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Weißbuch zum autonomen Fahren

... vorgelegt von der Daimler und Benz Stiftung

Über die Zukunft der nahen und ferneren Mobilität wird gegenwärtig trefflich diskutiert. Es ist ein Thema, das die Gesellschaft bewegt. Fast jeder hat dazu seine Meinung, je nachdem, welche Argumente das Individuum ins Feld führt.

Die Daimler und Benz Stiftung hat zu diesem gesellschaftlichen Diskurs in Berlin das Weißbuch ihres Förderprojekts „Villa Ladenburg - Autonomes Fahren“ vorgestellt. Seit mehr als zwei Jahren fördert die Stiftung im Projekt Wissenschaftler, die sich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen des autonomen Fahrens auseinandersetzen. Das Projekt wurde mit Stiftungsmitteln in Höhe von 1,5 Millionen Euro unterstützt.

Autos völlig ohne Fahrer werde es hierzulande nicht vor 2030 geben. Darin ist sich Prof. Dr. Thomas Weber, Vorstandsmitglied der Daimler AG, Konzernforschung & Mercedes-Benz Cars Entwicklung, und Vorsitzender des Stiftungsrats der Daimler und Benz Stiftung, sicher. „Dazu fehlt heute noch vieles.“ Dennoch, eine Art Autobahnpilot, bei dem ein Fahrer eingriffbereit am Steuer sitze, könne es 2020 geben. Die Wissenschaftler, die am Weißbuch mitwirkten sind sich einig: Das autonome Fahren werde kommen und die Mobilität der Zukunft grundlegend prägen. Bis dahin müssten neben technologischen auch noch ethische, soziale, juristische, psychologische und verkehrstechnische Fragen geklärt werden. Nur so könne eine Gesellschaft den Mobilitätswandel begreifen und auch akzeptieren.

„Das Weißbuch ist eine objektive und unabhängige Wissensbasis zu gesellschafts- und zukunftsrelevanten Fragestellungen rund um das autonome Fahren“, sagt Prof. Dr. Eckard Minx, der Vorstandsvorsitzende der Daimler und Benz Stiftung. Die Stiftung sehe in dem Band folgende Chancen: erstens ist es das umfassendste, erste Werk zum Thema autonome Fahrzeuge, das heißt, es gebe noch keine Endergebnisse, sondern einen Status Quo und eine Vielzahl von Fragen. Das Zweite ist, es sei zu erkennen, dass technologische Entwicklungen in einer Dynamik erfolgen, wie sie bisher nicht vorkamen. Und drittens: Vieles von dem, was da kommen könne, sei gegenwärtig noch gar nicht vorstellbar. Schon in einigen Jahren werde es möglich sein, Autos mit einem intelligenten elektronischen Co-Piloten auszurüsten, der Menschen selbständig über Autobahnen, Landstraßen und durch Innenstädte führe.

Autofahren sei immer emotional besetzt, meint der Sprecher des Förderprojekts, Prof. Dr. Markus Maurer von der Technischen Universität Braunschweig. Es sei nicht vorstellbar, eine Technik zu entwickeln, die letztlich von der Gesellschaft nicht akzeptiert werde. Deshalb suche die Stiftung bereits heute die breite gesellschaftliche Diskussion. Autonomes Fahren werde auch viel Freude bringen, der Fahrspaß gehe dabei nicht verloren, ist sich Prof. Dr. Thomas Weber sicher.

Das Weißbuch ist eine objektive und unabhängige Wissensbasis zu gesellschafts- und zukunftsrelevanten Fragestellungen rund um das autonome Fahren. Es soll Vertretern von Politik und Wirtschaft, Medien und Forschung sowie der interessierten Öffentlichkeit eine wissenschaftliche Grundlage an die Hand geben.

„Es ist unverzichtbar, das komplexe Themenfeld ‚Autonomes Fahren‘ interdisziplinär zu sondieren. Die Gesellschaft muss eine Vorstellung davon entwickeln können, was Technik leisten kann und was nicht“, so Prof. Dr. Eckard Minx. Das Kernteam des Förderprojekts wird von Markus Maurer, Barbara Lenz, Hermann Winner und J. Christian Gerdes gebildet. Sie beriefen rund zwanzig weitere Kollegen und wissenschaftliche Mitarbeiter zu einem internationalen Netzwerk aus renommierten Spezialisten.

Ein autonomes Fahrzeug werde in Dilemma-Situationen künftig Entscheidungen treffen müssen, die die Gesellschaft idealerweise akzeptiert. Es muss also über eine Art von Entscheidungsethik verfügen. Aber wie sieht die Erwartungshaltung dahinter aus, welche Vorbehalte gibt es? Wie sollten als Folge daraus Sicherheitskonzepte gestaltet werden? Wie gut ist es überhaupt um die Leistungsfähigkeit von Sensoren oder Kameras bestellt, also der maschinellen Wahrnehmung generell? Welche Veränderungen ergeben sich in unserer Alltagsmobilität, welche im Güterverkehr? Und wie können diese durch die Gesetzgebung begleitet werden? Nicht zuletzt ergibt sich die Diskussion, ob Menschen überhaupt noch Fahrzeuge lenken sollten, falls Fahrroboter künftig sicherer unterwegs wären.

Autonomes Fahren werde nicht in einem Schritt kommen, sondern in Etappen, wie es bei vielen anderen grundlegenden technischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Veränderungen der Fall war. Ein Blick in Geschichtsbücher ist zuweilen hilfreich.

Als Open Access-Quelle steht die Veröffentlichung für jeden Interessierten unter www.springer.com/de/book/9783662458532 zur freien Verfügung.

Kernteam Villa Ladenburg
• Prof. Dr. Markus Maurer, Technische Universität Braunschweig, Institut für Regelungstechnik (Sprecher)
• Prof. Dr. Barbara Lenz, Humboldt-Universität zu Berlin und Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V., Institut für Verkehrsforschung
• Prof. Dr. Hermann Winner, Technische Universität Darmstadt, Fachgebiet Fahrzeugtechnik
• Prof. Dr. J. Christian Gerdes, Stanford University, Department of Mechanical Engineering

Text: BG
Grafik: Daimler und Benz Stiftung/Illustration Vierus & Wilfert

 


Veröffentlicht am: 15.05.2015

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