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Morgengruß von Helmut Harff: Heuchler

Ich bin wieder einmal sauer

Haben Sie in den Nachrichten die Ausschnitte der Predigten von katholischen und evangelischen Top-Geistlichen gehört oder waren life dabei? Haben Sie die Ansprache unseres Bundespräsidenten  Joachim Gauck gehört? Ich auch und ich wurde von Minute zu Minute sauerer.

Die Herren lobten das Engagement von Bürgern, wenn es um Flüchtlinge geht. Klar, Menschen, die sich für Menschen in Not engagieren, muss man loben. Die, die das noch nicht tun, muss man auffordern, sich auch zu engagieren. Und doch, ich war wie gesagt sauer auf die drei Herren. Sie predigten wieder einmal Wasser, trinken aber selber Wein. Nicht gerade etwas neues, was man Geistlichen nachsagt.

Doch wo bliebt das Engagement der drei Herren? Ich meine nicht das berufliche, sondern das private? In wessen Haus, auf wessen Grundstück wohnen Flüchtlinge? Wer von ihnen lädt zu Weihnachten welche in seine privaten Gemächer ein? Davon haben sie in ihren wohlgesetzten Reden nichts gesagt. Waren sie dazu zu bescheiden? Ehrlich, das glaube ich nicht.

Ich frage mich auch, warum beispielsweise in Berlins Mitte, im Regierungsviertel, im oder zumindest um das Schloss Bellevue - dem Amtssitz des Bundespräsidenten - oder vor der Tür des erzbischöflichen Sitzes in der Hauptstadt keine Flüchtlingsunterkünfte errichtet werden? Wieso baut man die dort, wo das "normale Volk" - also Sie und ich - wohnen? Wollen die hohen Herren Erzbischöfe, Bischöfe und Präsidenten doch nicht Tür an Tür mit Flüchtlingen leben? Ist das ihr Verständnis von der Weihnachtsbotschaft, die sie so gern dieser Tage im Munde führen?

Es gibt noch einen Grund, warum mich dieses Geheuchel so aufregt. Augenscheinlich hat man nämlich in den vergangenen knapp 75 Jahren nichts gelernt. Auch damals, zum Ende des zweiten Weltkriegs, waren Millionen Menschen auf der Flucht. Die sprachen im Gegensatz zu den heutigen Flüchtlingen deutsch und glaubten an den selben Gott, wie die, um deren Hilfe sie baten. Viele halfen, wie auch heute. Doch die meisten machten es wie die Menschen vor 2014 Jahren in Bethlehem: Sie schlossen ihre Häuser ab. Die Flüchtlinge wurden in Ställen untergebracht und mussten sich am Ortsrand eine Bleibe und Existenz aufbauen.

Auch meine Mutter - ein Flüchtling aus Ostpreußen und vier Jahren von der Sowjetunion verschleppt - klopfte vergeblich an Türen. Sie klopfte als gute Katholikin auch an Kirchentüren. Wurde ihr da geholfen? Ihr Kirchenaustritt war und ist eine eindeutige Antwort.

Und heute? Da werden wieder wohltönende Reden geschwungen, da werden wieder Krokodilstränen vergossen. Doch ich habe nicht gehört, dass die Kirchen auf ihren Liegenschaften - gern auch mitten in Berlin - auf eigene Kosten Flüchtlingsunterkünfte errichten.

Viel Spaß beim Wein trinken meine Herren!

Jetzt gibt es ein leichtes Frühstück, denn meine Hose kneift doch merklich.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück und einen schönen zweiten Weihnachtsfeiertag.

 


Veröffentlicht am: 26.12.2014

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