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Morgengruß von Helmut Harff: Keinen Ausweis

Den hatte auch der Hauptmann von Köpenick nicht

Nun will die Bundesregierung mit aller Macht dem Terror den Kampf ansagen. Man will Bürgern, denen man nachsagt, dass sie sich in Terrorcamps haben ausbilden lassen oder dies wollen, einen Ersatzausweis ausstellen.

Das reduziert die Terrorgefahr gewaltig. Das wusste man schon in der DDR. Auch dort gab es für missliebige Bürger ein Stück Papier, dass sie als suspekte Personen auswies. Die so Stigmatisierten durften sich nicht frei bewegen und das Land nicht verlassen. Ohne wirklich gültigen Ausweis war das auch nahezu unmöglich.

Wie war das mit dem Schuster Voigt, besser bekannt als der Hauptmann von Köpenick? Der hatte, als er aus dem Knast kam auch keine Papiere, bekam auch keine. Was machte er? Er wurde nach heutiger Lesart zum Terroristen. Er schnappte sich als Hauptmann verkleidet einige bewaffnete Soldaten und besetzte das Köpenicker Rathaus. Sein Glück, dass es noch keine Spezialkräfte bei der Polizei gab. So wurde er nicht erschossen, sondern nur verhaftet. Damals hatten die Herrschenden sogar noch Humor. Selbst der Kaiser soll amüsiert gewesen sein. Damals war man ohne Ausweis eben nichts.

Doch heute? Wann sind Sie das letzte Mal bei einem Grenzübertritt in ein anderes EU-Land oder die Schweiz nach Ihrem Ausweis gefragt worden? Ich jedenfalls noch nie.

Nun sollen also alle, die in ein Terrorcamp reisen wollen, mit so einem Ersatzpapier ausgestattet werden. Doch welche Terrorcamps meint man eigentlich? Die in der arabischen Welt? Die in Afghanistan, in Indonesien, in Myanmar? Meint man militärische Ausbildungscamps in Russland, der Ukraine, in den USA? Meint man solche von Links- oder Rechtsradikalen in Europa? Wer legt da eigentlich irgend eine Messlatte an?

Was machen wir mit Menschen, die einen EU-Pass haben? Gilt für Terrorverdächtige dann Schengen – die Freizügigkeit innerhalb der EU -  nicht mehr?

Was ist eigentlich mit Journalisten, die über solche Terrorcamps berichten wollen und das ja auch sollen? Was ist mit jenen verführten Menschen, die völlig desillusioniert aus einem solchen Camp zurück kommen und alles andere als morden wollen?

Ich finde, man soll von Seiten der Politik endlich mit dem gedankenlosen Aktionismus aufhören. So  ein Unsinn mit dem Ersatzausweis bringt doch wenn überhaupt nicht viel. Ich haben meinen Ausweis in den vergangenen Jahren vielleicht ein- oder zweimal benötigt.

Wie man Terroristen wirklich Herr wird, weiß ich auch nicht. Ganz sicher aber nicht, in dem man ihnen den Ausweis wegnimmt.

Für mein Frühstück benötige ich ihn auf jeden Fall nicht und das mache ich mir jetzt.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück, egal welchen Pass sie haben.

 


Veröffentlicht am: 15.01.2015

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