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Morgengruß von Helmut Harff: Gebimmel

Viel Blabla und die Flüchtlinge ersaufen weiter

Gestern war wieder so ein Tag, an dem mir das Betroffenheitsgerede so richtig auf den Magen schlug. Es wurden so viele Krokodilstränen vergossen, das darin tausende von Flüchtlingen hätten ersaufen können.

Ach ja, ich meine den Weltflüchtlingstag. Der heißt seit 2001 so und wurde eigentlich als "Welttag der Migranten und Flüchtlinge" erstmals 1914 von Papst Benedikt XV. mit dem Dekret Ethnografica studia unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges ausgerufen.

Es ist eine Schande, dass wir nach dem Ersten und vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg noch immer darum kämpfen, möglichst wenige Flüchtlinge in unsere Nähe zu wissen. Auf der anderen Seite tun wir fast nichts - mir erscheint sogar gar nichts - um die Flüchtlingsströme auf dieser Welt einzudämmen.

Und dann kommen alle die Gutmenschen und Krokodilstränenvergießer daher und quatschen uns besoffen mit ihrem Betroffenheitsgerede. Wir sollen doch dieses, wir sollen doch jenes tun. Sie beklagen die Ertrunkenen im Mittelmeer und sonst wo. Sie ermahnen uns, nett zu den Flüchtlingen zu sein. Sie zeigen ihre betroffensten Gesichter. Üben die ihre Betroffenheitsfassade eigentlich vor dem Spiegel oder kann man das in der Volkshochschule lernen? Bei mir erzeugen sie alle Brechreiz.

Da ist das Kölner Erzbistum, das mit 23.000 Glockenschlägen an die gleich hohe Zahl ertrunkener Flüchtlinge im Mittelmeer erinnert. Schöne Geste. Viel schöne wäre gewesen, wenn das reiche katholische Erzbistum 23.000 Flüchtlinge aufgenommen hätte, wenn Rainer Maria Kardinal Woelki in seinen Räumlichkeiten eine Etage für die Unterbringung von Flüchtlingen geräumt hätte, wenn dies in allen Gemeinden passieren würde.

Da war unser Betroffenheits-Oberprediger Joachim Gauck. Auch er, ganz staatmännischer Bundespräsident und Pfarrer ermahnte seine Schäfchen, doch nett zu den Flüchtlingen zu sein. Und nimmt er in seine Behausung Flüchtlinge auf? Ist seine Dienstvilla zu klein dafür? Wieso räumt er nicht einige Büros in seinem Amtssitz im Berliner Schloss Bellevue. Das geht aus Sicherheitserwägungen nicht? Wenn man will geht vieles - wie gesagt, wenn man will.

Herr Gauck verwies darauf, wie toll die Deutschen im "Altreich" deutsche Flüchtlinge nach dem zweiten Weltkrieg aufgenommen haben. Wo hatte der Mann Geschichtsunterricht? Man sieht noch heute in sehr vielen Dörfern, wo und wie die Flüchtlinge untergebracht wurden. Wenn da die Standort-Kommandanten der Sowjetunion, der Amerikaner, der Engländer und Franzosen nicht mit militärischem Druck die Unterbringung der Flüchtlinge durchgesetzt hätten, wäre es denen wie Maria und Joseph einst in Bethlehem ergangen.

Gott sei Dank - das ist diesmal wörtlich zu nehmen - gab es damals nach dem zweiten Weltkrieg und gibt es heute viele (leider viel zu wenige) Menschen, die sich mit viel Engagement den Flüchtlingen annehmen. Doch auch damit lässt die Politik sie viel zu häufig allein. Krokodilstränen zu vergießen ist nun einmal einfacher, als Vorschriften so zu ändern, dass Flüchtlingen und ihren Helfern das Leben erleichtert wird.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Sonntagsfrühstück und einen schönen Sommer. Der beginnt offiziell heute.

 


Veröffentlicht am: 21.06.2015

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