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Morgengruß von Helmut Harff: Mädchenflohmarkt

Ein ganz besonderes Wortungetüm

Man hört immer wieder, die deutsche Sprache sei eine schwere Sprache. Damit will man sicherlich ausdrücken, dass es Ausländern nicht leicht fällt, sie zu lernen. Na, ich kenne genug, die hier geboren und aufgewachsen sind und für die „He Alter“ schon so etwas wie Hochdeutsch darstellt. Doch darüber wollte ich heute gar nicht wirklich nachdenken.

In einer Pressemitteilung sprang mir gestern das Wortungetüm Mädchenflohmarkt entgegen. Klar wusste ich sofort, was gemeint war. Und doch stutzte ich bei diesem Wort. Erstens hatte ich noch nie von einem Jungenflohmarkt, aber auch noch nicht von einem Männer- oder Damenflohmarkt gehört. Wieso ist dann die Rede von einem Mädchenflohmarkt? Man meinte, wie der Meldung zu entnehmen war, eigentlich gar keine Mädchen, sondern mehr oder weniger junge Frauen bis 40 und darüber. Also doch ein Frauenflohmarkt? Wie wäre es mit Fräuleinflohmarkt. Schließlich soll es sich dabei um eine Einrichtung handeln, bei der man, sorry Frau, gebrauchte – also Vintagekleidung – erwerben oder auch ausleihen kann. Das Angebot richtet sich also eher an weibliche Wesen, die den Status eines Mädchens hinter sich gelassen haben.

Doch zurück, zu denen, die Deutsch noch nicht so richtig beherrschen oder über solche Wortungetüme stolpern. MädchenFLOHmarkt? Gibt es Mädchenflöhe? Oder meint man, dass die Meute weiblicher Wesen, die diesen Markt stürmen, schwieriger zu beherrschen sind, als der sprichwörtliche Sack Flöhe. Vielleicht meint man aber auch, dass man als Begleiter von Frauen (pardon Mädchen) schon mal die Flöhe bekommen kann. Vielleicht gibt es ja irgendwo in der Nähe einen Jungenflohmarkt, auf dem Mann sich die Zeit vertreiben kann. Es kann ja auch mal ganz nett sein, sich unter die Einkaufsflöhe zu mischen.

Mir kommt die Idee, dass das mit den Flöhen vielleicht ganz ernst gemeint ist. Vielleicht sind die angebotenen Klamotten so alt, dass da schon Flöhe drin sind. Vielleicht stammen die auch aus Gegenden, wo Flöhe nichts besonderes sind. Wobei, solche Regionen kenne ich zumindest nicht. Und mal ehrlich, wer geht auf einen Markt – noch dazu als junges oder nicht mehr so junges Mädchen – und kauft Sachen, in denen Flöhe wohnen? Das traue ich selbst den einkaufssüchtigsten Frauen nicht zu.

Hallo, sollte es sich tatsächlich um einen Markt handeln, auf dem mit jungen weiblichen Flöhen Geld verdient wird? Erlaubt so etwas der Tierschutz? Und wen ja, warum nur weibliche Flöhe? Sind die intelligenter als männliche? Saugen die kein Blut, zumindest keines von Menschen? Können Mädchenflöhe weiter springen, eignen sie sich eher für einen Flohzirkus? Geht es vielleicht gar nicht um die kleinen Viecher als Volksbelustigung? Mädchenflöhe als biologische Waffe gegen Terroristen? Schließlich tragen die kein Kopftuch und sind für solche Männer wie die IS-Kämpfer gleich doppelt ärgerlich.

Ich glaube, ich mache mir zu viele Gedanken um so einen Mädchenflohmarkt. Das ist einfach eine ziemlich dumme Wortzusammenstellung, bei der man nicht wirklich nachgedacht hat.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück – frei von Flöhen und anderen Dingen, die mich beißen könnten. Da bin ich derjenige der beißt – ins Brötchen.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und einen ebensolchen Umgang mit unserer schönen Sprache.

 


Veröffentlicht am: 24.02.2015

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