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Morgengruß von Helmut Harff: Im Niemandsland

Man erlebt immer wieder erstaunliches

Wenn Sie zu den regelmäßigen Lesern meins Morgengrußes gehören – wovon ich selbstverständlich ausgehe – dann wissen Sie bereits, dass ich gerade auf Pressereise in Scheidegg bin. Alle anderen wissen es jetzt auch.

Scheidegg, ein Ort im Allgäu, knapp 20 Kilometer vom Bodensee, von Lindau entfernt, liegt in Sichtweite der Alpen und unweit der Grenze zu Österreich. Der Ort behauptet, der sonnenreichste Deutschlands zu sein. Momentan ist er das auf jeden Fall, denn hier scheint die Sonne und der Himmel ist blau. Eine wirkliche Idylle.

Scheidegg, das ist kein Postkarten-Fachwerkhaus-Zirbelstube-Touristenort. Scheidegg, dass sind vor allem fünf große Kliniken. Es hat den Anschein, dass der Ort davon und von der Landwirtschaft lebt. Scheidegg will aber auch die Touristen in seinen Mauern und seine Umgebung locken. Deshalb hat man sich einiges einfallen lassen. Man hat viele Broschüren erstellt, viele Karten gedruckt und so manch gute Idee entwickelt.

Leider hapert es bei der Umsetzung, beim Umgang mit dem Gast. Auf unkundige Wochenendbesucher scheint man nicht erpicht zu sein, warum sonst hat gerade dann die Tourismusinformation geschlossen. Am Kiosk gegenüber, so war zu erfahren, bekommt man wohl Auskunft.

Auskunft braucht man aber dringend, wenn man in und um Scheidegg wandern will. Da gibt es beispielsweise den Kapellenweg, beziehungsweise die Kapellenwege. Alle auf der entsprechenden Karte grob eingezeichnet und jeder Weg farbig markiert. Das ist ganz gut, wenn das Wörtchen wenn nicht wär. Denn nirgendwo auf den zahlreich vorhandenen Wanderer-Wegweiser findet man diese Farben. Alle Wege in der Region sind gelb gekennzeichnet. Mal erscheint auf den Hinweisschildern der Begriff Kneip-Wanderweg (den am besten immer folgen), mal Allgäuer Wasserweg, mal Jakobsweg und von einer Käsestraße erfuhr ich auch einmal.
Das man sich dabei nicht völlig verläuft, ist schon fast ein Wunder.

Hier muss der Tourismusverein ganz schnell handeln. So eine chaotische Ausschilderung von Wanderwegen habe ich in Bayern noch nie erlebt. Dabei sind die anzulaufenden Kapellen wirklich sehenswert und jede überrascht mit tollen Kunstwerken, die zum Teil aus dem 15. Und 16. Jahrhundert stammen. Der Weg lohnt, wenn man ihn dann findet.

Wer auf den etwa 22 Kilometer langen Kapellenweg – Umwege durch unzureichende Beschilderung nicht eingerechnet – nicht verhungern und verdursten will, sollte sich auf jeden Fall eine zünftige Brotzeit und genügend zu trinken einpacken. Ich habe auf dem gesamten Weg nur im kleinen Örtchen Forst eine Einkehrmöglichkeit gefunden. Die sollte man allerdings auf jeden Fall besuchen. Das lohnt! Ansonsten gibt es auf dem Weg höchstens noch Wasser aus dem Bach und später im Jahr sicherlich auch Beeren am Wegesrand.

Die Gastronomiesituation in Scheidegg ist noch viel dramatischer als die Auszeichnung der Wanderwege. Die eine Gaststätte lässt den Koch schon um 19:30 Uhr nach hause gehen – und der geht sehr pünktlich, in anderen gibt es italienische Massenware. Lassen Sie sich auch nicht verführen in den Hirschen, dass angeblich beste Haus am Platz, zu gehen. Wenn das wirklich das beste Haus sein soll, möchte ich nicht wissen, wie andere Gastronomen mit ihren Gästen umgehen. Trotz hektischer umherrennender Kellnerinnen bekam ich nach 15 Minuten schon mein Bier. Auf den bestellten Tafelspitz – ein nicht extra zuzubereitendes Gericht – wartete ich dann noch einmal 45 Minuten. Das ging augenscheinlich nahezu allen Gästen so. Viele saßen lange vor leeren Gläsern, einige beschwerten sich unüberhörbar. Über das Essen selber bereite ich lieber den Mantels des Schweigens. Die Kellnerin schien es in nicht zu beeindrucken, dass ich auf ihre Nachfrage sagte, dass mir das Essen überhaupt nicht gefallen hat.

Wer Sonne sucht, begeisterter Langläufer oder Wanderer ist, wer viele historische Kapellen besichtigen will und sich auch gern mal verläuft, dem sei Scheidegg empfohlen. Wer gut Essen will, dem empfehle ich sich ins Auto zu setzen und nach Lindau oder Bregenz am Bodensee zu fahren.

Gut, nein sehr gut frühstückt man als Gast in der 4-Sterne-Pension Hochberg. Dieses Frühstück darf ich jetzt noch einmal genießen, bevor ich mich auf den Heimweg mache. Merken Sie sich unbedingt den Namen der Pension.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Sonntags-Frühstück und so ein Traumwetter wie in der Sonnenhochburg Scheidegg.

 


Veröffentlicht am: 15.03.2015

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