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23.03.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Und nun?

Runde Geburtstage bewegen uns

Runde Geburtstage sind etwas, was uns bewegt. Eigentlich und rational ist das nicht nachzuvollziehen. Was ist an einem 29. an einem 39. oder 49. Geburtstag anders als an einem 30., 40. oder 50.? Nichts, denn man wird immer ein Jahr älter. Und doch sind die sogenannten runden Geburtstage etwas besonderes. Im hohen Alter kommen dann sogar noch der 75., der 85. oder der 95. hinzu. Dann gratulieren einem immer mehr Menschen, als bei sonstigen Geburtstagen.

Werden wir 10 Jahre alt, ist das noch alles relativ egal. Zehn Jahre sind noch keine Zäsur in unserem Leben. Dieser Kindergeburtstag unterscheidet sich nicht von dem ein Jahr zuvor oder ein Jahr später. Nachdem wir mit viel Tamtam unseren 18. Geburtstag gefeiert haben, müssen wir schon den 20. vorbereiten. 20 Jahre alt, da ist die Welt (fast) immer noch in Ordnung. Man ist jung und das Leben liegt noch vor einem. Man ahnt, man begreift schon in Ansätzen, dass die nächsten Jahrzehnte nicht nur Party bedeuten. Der so gern beschworene Ernst des Lebens klopft schon vehement an die Tür.

Werden wir 30 ist dieser Ernst des Lebens schon unser ständiger Begleiter. Wir können schon zurück blicken, blicken aber immer noch neugierig voraus. Beim Blick in den Spiegel können wir mit einigem schlechten Willen schon erste Falten entdecken. Das fällt uns zehn Jahre später schon viel leichter – das Erkennen der Falten. Wir stehen immer noch  mitten im Leben. Doch das hat uns voll in Beschlag genommen. 40 Jahre, das klingt nicht mehr wirklich jung, obwohl man sich noch mindestens so fühlt, als hätte man erst vor Monaten seinen 30. Geburtstag gefeiert. Zumindest das bleibt die nächsten Jahrzehnte gleich. Wenigstens eine Konstante in unserem Hangeln von Geburtstag zu Geburtstag.

Oh Gott, dann kommt der 50. Geburtstag. Wenn ich mich so umsehe, so ist das der Geburtstag, an dem am meisten gezweifelt wird, an dem sich viele verkriechen, abtauchen wollen. Die Haare werden grau – oder sind es schon. Die Frage, ob es das schon war in unserem Leben, steht wie eine Wand vor uns. Wir waren noch niemals in New York, laufen im Hamsterrad, funktionieren. Einige sind schon ausgemustert, stehen auf dem Abstellgleis des Lebens. Einige Weggefährten leben nicht mehr, andere haben weit weg ihre Zelte aufgeschlagen. 50 – das ist die Zeit der Wechseljahre. Da haben wir uns entweder mit unserem Leben abgefunden oder suchen noch einmal die Herausforderung. Die einen entdecken den Sport für sich, andere mutieren zum Biker und satteln ihre Harley. Sportwagen stehen hoch im Kurs. Viele Männer wollen zeigen, dass sie noch attraktiv sind, dass sie es noch drauf haben. Sie wollen das aber nicht ihrer langjährigen Partnerin, sonder einer Frau im Alter ihrer Tochter zeigen. Meistens ist das Leben ungerecht und zeigt, dass Mann doch keine 30 mehr ist.

Scheidung, noch ein Kind, Probleme im Job, die Reise nach New York oder der dritte Marathon, der ersehnte Aufstieg im Job, der 40. Hochzeitstag, der Tod der Eltern – und schon ist er da, der 60. Geburtstag. Man sieht, dass das Leben Blessuren hinterlassen hat. Man hat es geschafft oder auch nicht. Man blickt viel zurück. Viele blicken viel zu oft nur noch zurück. Dabei lohnt es sicherlich, nach vorn zu blicken. Da warten – folgt man der Statistik – noch 15, 20 Jahre. Wer jetzt vorausblickt, der plant sein Alter. Man trennt sich – nein nicht vom Partner – sondern von überflüssigem, dass sich im Laufe des Lebens so angesammelt hat. Jetzt ist der Zeitpunkt, sich nach einer Behausung umzusehen, in der man auch noch mit 80 selbstbestimmt leben kann. Mit 60 kann ja noch nicht gelten, dass man einen alten Baum nicht mehr verpflanzen kann/soll. Mit 60 ist man noch nicht alt, sondern erfahren.

Zehn Jahre später kann man die Tatsache nicht mehr leugnen, der Zenit des Lebens liegt schon einige Tage hinter einem. Man war in den vergangenen Jahren häufiger zu Beerdigungen, als einem lieb ist. Das zeigt einem, wie endlich das Leben geworden ist. Man kennt die Ärzte in der Umgebung und weiß über Arzneimittel mehr als über die neuesten Autos. Man hat Mühe, diese komische Jugend zu verstehen und sich daran zu erinnern, wie man selber mit 20 war.

Und danach? Da ist man wohl Jahr für Jahr dankbar, dass man noch vieles selber erledigen kann. Es kommt immer häufiger vor, dass einem die Dinge schwer fallen, dass man Hilfe benötigt. Wer mit 60 sein Leben für das Alter eingerichtet hat, der profitiert mit 80 davon. Zum Geburtstag kommt jetzt der Bürgermeister, aber auch der Pflegedienst. Man plant nicht mehr in Jahrzehnten, eher in Jahren, manche nur noch in Monaten. Gut sind die dran, die in den Jahrzehnten zuvor gelernt haben, dass sie darüber entscheiden, ob das sprichwörtliche Glas immer halbvoll ist. Wer mit 20, mit 30, 40 und 50 das Leben, sein Leben nicht genießen konnte, der kann das sicherlich mit 80, mit 90 oder mit 100 erst recht nicht. Hier gilt der Spruch: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

Ich genieße jetzt mein Sonntagsfrühstück.

Das wünsche ich Ihnen auch – egal, ob Sie sich gerade wie 20 oder wie 80 fühlen.

 


Veröffentlicht am: 22.02.2015

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