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Morgengruß von Helmut Harff: Allet jut

Ick quatsche Hochdeutsch

Da hat sich die CSU aber mal wieder so richtig blamiert. Vielleicht sollten sich die Bajuwaren in BFP - Bayrische Fettnäpchenpartei - umbenennen. Das jüngste Fettnäpfchen - fremdsprachige Mitbürger sollen auch zuhause deutsch sprechen - wurde den CSU-Granden um Parteichef Seehofer so etwas von um die Ohren gehauen. Ich glaube, die vergaßen glatt wie man bayrisch spricht.

Das war mit Verlaub auch eine so saudumme Idee, dass der normale Bayer vermuten könnte, die habe sich ein Saupreuß ausgedacht. Doch nein, sie stammt aus der CSU (bald BFP?), in der man Stolz darauf ist, bayrisch zu schwadronieren. Wie reagierte man darauf eigentlich in Baden-Württemberg auf diese Glühwein-Idee aus den finsteren bayrischen Wäldern? Wieso? Hatte das Bundesland nicht damit geworben, dass man alles außer Hochdeutsch kann?

Doch mal Spaß und Häme beiseite: Wenn die Bayern ernst damit machen wollen, die hier lebenden und arbeiteten fremdsprachigen Menschen für unsere Sprache zu begeistern, so geht das viel einfacher. Allerdings wäre die Aufregung sicherlich ähnlich groß. Wieso streicht die Bayrische Landesregierung nicht die Mittel für all je Jobs und Angebote, die sich damit beschäftigen, fremdsprachige Menschen durch den deutschsprachigen Behördendschungel in deren Muttersprache zu führen? Wo in der Welt kann ich als Einwanderer meinen Führerschein machen ohne die Landessprache zu beherrschen? Wo kann ich ein Gewerbe ausüben, eine Steuererklärung abgeben, ohne die Sprache des Gastlandes zu können? Wo kann ich ohne Sprachkenntnisse soziale Leistungen beantragen?

Wenn die Seehofer-Partei ernst mit der sprachlichen Integration machen will, dann sorgt man in Bayern dafür, dass Menschen, die zu uns - aus welchen Gründen auch immer - kommen, schnell deutsch lernen. Dann sind sie auch in der Lage, sich zu verständigen, Formulare auszufüllen. Wie man dann zuhause spricht, dass bleibt jedem selber überlassen. Freunde von mir sprechen zuhause vor allem mit ihren Kindern deutsch, englisch und spanisch. Kein Wunder, wenn der Vater ein Amerikaner und die Mutter Spanierin ist. Wieso sollen deren Kinder nur einsprachig aufwachsen, Herr Seehofer?

Ich habe noch ein Problem: Wir übernehmen seit Jahrzehnten kaum noch neue Begriffe aus den Sprachen der Zuwanderer. Frührer war das anders. Man denke nur an Begriffe aus dem Jüdischen/Jiddischen, dem Französischen oder dem Russischen. Ich kenne kaum ein türkisches, griechisches, portugiesisches, vietnamesisches oder polnisches Wort, das Eingang in unsere Alltagssprache geschafft hat. Selbst englische Begriffe schaffen das so wenig, dass wir uns schon eigene Anglizismen ausdenken müssen.

Wieso schotten wir uns seit Jahrzehnten so gegen fremde Spracheinflüsse ab? Sollten wir das nicht ändern, Herr Seehofer?

Ick mache mir jetz meen Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein keyifli Kahvaltı.

 


Veröffentlicht am: 09.12.2014

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