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Morgengruß: Organspende

Zwei Seelen schlagen ach in meiner Brust...

Heute ist in Deutschland, wie an jedem 1. Samstag im Juni, der Tag der Organspende. Hannover ist heute der Ort, an dem Reden geschwungen werden und Bürger überzeugt werden sollen.

Beim Thema Organspende geht mir zuerst durch den Kopf, dass ich nie in die Situation kommen will, auf ein fremdes, auf ein Spederorgan warten zu müssen. Eine solche Situation stelle ich mir ähnlich vor, wie der Aufenthalt in einer Todeszelle. Man wartet täglich auf den Tod oder die Begnadigung, sprich ein Spenderorgan. Ich hoffe, dass nicht nur ich, sonder auch niemand in meinem Umfeld je in einem solchen Spannungsfeld leben muss.

Was macht man, wenn ein Angehöriger, ein guter Freund nur noch auf den Tag wartet, wo er seiner Krankheit erliegt oder eben jemand gestorben ist, dessen Organ das Überleben des Kranken sicher kann? Ich würde ziemlich ratlos dastehen.

Andererseits würde ich kaum etwas unversucht lassen, dass ich beziehungsweise der andere Kranke ein Spenderorgan bekommt. Ob ich dabei immer alle Gesetzte beachten würde? Ich weiß es ehrlicher Weise nicht. Eine solche Frage kann ich nur in der konkreten Situation beantworten.

Und ich? Was mache ich, der (noch) kein Spenderorgan braucht, der keine Säuferleber hat, ein Herz besitzt, dass relativ zuverlässig schlägt, der noch nie Probleme mit den Nieren, der Lebern oder der Bachspeicheldrüse hatte? Ich habe keinen Spenderausweis. Das ist keine Faulheit. Meine Krankenkasse würde mir den sicherlich unproblematisch zusenden. Mir geht es, wie wohl vielen Menschen: Ich habe ein verdammt ungutes Gefühl. Das liegt weniger darin begründet, dass ich den Medizienern misstraue, die meine Organe entnehmen würden. Ich glaube nicht wirklich, dass die mich bei lebendigem Leib aufschneiden.

Und doch ich sagte ja, ich weiß nicht, was in meinm Kopf vorgehen würde, bräuchte ich oder bräuchten Angehörige ein Spenderorgan. Was, wenn die Tochter, die Frau, der Vater eines Arztes ein, mein Spenderorgan benötigen? Klar, ein Arzt allein darf das nicht entscheiden. Doch ein ungutes Gefühl bleibt.

Mir wäre es lieber, wenn man mir die Entscheidung abnimmt, ob meine Organe nach meinem Ableben zu Spederorgane werden. Ich fände es gut, wenn wir alle Spender wären. Nur wer nicht spenden will, muss das erklären, bekam dann ein "Nichtspenderausweis". Dann müssten im Todesfall möglichst viele Ärzte, die mich noch nie als Patient gesehen haben, meinen unwiedrbringliches Ende bestätigen. Solche Systeme gibt es in anderen Ländern, mit der Folge, dass todkranke Patienten deutlich schneller ein Spenderorgan bekommen. Deren Überlebenschance steigen damit um ein Vielfaches.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Dann nehme ich das Rad und es geht in die Sonne. Bewegung sorgt sicherlich dafür, dass ich nicht so schnell ein Spenderorgan benötige.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Wie halten Sie es mit einem Spenderausweis?

 


Veröffentlicht am: 06.06.2015

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