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Morgengruß von Helmut Harff: Verwirrung

Ich habe mal nachgerechnet

Die Lokführer streiken – das ist schon fast normal. Eigentlich streiken ja nur die Lokführer, die keine Beamten sind und die in der GDL – der kleineren von beiden Eisenbahner-Gewerkschaften -organisiert sind.

Ich wundere mich schon die ganze Zeit, wie es wenige Lokführer – viele können es ja in der GDL nicht sein – schaffen, die Deutsche Bahn nahezu lahm zu legen. Bisher habe ich in keiner Berichterstattung dazu auch nur ein Sterbeswörtchen gehört. Ich höre immer nur davon, dass die Konkurrenz von der EVG – der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft – deutlich größer ist und die Weselsky-Gewerkschaft um ihre Anerkennung kämpft.

Ich machte mich bei Google nun mal auf die gar nicht so schwere Suche und erfuhr Dank Wikipedia erstaunliches, wenn die Zahlen da auch nicht wirklich die aller neusten sind. Demnach hat die EVG 209.000 Mitglieder (mit rückläufiger Tendenz) und die GDL 34.000 Mitglieder. Somit ist die GDL die kleinere Gewerkschaft. Doch die vertritt nicht das gesamte Eisenbahn-Personal, sondern – wenn ich das richtig sehe – nur die Lokführer und Zugbegleiter.

Nun las ich, dass es rund 25.000 Lokführer – oder genauer Triebfahrzeugführer – gibt. Stand 2007 sollen davon 79 %(!!!) Mitglied in der GDL gewesen sein. Ich vermute, dass diese Prozentzahl nicht gesunken ist. Frage, wer vertritt nun die Mehrzahl der Lokführer?

Mir ist bei diesem Zahlenstudium auch ganz schnell klar geworden, warum die „kleine“ - das ist für mich jetzt in Anführungsstriche zu setzen – GDL es schafft, den gesamten rollenden Verkehr der Deutschen Bahn nahezu lahm zu legen. Nun verstehe ich auch die Truppe um GDL-Chef Weselsky, warum die so vehement für einen separaten Arbeitsvertrag für ihre Mitglieder streiten und letztere auch noch immer streikbereit sind. Das hat weniger mit der Streitlust von Weselsky und der wohl gefüllten Streikkasse der GDL, als mit den wahren (Macht)Verhältnissen zu tun.

Nun kam ja am heutigen Morgen die Meldung, dass sich Bahn und GDL auf eine Schlichtung geeinigt haben. Die Züge können also wieder rollen. Das freut die Wirtschaft und die Reisenden. Mit den Zahlen vor Augen frage ich mich, warum diese Lösung nicht schon früher möglich war. Weselsky, so ist klar, hat dieser Schlichtung nur zugestimmt, wenn die Bahn signalisiert hat, doch einen Tarifvertrag nur für die GDL-Mitglieder abzuschließen. Seine Drohung mit der immer noch gut gefüllten Streikkasse ist ja unmissverständlich.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück – hoffentlich nicht in einem Zug-Bistro. Die sind häufig zu. Dafür kann die GDL aber wirklich nichts – meine ich.

 

 


Veröffentlicht am: 21.05.2015

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