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Morgengruß von Helmut Harff: Lesen

In Leipzig eröffnet die Buchmesse

Deutschland ist - allen schrecklichen Meldungen zum Trotz - immer noch ein Land der Dichter und Denker. Es ist zumindest ein Land, in dem viel gelesen, aber auch viel geschrieben wird. Das wird gerade wieder in Leipzig deutlich. Dort gehen heute die Türen auf dem Messegelände für alle Leseratten, aber auch für unzählige Autoren auf.

Was wäre eine deutsche Messe ohne Negativmeldungen? Sie wäre nicht deutsch. Gemeldet wurde gestern, dass längst nicht soviel Menschen e-Books lesen, wie man prognostiziert hat. Mal ehrlich, wen interessiert das? Niemand, mal von denen abgesehen, die am Verkauf der Lesegeräte verdienen.

Ich finde, es ist viel wichtiger, dass die Menschen lesen. Lesen, das ist Bildung, das ist Kultur. Da macht es mir viel mehr Sorgen, wenn Studien immer wieder belegen, dass viele, dass zu viele Kinder nur unzureichend lesen können. Da ist es mir egal, wie das "Buch" aussieht, das sie lesen. Hauptsache, sie tun es überhaupt.

Wobei, so egal ist das auch nicht, denn ein Buch ist auch ein haptisches und ein künstlerisches Erlebnis. Dabei meine ich nicht einfach hergestellte Taschenbücher, die selbstverständlich auch ihre Berechtigung haben. Ich meine schön gebundene und mit Illustrationen versehene Bücher. Solche Bücher sind wahre Kunstwerke. Ich habe viele Bücher eigentlich nur im Bücherregal, habe sie nur gekauft, weil sie schön sind. Ich liebe viele dieser Bücher, nehme sie immer mal wieder in die Hand, weil ich die Illustrationen darin liebe.

Ich kann mich auch daran erinnern, dass meine Indianer- und die über alles geliebten Märchenbücher mich auch deshalb so fasziniert haben, weil die Zeichnungen meine Phantasie angeregten. Die ersten Bücher, die ein Kind in die Hand nimmt, in die Hand nehmen sollten, sind schließlich Bilderbücher. Diese Bildbände für die Krabbelgruppe sind sicherlich prägend für das spätere Leseverhalten. So ein Buch in der Hand zu halten, das mag jeder Windelträger. Mir hat man immer erzählt, dass ich mein Töpfchen nur dann ohne Murren benutzte, wenn man mir ein Buch in die Hand drückte. Raten Sie mal, wo ich bis heute lese.

Zurück nach Leipzig. Da kann man überall durch mehr oder weniger schön aufgemachte Bücher blättern, gern auch mal drin schmökern. In der Messestadt geben sich aber auch die Autoren die Klinke in die Hand. Darunter sind wieder veritable Schriftsteller und Dichter und solche, die von ihrem Promistatus leben. Die meisten Autoren kennt niemand, denn hinter ihnen steht kein Verlag. Sie sind Verleger in eigener Sache. Die moderne Technik ermöglicht es Autoren, die eben keinen Verlag finden oder keinen finden wollen, ihre Bücher selber zu verlegen. Ihr Problem ist häufig nicht das Schreiben, sondern das Finden von Lesern.

Zugegeben, vieles, was diese Autoren in den Computer tippen ist es nicht wert gelesen zu werden. Vieles davon ist ein Abklatsch von bereits geschriebenen und erfolgreichen Romanen. Doch sicherlich gibt es bei diesen sich selbst vermarktenden Autoren auch den einen oder anderen literarischen Schatz zu heben. Man muss sich nur auf die Suche machen. Das ist sicherlich nirgendwo einfacher, als auf der Leipziger Buchmesse.

Eines kann die Messe für mich nicht leisten - mir zu zeigen, was ich lesen sollte. Genau an dieser Stelle bin ich überfordert. Genau an dieser Stelle versagt aber auch Amazon. Hier brauche ich einen, am besten meinen  Buchhändler. Der kann mich beraten, mit dem kann ich reden - so von Mensch zu Mensch. Ob ich das Buch dann gebunden oder auf einem elektronischen Medium lese, ist dann eigentlich egal. Bücher, die mich ansprechen, will ich allerdings noch immer anfassen. Das kann (noch?) kein Reader leisten.

Nur um keine Irrtümer aufkommen zu lassen: Ich lese heute auch sehr gern ein Buch im bequemen Sessel bei einem Glas Cognac oder einem Whisky. Das ist dann Genuss pur.

Ob der heutige Messebesuch in Leipzig nur Genuss wird? Mein erster Termin ist schon mal toll - ein Lesefrühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Ich lese dabei gern auf meinen Reader. Da lassen sich Fettfinger schnell beseitigen.

 


Veröffentlicht am: 12.03.2015

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