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Morgengruß von Helmut Harff: Karneval

… ist auch nicht mehr, was es mal war

Ich gebe zu, ich als Preuße liebe Karneval, der in Berlin Fasching heißt und ganz anders ist. Ich gebe zu, dass es Zeiten gab, in denen ich drei Tage beziehungsweise Nächte hindurch Fasching gefeiert habe. Ich gebe zu, dass ich gern die Karnevalssitzungen in Fernsehen sehe.

Ich gebe aber auch zu, dass mich letztere immer mehr langweilen. Die meisten Protagonisten kennt man, weiß was sie so drauf haben. Das gilt für die in der Bütt genau wie für die Musiker. Es ist ja schön, wenn man die Lieder mitsingen kann und mir gefällt es auch, wenn der ganze Saal den Background-Chor bildet. Doch damit hört es dann auch schon auf.

Bei immer mehr Rednern kennt man die Gags schon auswendig, hört sie in den verschiedensten Varianten immer und immer wieder. Das ist dann fast so langweilig wie eine Bundestagsdebatte über den Erhalt der Steinlaus. Ich habe den Eindruck, den Redenschreibern fällt nicht mehr ein, als von einander abzuschreiben. Dazu kommt, dass man sich augenscheinlich immer mehr um politische Korrektheit bemüht und um Himmels Willen nicht bei jemand anecken will.

Das hat aber mit Karneval nichts mehr zu tun. Der steht eigentlich dafür, dass man den Mächtigen einmal den Spiegel vorhält. Karneval, das ist nicht die Zeit, wo jeder mit jeder knutscht, wo die Leber Schwerstarbeit zu leisten hat und wo es darum geht, die meisten Kamelle einzusammeln. Karneval - das ist eine Veranstaltung, bei der die da unten denen da oben mal so richtig den Marsch blasen können. Heute ist kaum noch ein laues Lüftchen davon übrig geblieben.

Irgendwie nervt es mich auch, wenn auf jeder Sitzung irgendwelche mehr oder weniger bekannten Politiker begrüßt werden. Wobei, verstehen kann ich das schon irgendwie. Oben auf der Bühne sitzt der Elferrat – die Regierung des jeweiligen Karnevalsvereins - und unten die Jecken aus dem Bund, des Landes oder der Stadt. Das scheinen viel zu häufig Brüder im Geiste zu sein. Irgendwie ist es auch erstaunlich, wie viele Politiker so bei den Prunksitzungen anwesend sind. Im Bundestag sieht man meistens weniger. Da werden sie aber auch nicht so durch den Kakao gezogen. Ein Narr, pardon, ein Schelm, wer arges dabei denkt.

Genau wie die Sitzungen immer langweiliger werden, wird auch das Publikum immer müder, immer träger. Man lacht über Witzchen, die man schon hunderte Mal gehört hat, trinkt Wasser und gäht. Die Kostüme sind genauso alt und langweilig wie die Büttenredner. Political correctness scheint auch hier oberste Bürgerpflicht zu sein.

Karneval im Fernsehen, das ist immer mehr Langeweile, das ist austauschbar. Wenn man nicht einmal mehr merkt, ob dass die Sitzung 2015 oder einen Aufzeichnung von 2013 ist, dann kann man nur noch eines machen: ausschalten.

Das heißt aber nicht, dass ich auf Karneval oder Fasching verzichten möchte. Mir macht das närrische Treiben ja nach wie vor Spaß. Ich gehe lieber in die Sitzung es kleinen Vereins auf dem Dorf oder irgendwo sonst um die Ecke. Da ist nicht alles so perfekt und durchgestylt wie auf den superteuren Fernsehsitzungen, dafür viel authentischer.

Letzt mache ich erst einmal relativ spaßfrei mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und viel Spaß an den tollen Tagen.

 


Veröffentlicht am: 11.02.2015

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