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Morgengruß von Helmut Harff: Meine Rente

... ist zu einer Politiker-Spielwiese verkommen

Nun also sollen wir länger arbeiten dürfen. Das hat ausgerechnet der Chef der Bundesagentur für Arbeit vorgeschlagen. Herr Weise, warum machen Sie nicht ihren Job und sorgen dafür, dass Menschen im arbeitsfähigen Alter arbeiten gehen und vor allem dafür, dass die auch einen vernünftigen Job bekommen.

Arbeiten bis 70 - das dürfen schon heute die meisten Menschen in diesem Land. Selbstständige und Freiberufler ohnehin. Auch Politiker kennen keine Altersgrenze. Gleiches gilt für Künstler. Ich kenne auch keinen der so gesuchten Fachkräfte, denen es verboten ist, über das Rentenalter hinaus arbeiten zu gehen. Ich kenne allerdings viele, die das entweder körperlich nicht mehr können oder keinen Job finden.

Herr Weise, fragen Sie doch mal in ihrem eigenen Haus nach, wie viele Menschen im Rentenalter auf der Suche nach vernünftig bezahlten Jobs sind. Ach ja, diese Menschen tauchen ja in Ihrer Statistik gar nicht auf. Wie viele Mitarbeiter im Rentenalter hat eigentlich Ihre Behörde? Müssen die nicht mit Erreichen des Rentenalters ihren Schreibtisch räumen? So geht es vielen Bediensteten und Beamten des Staates. Doch die meinen Sie ja mit Ihrem Vorstoß gar nicht.

Was soll die Idee mit einer Rente ab 70 dann? Wer profitiert davon? Fachkräfte sicherlich nicht, denn die dürfen schon jetzt so lange arbeiten, wie man sie lässt. Allerdings bekommen sie jetzt - so die Voraussetzungen erfüllt sind - ihre Rente und den verdienten Arbeitslohn dazu. Wenn ich Ihren Vorschlag, Herr Weise, richtig verstehe, bekommen demnächst alle, die über ihr 65. Lebensjahr hinaus arbeiten, erst mit 70 Rente. Davon, so zumindest mein Eindruck, profitieren allein die Rentenkassen. Die alten Arbeitnehmer zahlen weiter in die Sozialsysteme ein, bekommen aber fünf Jahre später Rente. Eine wahrlich weise Idee, Herr Weise.

Gut wäre die Idee ja, wenn es nicht Fachkräfte aus der freien Wirtschaft, sondern Beamte und Politiker betreffen würde. Die zahlen ja gar nichts in die allgemeinen Rentenkassen ein. Müssten die nun bis 70 arbeiten, würde das zumindest die Rentenkassen entlasten. Man würde auf den Ämtern auch nicht mehr so lange warten müssen oder auf weniger qualifizierte Zeitarbeiter treffen.

Wie schon gesagt, die meinen Sie ja nicht Herr Weise. Doch was Sie nun wirklich mit Ihrem ach so tollen Vorschlag bewirken wollen, ist mir nicht klar. Älteren Arbeitnehmern und ihren Arbeitgebern würde man sicherlich mehr damit helfen, arbeitende Menschen im Rentenalter von steuerlichen Abgaben zu befreien. Das wäre ein Anreiz für beide Seiten. Ob die Politik auch so weise ist? Der Null-Neuverschuldungshaushalt könnte ja leiden. Doch dafür sind Sie nun wirklich nicht verantwortlich zu machen, Herr Weise.

Ich würde mich übrigens darüber freuen, in einem Jahr darüber berichten zu können, dass die Zahl der ALG2-Empfänger von 4,4 Millionen im vergangenen Jahr auf unter 100.000 gesunken ist. Bitte schlagen Sie nicht vor, alle Hartz-4-Empfänger schon mit 20 in Rente zu schicken. Die bekommen sie nämlich de facto schon. Die brauchen Jobs. Aber das dürften Sie ja wissen.

Ich gehe jetzt Brötchen holen.

Ihnen, liebe Leser, wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Lassen Sie sich das von weisen Ideen nicht vermiesen.

 


Veröffentlicht am: 03.01.2015

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