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Morgengruß von Helmut Harff: Vater Staat

So einen Vater hatte ich Gott sei Dank nicht

Vater, das ist ein Vorbild, eine Person, die man respektiert. Mit dem Vater will man viel Zeit verleben. Irgendwann muss man sich von ihm verabschieden. So ist das mit dem Vater. Früher war das anders. Da war der Vater der Herrscher, der Diktator. Da hieß es „Warte mal bis Vater nach hause kommt“. Damals hieß es „Herr Vater“. Der war zumeist weit weg und sorgte für Zucht und Ordnung.

Und heute? Da sind Väter in vielen Fällen Mangelware. Nur ein Vater ist immer präsent. Ich meine Vater Staat. Will der geliebt werden? Ich meine nein. Vater Staat hängt noch immer dem Vater-Bild an, dass wir spätestens seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts überwunden glaubten. Vater Staat will nicht geliebt werden. Wir sollen ihm voller Respekt, voller Unterwürfigkeit, ja voller Angst begegnen.

Vater Staat, das sind vor allem seine Diener, die sogenannten Staatsdiener. Sie sind noch immer viel zu häufig ein Clone von Dietrich Heßling, dem Protagonisten aus Heinrich Manns Roman „Der Untertan“. Nach oben buckeln, nach unten treten – so die Devise vieler, viel zu vieler Menschen, die meinen, den Staat zu repräsentieren.

Sie meinen, das stimmt so nicht mehr? Wieso lässt der Staat – wie einst der Vater – uns antreten, wenn er etwas von uns will? Wieso nimmt er auf unsere Bedürfnisse und Anliegen so wenig Rücksicht? Ich brauche gerade einen Ausweis. Eigentlich brauche ich gar keinen Ausweis. Vater Staat will aber, dass ich mir einen neuen ausstellen lasse. Da läge es doch nahe, dass mich der Übervater kontaktiert, mir Terminvorschläge macht. Doch das Gegenteil ist der Fall. Ich muss dazu in Berlin zum Bürgeramt. Da kann ich aber nicht wie zu einem heutigen Vater hingehen. Da muss ich mir einen Termin holen. Ich kann mir dabei weder Ort noch Zeit wirklich aussuchen. Schlussendlich muss ich für die unendliche Güte auch noch eine saftige Gebühr bezahlen.

Und wie ist das mit den Steuern? Die will Vater Staat auch von mir. Ich soll möglichst schnell und möglichst viel an ihn überweisen. Nun steht schon bei Lukas 20:25 in der Bibel „So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!" Netterweise sorgt der Staat gleich einmal dafür, dass Gott beziehungsweise dessen Vertretern auf Erden gegeben wird, was ihnen ist. Und was ist mit den Abgaben an den Kaiser, pardon Vater Staat? Da kommt mir nicht der begünstigte entgegen. Da muss ich handeln, viel Geld für Buchhaltung und Steuerberater ausgeben und am Ende misstraut mir Vater Staat. Läuft etwas mal nicht wie geplant, wird der ungeliebte Vater zum Mörder. Er dreht einem einfach die Luft ab.

Ich wünsche mir, dass Vater Staat endlich genau dem Bild folgt, dass er von einem modernen Vater gebetsmühlenartig fordert. Er soll sich um seine Kinder kümmern, diese ernst nehmen, Steine aus dem Weg räumen und ein wirklicher Partner sein. Die Zeiten eines Dietrich Heßling sollten im 21. Jahrhundert endgültig überwunden sein – oder Mutter Merkel?

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Da redet mir Vater Staat noch nicht rein.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Nehmen Sie sich bitte nie an Vater Staat ein Vorbild.

 


Veröffentlicht am: 21.04.2015

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