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440 Jahre Universität Leiden

Kunstausstellung feiert die globalisierte Welt

Das Museum De Lakenhal im niederländischen Leiden präsentiert vom 27. Juni bis zum 4. Oktober 2015 in der Meelfabriek in Leiden „Globale Imaginations“, eine internationale Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Globale Imaginations findet anlässlich des 440-jährigen Bestehens der Universität Leiden statt und wurde durch die Zusammenarbeit mit dem Museum für Völkerkunde und der Organisation „LeidenGlobale“ realisiert.

20 führende zeitgenössische Künstler aus allen Kontinenten wurden aufgefordert, bestehende Arbeiten zu zeigen oder ein neues Werk zu kreieren, in dem sie ihre persönliche Vision über die globalisierte Welt zum Ausdruck bringen. Die Ausstellung wird in der Meelfabriek in Leiden gezeigt, einem einstmals verlassenen Komplex der Industriekultur, dem nun wieder neues Leben eingehaucht werden soll.

Alte Universität, junge Kunst

Seit Jahrhunderten studieren Wissenschaftler der Universität Leiden die Welt, um sie besser zu verstehen. Dabei arbeiten sie oftmals mit Künstlern zusammen, die irdische Phänomene in Karten, botanischen Zeichnungen, Diagrammen und Symbolen darstellen. Auch die in Leiden vorhandenen Museen zeigen Antikensammlungen, Kollektionen zur Naturgeschichte, Völkerkunde, Kunst und Geschichte, die an alte, längst vergangene Zeiten erinnern. Aber diese Welt verändert sich schnell. Durch das Internet und der zunehmenden Migration verwischen die traditionellen Grenzen zwischen dem Lokalen, Nationalen und Internationalen, und es gibt wissenschaftliche Entdeckungen, die unsere Sicht auf die Welt immer wieder verändern.

Ein Besuch der Ausstellung in der Meelfabriek ist eine Reise durch die globalisierte Welt von heute. Globale Imaginations zeigt neue, zeitgenössische Weltanschauungen der Künstler aus allen Kontinenten. Diese sind in unterschiedlichen Traditionen und Kulturen verwurzelt, aber gleichzeitig Teil des „globalen Dorfes“. Die Ausstellung präsentiert eine Reihe von zeitgenössischen Weltanschauungen, und fügt sich so in die lange, weltoffene Tradition der Universitätsstadt Leiden.

Teilnehmende Künstler

Zu den ausgewählten Künstlern zählen etablierte Namen wie Simryn Gill (1959, Singapur), Mona Hatoum (1952, Libanon), Lucy Orta (1966, England) und Jorge Orta (1953, Argentinien), Tintin Wulia (1972, Indonesien) und der „Ghana Thinktank“, ein globaler Think Tank, im Jahr 2006 in Ghana von Christopher Robbins, John Ewing und Matey Odonkor gegründet. Aus den Niederlanden sind Marjolijn Dijkman (1978) und Andrea Stultiens (1974) vertreten. Mehrere Künstler schufen im Auftrag des Museums De Lakenhal ein neues Werk für Globale Imaginations inspiriert von den Leidener Museumssammlungen. Mark Dion (1961, USA) verarbeitete Objekte des Naturalis Biodiversity Centers in einem Kuriositätenkabinett. Georges Adéagbo (1942, Benin) nahm die Sammlung des Museums De Lakenhal als Ausgangspunkt für seine raumfüllenden Installation  in der Meelfabriek.

Rahmenprogramm

Global Imaginations wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet, darunter einem wissenschaftlichen Symposium, einer Schulkonferenz zum Thema „Global Citizenship“ und einem Filmprogramm in Zusammenarbeit mit dem Leiden International Film Festival. An verschiedenen Orten in der Stadt sind weitere Präsentationen zu sehen, wie etwa in der Alten Universitätsbibliothek. Die Galerie des Leiden University Medical Centers zeigt eine Satellitenausstellung, die  sich ebenfalls dem Globalisierungsthema widmet.

Die Ausstellung wurde von einem Kuratoren-Team konzipiert, bestehend aus Anke Bangma (Kuratorin für zeitgenössische Kunst des Tropenmuseums, heute Nationalmuseum der Kulturen der Welt), Meta Knol (Direktorin des Museums De Lakenhal), Nicole Recallists (Kuratorin für zeitgenössische Kunst Museum De Lakenhal), Kitty Zijlmans (Professorin für Kunstgeschichte der Universität Leiden) und der Kunsthistorikerin Manon Braat, zugleich Projektleiterin der Ausstellung.

Festjahr der Universität Leiden

Im Jahr 2015 besteht die Universität Leiden 440 Jahre. Dies wird mit einer Reihe von Aktivitäten gefeiert, darunter eine Vortragsreihe „Begegnungen zwischen Kunst und Wissenschaft“ und der renommierten internationalen „Humanity in Action“-Konferenz. Globale Imaginations ist einer der Höhepunkte der Feierlichkeiten. Weitere Informationen: lustrum.leidenuniv.nl

Die Meelfabriek

In diesem umfangreichen Komplex von Fabrikgebäuden wurde zwischen 1883 und 1988 Mehl produziert. Die Anlage ist eines der größten Zeugnisse der reichen industriellen Vergangenheit  Leidens und ist eines der wichtigsten industriellen Erbgüter der Niederlande. In diesem Jahr wurde mit der Sanierung der historischen Gebäude begonnen; der Komplex soll zu einem belebten Ort mit einem Hotel, Lofts, Restaurants, Geschäfte und Räumen für Kunst und Kultur verwandelt werden.

Globale Imaginations wurde ermöglicht durch den Mondriaan Fonds, die Stiftung Doen, den Prinz Bernhard Kulturfonds, den Kulturfonds BNG, die Stiftung Stokroos und den Kulturfonds  Leiden.

Museum De Lakenhal

Das Lakenhal Museum ist das Museum für Kunst, Kunsthandwerk und Geschichte in Leiden. Zu den Höhepunkten der Sammlung gehören Werke von alten Meistern wie Lucas van Leyden, Rembrandt und Jan Steen, aber auch von modernen Künstlern wie Theo van Doesburg, Jan Wolkers und Erwin Olaf. Museum De Lakenhal macht qualitativ hochwertige Ausstellungen auf Basis Leidener Ursprünge. Das Ausstellungshaus profiliert sich als innovatives Netzwerkmuseum und will Vergangenheit und Gegenwart auf kreative Weise miteinander verbinden.

Zu der Ausstellung ist eine Online-Publikation in Niederländisch und Englisch auf www.globalimaginations.nl erschienen.

Weitere Informationen: http://www.leiden.edu/; www.demeelfabriek.nl; www.holland.com

Bild: Simryn Gill (1959, Singapore), Paper Boats 2008
Foto: John Brash

 


Veröffentlicht am: 06.06.2015

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