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Morgengruß von Helmut Harff: Zu Befehl

Die Bundeswehr öffnet die Türen

Heute ist Tag der Bundeswehr. Na und, werden die meisten wohl denken. Mir fällt dabei wie wahrscheinlich vielen "gelernten" DDR-Bürgern der 1. März ein. Das war der Tag der NVA, der Nationalen Volksarmee der DDR.

Dieser Tag wurde im Kindergarten genau wie in der Schule zelebriert, lange vorbereitet. Man hörte oder las Geschichten über Soldaten, sah entsprechende Filme, malte Bilder von Soldaten, bastelte Panzer, schrieb Aufsätze und machte noch einigen Blödsinn mehr. Am 1. März marschierten dann alle, von 3 bis 18 Jahren, aber auch so manches sozialistische Kollektiv in die Kasernen. Da musste nicht groß aufgeräumt werden, denn die NVA war eine durch und durch preußische Armee - wenn Sie wissen, was ich meine.

Heute öffnen nun 15 (von wie vielen eigentlich) Bundeswehrstandorte ihre Tore für das Volk. Wie heißt es dazu auf bundeswehr.de: "Sage und schreibe 60 Jahre musste die Bundeswehr auf ihn warten – am 13. Juni ist es endlich so weit. Der Tag der Bundeswehr feiert seine Premiere und das gleich an 15 Standorten bundesweit". Dort ist auch gleich der Zweck erläutert: "Die Bundeswehr soll zu einem der attraktivsten Arbeitgeber in Deutschland werden – dieses Ziel verfolgt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit der Agenda „Bundeswehr in Führung – Aktiv. Attraktiv. Anders“. Moderne Arbeitszeitmodelle umsetzen, individuelle Karrierepfade verlässlich planen oder familienfreundliche Rahmenbedingungen bereithalten – all dies sind Bausteine der Attraktivitätsoffensive. Doch mindestens genauso wichtig ist die Verankerung der Bundeswehr in der Gesellschaft. Das persönliche Erleben und der unmittelbare Kontakt und Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern sollen in den Vordergrund gestellt werden. Das ist eine Absicht, die mit dem Tag der Bundeswehr verfolgt wird".

Liebe Bundeswehr, liebe Verteidigungsministerin, eines muss ich ihnen sagen: Der Tag der Bundeswehr wird nicht viel bringen. Zumindest ist das meine DDR-Erfahrung. Ja, ich fand es als kleiner Junge spannend, auf einen Panzer klettern zu dürfen, schon in ganz jungen Jahren eine Kalaschnikow - die schoss auch bei jedem Wetter und jeder Temperatur - in die Hand nehmen zu können. Die Erbsensuppe mit Bockwurst schmeckte wirklich gut. Doch auf die Idee, auch nur eine Minute länger als gefordert zur Fahne - wie das damals hieß - zu gehen kam nicht nur ich nicht.

Der Soldatenberuf ist nun mal nicht wirklich begehrt. Daran ändert weder ein Tag der Bundeswehr, noch Kindergärten auf dem Standortgelände. Auch begeisterte O-Töne von aktiven Soldaten und Soldatinnen in Radio und Fernsehen sind wenig hilfreich. Es gibt einfach viele attraktivere Arbeitgeber, viele besser bezahlte Job, solche, die wesentlich bessere Karrierechancen bieten. Als "normaler" Arbeitnehmer kann man seine eigenen Ideen umsetzen, sich aus dem Job, manchmal sogar neben dem Job selbständig machen. Man kann um sein Gehalt verhandeln, man kann in vielen Fällen auch seinen Arbeitsort selber aussuchen. In einem vernünftigen Unternehmen bekommt man auch das beste oder zumindest funktionierendes Arbeitsgerät zur Verfügung gestellt.

Von all dem ist die Bundeswehr, die ihre Leute auch nicht gerade üppig bezahlt, weit entfernt. Daran wird auch das Öffnen von 15 ausgesuchten Standorten nichts ändern. Das Bild der Bundeswehr ist schlecht - daran muss schnell und durchgreifend etwas geändert werden. Das kostet Geld, dass bedarf neuer, auch auf den ersten Blick unkonventioneller Ideen.

Ich mache mir jetzt ganz unmilitärisch mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Diesen Wunsch richte ich heute ganz besonders an die Bürger in Uniform.

 


Veröffentlicht am: 13.06.2015

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