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Morgengruß von Helmut Harff: Tod

Keiner will darüber reden

Heute ist es voll auf den Friedhöfen. Der katholische Teil der Bevölkerung begeht Allerseelen, die evangelischen den Ewigkeitssonntag  und alle gedenken ihren Verstorbenen. Doch nicht nur Katholiken schmücken heute die Gräber der Verstorbenen. Das geschieht konfessionsübergreifend und auch Atheisten pilgern an die Gräber ihrer Lieben.

Eigentlich sind Allerseelen und Ewigkeitssonntag kirchliche Feiertag, die so gar nicht in unsere Welt passen. Warum? Na, wer redet schon über das Sterben und den Tod? Das sind Themen, die wir gern verdrängen, mit denen wir uns nur höchst ungern beschäftigen. Man könnte das für selbstverständlich halten. Wer will schon über den Tod, über das Ende reden? Wer will schon darüber nachdenken, was mit ihm passiert, wenn das Herz endgültig aufhört zu schlagen? Es ist vielleicht auch wenig erbaulich, darüber nachzudenken, was von einem über den Tod hinaus bleibt. Doch solche Fragen stellt sich sicherlich jeder mehr als einmal.

Über das eigene Ende reden? Über den Tod mit lieben Menschen sprechen? Das passiert nicht so häufig. Der Tod wird verdrängt, der Sterbende in Krankenhäusern, in Pflegeeinrichtungen oder neuerdings in Hospize "abgelegt". Immer weniger Menschen sterben zuhause. Es ist schon mehr als ein Nebensatz wert, wenn ein Prominenter im Kreise seiner Familie stirbt. Allerdings ist es heute auch nicht gerade einfach, wenn jemand in den eigenen vier Wänden verstirbt. Dann werden die Angehörigen ziemlich allein gelassen. Der Arzt kommt und häufig auch die Polizei. Beide sind häufig für die Angehörigen die einzigen Ansprechpartner. Verstirbt jedoch jemand im Krankenhaus, im Heim oder Hospiz kann man sich auf die dortige Routine verlassen, wird im besten Fall noch etwas aufgefangen.

Doch wieso haben wir heute so ein Problem mit dem Tod? Weil wir heute mehr am Leben hängen, als die Menschen vor Jahrhunderten? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass der Tod früher viel mehr zum Leben dazu gehörte, als es heute der Fall ist. Man will mit dem Sensenmann und seiner "Arbeit" einfach nichts zu tun haben. Früher wurden die Toten in den Wohnungen oder in den Kirchen und Kapellen aufgebahrt. Man legte ihnen ihren Sonntagsstaat an und verabschiedete sich von dem Verstorbenen. Das mag auch noch heute hier und da üblich sein. Die Realität sieht leider anders aus.

Die Realität ist, dass heute viele Menschen gar nicht an die Gräber ihrer Verstorbenen gehen können. Die sind anonym auf irgend einer Wiese bestattet worden - wenn man davon überhaupt noch reden kann. Von anderen wurde die Asche irgendwo verstreut und aus wenigen wurde ein Diamant. Man  spart sich so die immensen Kosten für eine Beerdigung und muss später auch kein Grab pflegen. Viele Lebende meinen, dass sie auch so "entsorgt" werden wollen. Doch wollen sie das wirklich? Wollen sie wirklich irgendwo verscharrt werden oder als Dünger für eine Friedhofswiese dienen? Soll wirklich nichts von ihnen übrig bleiben?

Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass man so spurlos aus dieser Welt verschwinden will. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man nicht möchte, dass irgendwann zumindest an einem 2. November Menschen an sein Grab pilgern, um sich an ihn zu erinnern.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Danach werde ich sicherlich einen Abstecher an das Grab meiner Eltern machen. Das haben wir - sie und ich - verdient.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Sonntagsfrühstück. Vielleicht gehen Sie ja auch auf den Friedhof.

 


Veröffentlicht am: 02.11.2014

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