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Morgengruß von Helmut Harff: Schule spielen

Alles beim Alten

Vor einigen Tagen besuchte ich Freunde. Eine leider gar nicht mehr so normale Familie: Vater, Mutter und drei Kinder. Kaum Krisen, keine Job- und Finanzsorgen, keine überdrehten oder abgedrehten Vorstellungen vom Leben.

Und doch, auch hier Sorgenfalten und eine unzufriedene "Große". Die Erstgeborene, mittlerweile eine Zweitklässlerin, möchte ein Handy. Schließlich kann man damit von unterwegs die Eltern anrufen oder die können das umgekehrt. Viel wichtiger ist es selbstverständlich, mit den Freundinnen zu telefonieren.

Finanziell wäre das ja kein Problem, aber die Reizüberflutung, so der Einwand von Papa und Mama. Ich solle doch mal mit Dörte, so heißt die Kleine, reden. Ich sah mir erst einmal an, was die so an diesem Dienstag Nachmittag macht. Sie telefoniert mit dem Festnetztelefon. Es geht augenscheinlich um Schulaufgaben und einer nicht so geliebten Mitschülerin. Dann baut sie ihren Schulfrust ab, in dem sie mit den jüngeren Zwillingen Schule spielt. Die haben nach 20 Minuten total die Nase voll.

Dörte schnappt sich eines der zahlreichen Kuscheltiere und  ein Buch und verzieht sich in die Höhle unter dem Hochbett und ließt dem Kobold vor. Na, das geht noch etwas holperig, aber immerhin. Später zeigt sie mir noch ein Bild, das sie für mich gemalt hat. Sie schenkt es mir. Ich sammele ihre kleinen Kunstwerke.

Dann die Frage der Eltern nach meiner Meinung zum Handy. Die Antwort fällt mir nicht schwer, nur die beiden machen mir es nicht leicht. Ständig klingelt ihr Handy. Je nach Wichtigkeit werde ich oder der Anrufer vertröstet. Auf die Idee, dass man so ein Telefon auch ausschalten kann, kommen beide nicht. Ihnen fällt auch gar nicht mehr auf, dass so eine Kommunikation nicht gerade leicht ist.

Dörte platzt dazwischen und verkündet, sich jetzt mit ihren Freundinnen treffen zu wollen. Der Puppenwagen steht schon bereit. Sie bekommt ein o.k., allerdings nicht ohne die Aufforderung, um 18 Uhr wieder zuhause zu sein. Dörte cool: Ihr könnt mich ja auf dem Handy anrufen - und weg ist sie.

Da war es wieder, das Handy. Ich erzählte den beiden erst einmal, wie ich sie als Eltern erlebt habe -  mit dem Handy ständig am Ohr und pendelnd zwischen PC, Laptop und Tablet. Ich frage sie, wer hier eigentlich vor Reizüberflutung geschützt werden müsste. Beide sahen sich etwas betreten an und fragen zeitgleich: So schlimm? Eigentlich nicht, meinte ich zum Vater, der in der Küche schon das Abendbrot vorbereitete. Nur, dass die Tochter da zwei Vorbilder hat, die nicht dazu taugen, ein Handy zu versagen.

Beide sahen sich an und fanden gleichzeitig den Knopf zum Ausschalten des Handys. Sie sind eben ein Paar, das sich wirklich gut versteht.

Wieso ich auf das Thema gekommen bin. Gestern rief mich jemand an, dessen Nummer ich nicht kannte. Es war, Sie ahnen es, Dörte. Sie verkündete, dass sie mit den Zwillingen, Mama und Papa einen Ausflug machen und Papa mich sprechen möchte. Doch der hat wie Mama sein Handy zuhause gelassen. Nur gut, so Dörte, dass sie nun ein Handy hat.

Was meinte ich eingangs über meine Freunde: Eine ganz normale Familie.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Das ist die Zeit, in der das Telefon noch selten klingelt.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 17.10.2014

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