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Morgengruß von Helmut Harff: Billiges Fleisch

Ich kann es nicht mehr hören

Gestern ging es im Radio wieder einmal um die bösen Verbraucher - also Sie und ich, die armen Landwirte und die noch ärmeren Viecher.

Irgendwelche gut verdienenden Gutmenschen, die ihr Abitur trotz mangelnder Mathekenntnisse machen konnten, schimpften auf uns - die Verbraucher. Wir wollen immer billigeres Fleisch und das ruiniert die Bauern. Die geben dann den Druck auf die Schwächsten in der Kette - die Tiere - weiter.

Seit Jahrzehnten höre ich, dass die Landwirte in diesem Land am Hungertuch nagen, eigentlich nahezu alle pleite sind. Wenn man sich aber auf den Bauernhöfen umsieht, so stehen dort sündhaft teure Traktoren und andere Maschinen. Die privaten Autos sehen auch nicht so aus, als wenn sie nicht mehr durch den Tüv kämen und die Häuser sehen aus wie aus dem - sorry für den Calauer - Ei gepellt.

Ich gönne jedem Landwirt, jedem Bauer, dass es ihm gut geht. Ich kann nur das Gejammere nicht mehr hören. Es scheint ja auch jeder Grundlage zu entbehren. Ja, Fleisch im Supermarkt ist billig - auf den ersten Blick. Doch wieso blickt niemand genauer hin? Weil man dann nicht mehr jammern kann, weil Gutmenschen uns medienträchtig und gut bezahlt kein schlechtes Gewissen mehr machen können.

Wir bezahlen doch viel mehr für Fleisch und andere Lebensmittel, als uns die Kassiererin an der Supermarktkasse abverlangt. Große Teile unsere Steuern gehen direkt oder über die EU an die Bauern. So ist zu lesen, dass nach Recherchen des BUND in Deutschland in den Jahren 2008 und 2009 jeweils über eine Milliarde Euro an Agrarsubventionen in die industrielle Massentierhaltung von Schweinen und Geflügel geflossen sind. Bei angenommenen 35 Millionen Steuerzahlern in diesem Land (Quelle: Zeit Online) sind das fast 29 Euro im Jahr pro Steuerzahler.

Wenn man weiter recherchiert, erfährt man, dass deutsche Bauern pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche rund 280 Euro bekommen. Für die ersten 30 Hektar erhalten alle Betriebe einen Zuschlag von 50 Euro, weitere 16 Euro für die nächsten 16 Hektar. Das sind nur einige direkte Zahlungen. Es gibt sicherlich noch einiges mehr, was wir über unsere Steuern an die Landwirte zahlen.

Wenn man sich das mal vergegenwärtigt, so sind Fleisch, Eier oder Milch gar nicht so billig. Wir zahlen nur nicht alles an der Kasse des Supermarktes, aber auch nicht an der des Hofladens, wo alles ohnehin viel teurer, manchmal unverschämt teuer ist.

Leider werden diese aus Verbrauchersicht indirekte Bezahlung von Lebensmitteln immer wieder vergessen, wenn es darum geht, uns Verbrauchern ein schlechtes Gewissen zu machen. Man könnte doch die Steuerfinanzierung der Lebensmittel einfach stoppen und die nicht benötigten Steuermilliarden in den Taschen der Steuerzahler belassen. Dann könnten wir an der Kasse mehr bezahlen, hätten weniger Bürokratie im Land, in der EU und vor allem bei den Landwirten.

Die, die am unteren Einkommensrand leben müssen, muss man dann mit höheren Renten und höheren anderen Transferleistungen dazu in die Lage versetzen, sich die dann vordergründig teueren Lebensmittel wie Fleisch, Milch und Eier leisten zu können.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Dazu gibt es ein frisches Ei vom Bauernhof.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Lassen Sie sich von der Gutmenschen-Agrarlobby kein schlechtes Gewissen machen.

 


Veröffentlicht am: 24.06.2015

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