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Aufgespießt: Mann, Frau oder was?

Die Genderforschung soll die Klärung bringen

(Helmut Harff / Chefredakteur) Genderforschung, das ist, um mit der Kanzlerin zu sprechen, sicherlich nicht nur für mich noch relatives Neuland. Doch Mann kommt augenscheinlich an dem - so sieht es zumindest für mich aus - frauenlastigen Thema nicht vorbei.

Also bemühte ich erst einmal wieder Wikipedia. Dort heißt es: Die Gender Studies, deutsch Geschlechterforschung, sind eine Forschungsrichtung, die sich mit dem Verhältnis von Geschlecht und Kultur, Gesellschaft sowie Wissenschaften beschäftigt. Dabei fragen sie sowohl, wie das Geschlecht menschliche Gemeinschaften prägt, als auch, wie das Geschlecht wiederum von ihnen geformt wird. Für das englische Wort gender im Sinne von soziokulturellem im Gegensatz zum biologischen Geschlecht (englisch sex) gibt es im deutschen Sprachgebrauch keine Entsprechung. Die Definitionen und impliziten Festschreibungen von Männlichkeit und Weiblichkeit im Alltag wie in den Wissenschaften sind selbst Gegenstand der inter- wie transdisziplinären Gender Studies.

Alles klar? Mir nicht. Wenn ich irgendwo etwas von Genderforschung höre oder lese, dann geht es immer wieder darum, welches Geschlecht, welche Geschlechterrolle der einzelne ein- und für sich wahr nimmt. Die meisten werden jetzt sagen, ich bin ein Mann, ich bin eine Frau. Ja, es gibt Männer, die Männer sexuell attraktiver finden als Frauen. Das gilt auch umgekehrt. Wir sprechen dann von schwulen oder lesbischen Menschen. Doch ist damit ihre Geschlechterrolle, die weiblich und die männliche eine andere? Würde Hella von Sinnen je behaupten, sie sein ein Mann? Würde Klaus Wowereit von sich als weibliches Wesen reden? Er meinte zwar, dass es gut sei, dass er schwul ist. Er meinte damit sicherlich nicht, dass es gut sei, dass er etwas anderes als ein Mann ist.

Ich habe bisher auch nur aus den Medien erfahren, dass es augenscheinlich viele Menschen gibt, die mit der Entweder-Oder-Geschlechterrolle nichts anfangen können. Sie sind - was sie sein wollen. Sehe ich mir nun die Wikipedia-Definition an, so sind all diese Menschen biologisch Männer oder Frauen, im Sinne des Begriffs Gender, jedoch nicht.

Gut, doch was heißt das? Ich habe keine Ahnung oder vielleicht einen Hauch davon. Ja, ich glaube, dass jeder Mann eine weibliche, jede Frau eine männliche Seite hat. Doch was männlich, was weiblich ist, definiert jede Generation, jede Gesellschaft anders. Heute tragen Frauen Röcke, zeigen Bein, schmücken sich. Genau das war vor einigen Jahrhunderten anders. Ich denke an die Zeit von Franzosenkönig Ludwig dem 14. Der wurde beispielsweise für seine gut geformten Beine gelobt. Man stelle sich einmal vor, heute würde jemand über die Beine von Männern - Fußballer und Radfahrer mal ausgenommen - schreiben. Udo Lindenberg wäre dann nicht der Mann mit dem Hut, sondern der mit den Storchenbeinen.

Vor diesem Hintergrund frage ich mich, was die Genderforschung mir sagen will, was sie überhaupt will? Sollen Geschlechterrollen erforscht werden? Will man ergründen, was die weiblichen Seiten bei Männern für den Mann, für die Frau, für die Gesellschaft bedeuten? Welches Ziel, welcher Anspruch steht hinter dieser Genderforschung? Ist sie vielleicht nur ein universitärer und medialer Zeitvertreib der westlich-abendländischen Welt? Ich befürchte, dass letzteres der Fall ist. Zumindest habe ich noch nichts davon gehört, dass die Genderforschung sich mit den wirklich drängenden Problemen des 21. Jahrhunderts - Hunger, Sklaverei, Krieg, Terror, religiöser Fanatismus - beschäftig hat. Es sei denn, man geht davon aus, das alles Übel der Welt männlich ist. Das würde ja dann bedeuten, dass jedes biologisch weibliches Wesen mit mindestens einer männlichen Seite auch ihre Schuld am Elend der Welt hat. Umgekehrt würde sich die männliche Schuld um den Anteil von weiblichen Seiten reduzieren. Das bringt uns wirklich weiter.

Vielleicht kann mir ja jemand in Sachen Genderforschung auf die Sprünge helfen - aber bitte ohne Talkshow-Laberei.

 


Veröffentlicht am: 23.03.2015

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