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Morgengruß von Helmut Harff: Wenig Genuss

Ich bin sauer

So richtig schön wird dieses Wochenende nicht. Schuld daran ist der Streik der Lokführer. Klar sollen und müssen Arbeitgeber für ihre Rechte kämpfen. Doch wieso kämpfen die gegen mich. Ich - genau wie die allermeisten vom Streik betroffenen - können nichts für die Bahnmitarbeiter tun. Wir Bahnkunden sind einfach die falsche Zielgruppe.

Ich bin vor allem sauer, weil ich von meinem Wohnort in die Berliner Innenstadt nur mit der S-Bahn komme. Als Nichtautobesitzer bleibt mir nur das Taxi. Ich werde also gut 100 Euro zusätzlich ausgeben müssen und darauf hoffen, dass ich überhaupt ein Taxi bekomme. Vielleicht sollte ich die Rechnung bei der GDL einreichen. Vielleicht sollten wir das alle tun. Das wäre vielleicht ein etwas intelligenter Protest dagegen, dass eine Spartengewerkschaft uns so vereinnahmt, um ihre begründeten oder auch überzogenen Forderungen durchzusetzen.

Intelligenz ist so ein Stichwort: Die vermisse ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit bei Gewerkschaften, deren Mitglieder mit Dienstleistungen gegenüber der Allgemeinheit ihr Geld verdienen. Züge und Flugzeuge stehen lassen, das kann jeder. Doch wann macht sich so ein Gewerkschaftsboss mal darüber Gedanken, wie er sein Gegenüber zu Zugeständnissen bewegen kann, ohne dass Millionen Mitbürger darunter leiden müssen.

Mein Tipp an Gewerkschaften wie GDL oder Cockpit: Veranstalten sie einen europaweiten Wettbewerb unter dem Motto "Intelligent streiken". Ich übernehme dafür gern die Planung und PR-Arbeit. Dafür brauchen wir auch keine Gewerkschaftsbeiträge. So eine Aktion ließe sich bestimmt per Crowdfunding realisieren. Wenn jeder von Streiks Betroffene nur 10 Cent investiert, kann man eine Millionen Euro als Siegerprämie ausloben. Gut angelegtes Geld, wenn man bedenkt, wie teuer einem ein solcher Streik kommt.

Wieso ich eigentlich auf diese Idee komme? Ganz einfach: Ich habe Angst. Ich habe Angst davor, dass es demnächst eine Gewerkschaft der Backwarenhersteller und -verkäufer gibt. Ich habe Angst, dass sich die Wasserwerker zusammenschließen oder dass sich die energieproduzierenden und -verteilenden Arbeitnehmer entschließen, eine Spartengewerkschaft zu gründen.

Wenn die dann ihre Forderungen genau wie die Lockführer und Piloten durchsetzen wollen, wird es in diesem Land im wahrsten Sinne des Wortes zappenduster und verdammt trocken. Das möchte ich genauso wenig wie ein Frühstück ohne Brötchen.

Gott sei Dank gibt es noch keine streikbereite Bäckergewerkschaft und ich kann mir jetzt meine Frühstücksbrötchen holen. Dafür brauche ich die S-Bahn nicht. Bis zum Bäcker sind es nur wenige Minuten zu Fuß.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Hoffentlich sind sie nicht vom Streik betroffen. Sollten Sie selber gerade streiken, wünsche ich ihnen zumindest, dass ihr Bäcker, ihr Wasserwerk und ihr Stromversorger nicht auch einmal alle Hebel auf Stopp umlegt.

 


Veröffentlicht am: 18.10.2014

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