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Morgengruß von Helmut Harff: Jacke wie Hose

... oder besser Kopftuch und Hose

Wenn in Deutschland Frauen ihr Kopftuch  so binden, dass keine Haare zu sehen sind, so ist die Aufregung in vielen Fällen groß. Die ist so groß, dass die obersten Gerichte des Landes und der EU sich damit befassen dürfen.

Die Aufregung ist allerdings nur dann groß, wenn die Kopftuchträgerin eine Muslima ist. Ist sie Christin, regt sich keiner darüber auf. Warum ist das eine so schlimm, das andere nicht? Die kopftuchtragenden Christinnen, die auch noch eine mehr oder weniger einheitliche, den Körper nicht gerade umschmeichelnde Kluft tragen, zeigen so ihre Verbundenheit zu Gott. Und die kopftuchtragenden Muslima?

Es ist schon erstaunlich, wie viel Aufregung es um so ein Kopftuch gibt. Wieso beachtet eigentlich niemand, dass viele, nicht nur junge moslimische Kopftuchträgerinnen keine Burka, keinen langen Mantel, sondern Hosen tragen? Haben Sie schon einmal eine christliche Kopftuchträgerin in Hosen gesehen?

Warum ich auf die Hose komme? Ganz einfach, weil für mich die Hose das Kleidungsstück ist, das die Unabhängigkeit, die Eroberung von Männerdomänen, die Emanzipation der Frauen dokumentiert. Als die Frau die Hose für sich entdeckte, war es vorbei mit Kirche, Kinder, Küche. Die Frau eroberte - nicht immer freiwillig, wenn ich an die Dienstverpflichtungen im 1. und 2. Weltkrieg denke - die Arbeitswelt. Sie entdeckte für sich die große weite Welt, die Wissenschaft. Frau in Hose, das war eine Revolution. Nicht das Verbrennen des BH´s oder der Minirock, sondern die Hose war ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste modische Meilenstein auf dem Weg zur Gleichberechtigung der Frau.

Wie oft bekommt Mann es zu hören, dass die Frau die Hosen an hat. In Deutschland hat die Kanzlerin genau wie sehr viele muslimische Frauen im direkten, wie im übertragenen Sinn die Hosen an.

Wir sollten viel mehr lobend erwähnen, dass die muslimischen Frauen ihre Selbstständigkeit mit dem Tragen der Hose dokumentieren. Das tun sie mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit der sie mit dem Tragen des Kopftuches ihre Verbundenheit mit Allah dokumentieren.

Und wir Männer? Was dokumentieren wir? Unsere Lässigkeit mit Jeans, unser Erklimmen der Karriereleiter mit einem Maßanzug? Unseren wirtschaftlichen Erfolg mit einer treuren Uhr? Das machen wir schon seit Jahrhunderten so. Man könnte auf die Idee kommen, wir haben uns nicht verändert, haben keine neue Mode für uns, für unser Selbstverständnis erobert.

Ja,  da haben die Grünen Männer gern mal  gestrickt (es sah auch genau so aus), da laufen irgendwelche androgynen Typen auch mal im Rock rum. Doch das war es dann schon mit unsere modischen, mit unserer Emanzipation. Wo bleiben Modeschöpfer wie Lagerfeld, Glööckler oder Kretschmar? Wann präsentieren sie eine Mode für den emanzipierten Mann? Ich meine nichts pompöses, nicht einfach nur was buntes, ich meine eine völlig neue Männermode. Ich meine eine Männermode, die so revolutionär wie die Hose, die Strumpfhose und der Minirock für die Frauen war.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Dann geht es in Mantel, weißem Schal und Hut in Richtung Flughafen. Doch davon morgen mehr.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 22.03.2015

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