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Aufgespießt: Streik

Ich bin hin und her gerissen

Kennen Sie das Bundeslied? Nein, ich meine nicht die Nationalhymne, ich meine das Bundeslied. Geschrieben hat es Georg Herwegh bereits 1863 anlässlich der Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, eines Vorgängers der SPD.

Heute könnte man meinen, es ist die Hymne der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer - kurz GDL, denn die erste Strophe des Liedes lautet:

Mann der Arbeit, aufgewacht!
Und erkenne deine Macht!
Alle Räder stehen still.
Wenn dein starker Arm es will.

Das hat die Spartengewerkschaft und ihr Vorsitzender Claus Weselsky längst erkannt und zeigt nun wieder einmal, wie wahr diese Textzeilen sind. Die kämpferische Gewerkschaft lässt die Muskeln spielen. Das ist ihr gutes Recht, auch wenn die Streiks nicht nur Tarifauseinandersetzungen sind. Claus Weselsky und seine Spartengewerkschaft verfolgen auch politische Ziele. Sie wollen, dass die Macht der Kleinen nicht auf dem Altar der DGB-Gewerkschaften geopfert wird.

Das ist verständlich. Wenig verständlich ist es, dass man diese Machtkämpfe auf dem Rücken von Millionen Bahnkunden ausgetragen werden. Doch was sollen die Gewerkschaftler machen? Die Salonwagen der Bahnbosse abkoppeln? Die fahren schon seit langer Zeit nicht mehr Bahn, sind in Luxuslimousinen unterwegs. Sie müssen auch nicht mit der S-Bahn in ihren Glaspalast am Potsdamer Platz in Berlin fahren. Sie stehen lieber im Stau.

Doch wieso schafft es die angeblich so kleine Gewerkschaft GDL, den Bahnverkehr nahezu lahm zu legen? Sie soll ja wesentlich weniger Mitglieder als die Eisenbahner-Gewerkschaft EVG haben. Wenn die GDL wirklich so wenige Mitglieder hat, wieso schafft es dann die Deutsche Bahn nicht, seine Kunden zu transportieren? Augenscheinlich stimmt da etwas nicht. Vertritt die GDL und damit Claus Weselsky doch die Mehrheit der Lokführer? Dann müsste die Bahn ja doch eher mit ihm, als mit der EVG über Tarifverträge verhandeln.

Doch das kann allen, die nun sehen müssen, wie sie ohne die Bundesbahn zur Arbeit oder in den Urlaub kommen, völlig egal sein. Sie alle haben längst ausgelotet, wie es auch ohne die Bundesbahn geht. Geht es gut, vielleicht sogar besser und billiger - Stichwort Fernbusse - so dürften diese Reisenden für lange Zeit als Bahnkunden verloren sein.

Das sollte auch Claus Weselsky bedenken. Wenn es nach einer Einigung mit der Bahn den Lokführern wesentlich besser gehen, so kann sich das als Pyrrhussieg herausstellen. Warum? Weil die Bahn noch mehr Strecken still legen wird, wenn die Kunden nicht zurück kehren, weil noch mehr Busse und LKWs auf den Straßen unterwegs sind.

Das kann der Bahn aber egal sein. Sie ist längst einer, wenn nicht der größte Buslinien-Betreiber, vor allem im Regionalverkehr. Wer je auf der Autobahn unterwegs gewesen ist, wird sie kennen, die Transportflotte von DB-Schenker, einer Tochter der Bundesbahn. Das sollte die GDL auch einmal bedenken.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Ich hoffe, sie sind kein Streikopfer.

 


Veröffentlicht am: 05.05.2015

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