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Morgengruß von Helmut Harff: Handyterror

Sind Sie auch abhängig?

Handyterror wird immer wieder thematisiert. Dabei geht es weniger um die permanente Beschallung durch mehr oder weniger peinliche Klingeltöne. Mir geht es heute auch nicht um die Zeitgenossen und Zeitgenossinnen, die sich lautstark über ihr Liebesleben, ihre geschäftlichen Beziehungen oder sonstige Dinge am Handy unterhalten, von denen zumindest ich nichts wissen möchte.

Mir geht es heute um jene Zeitgenossen, die sich darüber beschweren, dass sie ständig per Handy erreichbar sei müssen. Beklagt wird, wie schlimm das ist, wie ungesund es ist, wenn man rund um die Uhr erreichbar sein muss. Vielleicht sollte man auch sagen, dass die Leute ja auch gern rund um die Uhr erreichbar sein wollen. Wie ich darauf komme? Wer mal in die Bedienungsanleitung seines Handys nachliest, wird dort erfahren, dass man so ein Gerät einfach abschalten kann.

Ein abgeschaltetes Handy, dass ist – zumindest ist so meine Erfahrung – für viele Zeitgenossen der Albtraum schlechthin. Nicht erreichbar zu sein, das ist für viele zumindest die Vorstufe von Tod. Man könnte ja etwas verpassen. Irgend jemand könnte ja etwas von einem wollen, es könnte ja die wichtigste SMS kommen. Und selber? Mal nicht das Handy in der Hand halten, mal nicht telefonieren, mal nicht wie wild eine SMS tippen? Das ist seelische Grausamkeit, das ist Folter, das geht gar nicht.

Andere wiederum befürchten, dass sie den Anruf, die SMS verpassen, die eine Gehaltserhöhung vermeldet, die den Aufstieg in die Chefetage, die Einladung zum Probetraining beim FC Bayern München oder die Berufung zum Minister im Kabinett Merkel verkündet. Mal ehrlich, wann kam schon mal eine wirklich wichtige SMS, welcher Anruf außerhalb der normalen Arbeitszeit war so wichtig, dass man ihn genau zu diesem Zeitpunkt entgegennehmen musste?

Klar, wenn der Babysitter auf den Nachwuchs aufpasst, wenn man einen Pannen- und Abschleppdienst hat, wenn man Notarzt, wenn man VW-Chef oder Bundeskanzlerin ist, dann will man erreichbar sein. Gleiches gilt, wenn die Geburt des Kindes bevorsteht, wenn man frisch verliebt ist (bitte umgekehrte Reihenfolge), wenn jemand im direkten Umfeld schwer krank ist, macht man das Handy auch nicht aus.

Doch dann fühlt man sich von dem kleinen Teil auch nicht terrorisiert. Dann will man ja erreichbar sein. Doch in allen anderen Fällen gilt: Einfach das Handy abschalten, wenn man nicht telefonieren will, wenn man nicht ständig nachsehen will, ob gerade eine SMS eingetrudelt ist. Es ist wirklich entspannend, wenn beim Essen, beim Date, beim Sex sich kein Handy lautstark bemerkbar macht. Man ist auch kein Außenseiter, kein Looser, wenn man mal nicht zeigt, dass man sich irgendwie das  teuerster Mobiltelefon leisten kann.

Für alle, die meinen, so wichtig zu sein, dass sie immer erreichbar sein müssten, aber über den Telefonterror klagen hier ein Spruch, den ich einmal gelesen habe: „Ich bin so wichtig, man wird mich schon irgendwie erreichen“.

Bevor ich mir jetzt mein Frühstück mache, werde ich schnell noch nachsehen, welche Nachrichten auf meinem Handy eingegangen sind. Glauben Sie das nicht. Mein Handy mache ich nur im Theater oder Konzertsaal, aber auch beim Essen im Lokal aus. Es könnte ja die Kanzlerin anrufen – oder ein mir wirklich wichtiger Mensch.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück und eine Zeit ohne Handyterror.

 


Veröffentlicht am: 18.04.2015

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