchern der Bootsbauhalle B2.EG weitere Inspirationen zu sammeln. Die sollen schließlich in den Bau der Bente 24 einfließen. Vorab erklärt der 48-jährige Boden in einem hanseboot-Interview, wie es zu dem Projekt kam, wer daran beteiligt ist und wann Interessierte dieses Boot werden kaufen können.

Wie kam es dazu, einen sieben Meter langen Segelkreuzer entwickeln zu wollen?
Stephan Boden:
Während meiner mehrmonatigen Reisen auf Digger in den vergangenen Sommern hat mich eine Art Sucht gepackt. Deshalb habe ich beschlossen, demnächst einmal für längere Zeit zu segeln. Dabei möchte ich auch andere Kontinente besuchen. Dafür eignet sich die Varianta 18 leider nicht. Für diesen Törn stellte ich mir schon immer ein Boot in der 24 Fuß-Klasse vor. Diese Klasse hat sich bestens für die Langfahrt bewährt. Beispiele sind das schon erwähnte Folkeboot, der Spækhugger, die Shark 24 und andere. Es sollte aber ein neues und modernes Boot sein. In diesem Segment fand ich jedoch partout nichts Passendes. Bei einem gemütlichen Abend vorm Kamin mit Alexander Vrolijk und Jan Kuhnert, Designer bei judel/vrolijk, entstand dann die Idee, selbst ein bezahlbares, innovatives Boot zu entwickeln.

Warum selbst entwickeln? Es gibt doch schon Kleinkreuzer in dieser Größenordnung…
Stephan Boden:
Ich glaube, die großen Serienwerften fokussieren sich zurzeit zu sehr auf andere Märkte als auf den heimischen Einsteiger oder Umsteiger von Jolle oder Kite. Die Django 6.70 des innovativen französischen Bootsbauers Marée Haute oder die SQ25 von SQ Freienohl sind beides schöne Schiffe. Sie sind mir jedoch zu teuer. Zudem konzentrieren sich einige Werften zu sehr auf den Wohnkomfort als auf die Segeleigenschaften. Folkeboot, Shark, Spækhugger, X79 und Co. gibt es auf dem Gebrauchtboot-Markt. Aber ich wollte etwas Neues, das ich „nackt“ kaufe und dann so ausstatte, wie ich das will – ohne mich gleich „verschulden“ zu müssen. Im Prinzip so wie schon bei der Varianta 18. Nur eben größer, hochseetauglich und auch im Winter bewohnbar.

Welche Rolle spielte Michael Adlkofer, Professor an der HS Hannover, dabei?
Stephan Boden:
Michael habe ich auf der letzten hanseboot kennen gelernt. Er ist Weltumsegler, liest regelmäßig meinen Blog diggerhamburg.com. Zur hanseboot kam er mit 30 Studenten, vor denen ich mein „Bootskonzept auf 18 Fuß“ präsentiert habe. Vorher war er zufällig bei Alexander Vrolijk am Stand. Im Frühjahr schrieb er, dass die Hochschule gern für Designkooperationen zur Verfügung stehen würde. Im Prinzip war das der Auslöser. Da entschieden wir: Jetzt versuchen wir das! Wir, das sind Alex Vrolijk, Jan Kuhnert und ich. Wir initiierten das Projekt zusammen. Ich habe klare Vorstellungen. Für die technische Umsetzung sorgen jedoch Alex und Jan. Sie sind die Fachleute auf diesem Gebiet.

Wen soll das Boot ansprechen?
Stephan Boden:
Die Branche überaltert. Viele junge Menschen schaffen den Sprung von der Jolle zur Fahrtenyacht nicht. In Zeiten, in denen Design eine große Rolle spielt, will auch nicht jeder ein Gebrauchtboot kaufen. „Nicht ansprechend, zu teuer, zu groß“, höre ich oft von Jüngeren. Bente soll eine Schnittstelle sein. Für Einsteiger, Umsteiger und Jollensegler. Wir wollen Segeln als Funsport etablieren. Hier gibt es Handlungsbedarf. Deshalb haben wir auch ganz gezielt die neuen Medien und das Social Web genutzt. So erreichen wir auch Menschen, die die Fachpresse nicht lesen. Daher sprechen wir auch von einem „Open Source Project“, bei dem jeder mitdiskutieren und mitmachen kann.

Was ist neu an Bente?
Stephan Boden:
Bisher ist das Neue an Bente vor allem die Entstehung und die Vermarktung. Das gab es vorher so nicht. Segeln bedeutet Emotion. Und das ganze Projekt wird sehr emotional diskutiert. Auf Facebook, Segelreporter.com, Blogs und Foren geht es teilweise hoch her. Durch diese Öffentlichkeit ist schließlich auch die Industrie auf uns aufmerksam geworden. Unsere Facebook-Gruppe „Bente 24“ hatte innerhalb einer Stunde rund 500 Follower! Über Facebook erreichen wir mittlerweile über 20.000 Leute, dazu kommen Blogs und Printmedien. Das Projekt ist bekannt und wird viel beachtet – eine gute, moderne Basis für ein Gelingen. Andererseits soll Bente einfach zu bauen sein. Das Boot besteht überwiegend aus abwickelbaren Flächen. Auch Selbstbau ist möglich. Und für eine Werft wird das Boot kostengünstig zu produzieren sein. Bente soll zudem innovativ, ansprechend und dabei schnell und einfach zu segeln sein.

Wer hilft euch dabei, die Pläne zu verwirklichen?
Stephan Boden:
Wir hatten niemals vor, ein Boot im stillen Kämmerlein zu entwickeln und danach Werften abzuklappern. Bente ist ein Innovationsprojekt. Deshalb haben wir früh die Industrie eingeladen, mitzumachen. Mit Erfolg: Heiko Zimmermann, Projektleiter der hanseboot, hatte bereits im März angeboten, eine Fläche für ein Mock-up zur Verfügung zu stellen. Dadurch kam dann unser Partner für den Mock-up-Bau, die Firma M. u. H. von der Linden, auf uns zu. Barton Marine will unseren geplanten Prototypen mit Beschlägen ausstatten. Lee Sails designt die Segel. ISTEC erstellt ein spezielles Downwind-Segel. Torqeedo kümmert sich um einen neuen Elektroantrieb. Und Secumar will ein Sicherheitskonzept entwerfen. Da ist aber noch viel Potenzial.

In den letzten Tagen entstand – pünktlich zum Beginn der hanseboot – das Mock-up…
Stephan Boden:
…gebaut in Wesel bei M. u. H. von der Linden, eine 1:1 Helling aus MDF-Platten. In der kann man bereits im Cockpit unter dem festen Scoop sitzen und das Boot fühlen. Die Helling kann hinterher zum Bau des Prototypens weiter verwendet werden. Unglaublich, was die in Wesel in kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben. Genau solche innovativen Partner brauchen wir für das Projekt. Wir sind gespannt, wie viele es davon gibt und ob sie uns auf der hanseboot ansprechen.

Wann ist mit dem Bau des Bootes zu rechnen? Wer wird das Boot bauen? Und was soll es kosten?
Stephan Boden:
Dazu kann ich noch keine Aussagen machen. Bisher ging alles viel schneller als gedacht. Nach der hanseboot wissen wir mehr. Wir haben Vertrauen in die Innovationslust der Industrie. Wir selbst wollen das Boot übrigens gar nicht verkaufen. Wir wollen es entwickeln, vermarkten, vorantreiben und das Projekt dann irgendwann durch eine Werft umsetzen lassen. Wenn das klappt, kaufe ich mir eine Bente und segle dann los. Bootsverkäufer wird keiner von uns werden. Wir arbeiten ja alle in unseren Berufen. Es wird eine sehr günstige Basisvariante geben. Was zusätzlich aufs Boot kommt, entscheidet dann jeder selbst. In Kürze werden wir jedoch schon wissen, was das Selbstbau-Kit kosten wird. Die Preise werden von unserem Partner M. u. H. von der Linden gerade kalkuliert – mehr auf der hanseboot.

Wie entstand der Name des Bootsbau-Projektes, Bente?
Stephan Boden:
Als wir damals zusammen saßen, haben wir unsere Vorstellungen über einen Kleinkreuzer diskutiert. Auch das Thema Toilette an Bord wurde besprochen. Keiner wollte eine – bis auf Jan. Der meinte, er wolle schließlich mit seiner damaligen Freundin und heutigen Frau segeln gehen. Und die brauche eben ein Klo. Der Name seiner Frau: Bente! Nach diesem Gespräch fragten wir uns bei jedem weiteren Entwicklungsschritt: Was würde Bente dazu sagen? So kam es dazu, dass wir das Boot einfach Bente 24 nannten. Frauen spielen beim Bootskauf häufig eine entscheidende Rolle. Das haben wir in unsere Überlegungen mit einbezogen.

Wo steht das Mock-up? Was erwartet die Besucher an eurem Stand? 
Stephan Boden:
Wir sind in Halle B2, Stand B.160. Die Besucher sollten Zeit mitbringen. Wir haben eine sechs Meter lange Pinnwand. An der findet man alle Entwürfe, Skizzen, Fotos, Semesterarbeiten, Logoentwürfe und Segeldesigns zu Bente. Dort kann man „Like“- oder „Dislike“-Stempel verteilen. Natürlich steht dort auch das Mock-up im Maßstab 1:1, und – wenn wir es noch rechtzeitig schaffen – zusätzlich ein kleineres, fertiges Modell. Dazu gibt es mehrere Tablet-PCs mit „3D-Bentes“. Die kann man dann drehen und wenden und sogar virtuell begehen. Und es gibt eine Menge Vorträge direkt am Stand. Und jeden Tag um 16 Uhr eine offene Diskussionsrunde, an der jeder teilnehmen kann, egal ob Besucher, Pressevertreter oder Aussteller. Parallel wird live an dem 3D-Modell gearbeitet und die Segel entworfen.

Zudem verstehen wir uns als eine Art „Speakers Corner“ – wer will, kann das Mikro nehmen und seinen Senf dazugeben. Wir freuen uns auf jede Menge Meinungen und Ideen. Und natürlich auf Gespräche mit Werften und potentiellen Partnern.

 


Veröffentlicht am: 17.10.2014

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