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Morgengruß von Helmut Harff: Aufregen

… lohnt nicht immer

Aufregen – das scheint ein Urbedürfnis der Menschheit zu sein. Sicherlich regte sich schon der Urmensch auf, wenn er das Mammut nicht erlegen konnte oder das Feuer in der Höhle ausging. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Mit Aufregern und Aufgeregtheiten lassen sich ganze Fernsehsendungen und diverse Zeitungsspalten füllen. Viele Internetseiten widmen sich allein irgendwelchen Aufregern. Anwälte finanzieren ihren Mercedes dank aufgeregter Mandanten, Gerichte verzweifeln ob der Flut von Aufregern. Wutbürger artikulieren ihre Aufgeregtheit auf der Straße. Andere Menschen vergessen sich in ihrer Aufregung und bekommen einen Herzinfarkt oder 10 Jahre Knast nach einem Totschlag im Affekt.

Klar, es gib tagtäglich Dinge, über die man sich aufregen kann. Es gibt auch tatsächlich Dinge, über die man sich aufregen muss. Man kann nicht alles schlucken, muss seinen Unmut artikulieren, muss sich aufregen. Wer das nicht tut, alles schluckt, wird krank und wird irgendwann explodieren. Da ist es schon besser, sich hier und da mal so richtig aufzuregen.

Doch lohnt in den meisten Fällen die Aufregung? Lohnt es wirklich, sich zu echauffieren, wenn irgend eine Belanglosigkeit nicht klappt? Lohnt es sich über Dinge aufzuregen, die einfach passieren? Aufregen, ich meine so richtig aufregen über die Dinge, die man nicht ändern kann? Ja, auch ich tendiere hier und da zu solchen Aufregern. Doch das sind eher Blitzableiter für meinen aktuellen Frust, als das ich mich wirklich aufrege.

Sich ständig aufregen, so meine Erfahrung, bremst einen aus. Nur aufregen, das ist nicht zielführend, bringt nichts. Ich beobachte mich – und sicherlich ist das nicht nur bei mir so – dass ich mich im Endeffekt, mehr darüber aufrege, dass ich mich ziemlich sinnlos über irgend etwas aufgeregt habe. Sinnvoller wäre sicherlich gewesen, wenn ich mir Gedanken über Alternativen gemacht hätte.

Das fällt mir immer wieder bei den viel beschworenen Wutbürgern auf. Wer keine Stromtrassen will, sollte auch sagen, was er will. Will er keinen Strom, will er den Kühlschrank, die Straßenbeleuchtung abschaffen? Will er noch mehr Windräder, noch mehr Solaranlagen? Was wollen alle, die sich über die Islamisierung des Abendlandes aufregen? Wollen sie eine Wiederchristianisierung des Abendlandes? Wollen sie eine völlig säkularisierte Welt? Doch was ist das Abendland ohne Christentum? Die Frage stellen sich die Wutbürger nicht. Sollte ich mich aber darüber aufregen? Das sorgt nur für Magenschmerzen. Sagen, dass einen das sauer macht, dass diese ständige Aufgeregtheit nervt, das will ich aber schon. Das tut dann auch gut.

Und privat? Da bemühe ich mich schon seit längerem, mich weniger aufzuregen. Zugegeben es funktioniert noch nicht immer so, wie gewünscht. Doch das ist ja kein Grund zur Aufregung. Ich habe allerdings festgestellt, dass es sich unaufgeregt viel besser, viel entspannter lebt, als wenn man sich über jeden Mist erregt. Vieles erledigt sich von allein, vieles lohnt die Aufregung nicht. Es bleibt schließlich noch genug, über das man sich, über das ich mich so richtig aufregen kann.

Jetzt mache ich erst einmal ganz unaufgeregt Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Bitte regen Sie sich über meinen Morgengruß heute nicht zu sehr auf.

 


Veröffentlicht am: 10.02.2015

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