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26.06.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Toleranz

Wo ist die geblieben

Es gibt Worte, die verschwinden einfach so. Sie haben sich überlebt, passen nicht mehr in die Zeit. Dann gibt es Worte, die werden so inflationär gebraucht, dass man sie gar nicht mehr hören möchte. Zur letzteren Kategorie gehört das Wort Toleranz.

Ich möchte, dass das Wort einfach aus der deutschen Sprache gestrichen wird. Nicht wundern, ich bin nicht betrunken. Immer wenn ich in diesem Land das Wort Toleranz höre, dann höre ich eigentlich "Toleranz für mich", "tolereriere mich". Doch wann hört man mal "Ich toleriere Dich", "Ich toleriere Deine Meinung"? Das ist schon in vielen Partnerschaften nicht immer so. Geht es um größere Gruppen, um größere Zusammenhänge, kann davon in fast allen Fällen nicht die Rede sein.

Ein Beispiel: In meinem Wochenendekommentar beschäftigte ich mich mit dem Hype um das Schwul sein, um andere Formen der Partnerschaft als die von Mann und Frau. Ich kritisierte, dass das Thema aus meiner Sicht viel zu präsent in den Medien ist, dass man den Eindruck bekommen kann, dass die Probleme der Homosexuellen zu den wichtigsten in Deutschland zählen. Was passierte? Ich wurde beschimpft, man unterstellte mir Dummheit, Unwissenheit und Intoleranz. Man forderte dagegen mehr Toleranz für diese Randgruppe. Die äußerte ich auch in mehreren Mail und Telefonaten. Doch das wurde ignoriert. Alle Kritiker meiner Einlassungen zeigten sich als absolut intolerant. Keiner wollte mit mir diskutieren. Man beschimpfte mich oder knallte mir ihre Sicht der Dinge als die absolute Wahrheit um die Ohren.

Wie ist das sonst? Nehmen wir die verschiedenen Meinungen zur Flüchtlingsproblematik. Wer sich dazu mit friedlichen und rechtsstaatlichen Mitteln kritisch, gar ablehnend äußert, wird als intolerant, als Rechter, gar als Neonazi tituliert. Alle in einen Sack und drauf mit dem verbalen Knüppel. Es wird schon die richtigen treffen. Die da meinen, das Boot sei voll, man sollte sich erst einmal um die eigenen, die deutschen Menschen kümmern, sind allerdings keinen Deut besser. Auch sie sind vor allem eins: dogmatisch und intolerant.

Toleranz in Sachen Griechenlandhilfe? Auch hier sehe ich die immer weniger. Schließlich weiß schon der Volksmund, dass beim Geld die Freundschaft aufhört. Von Toleranz aller Beteiligten gegenüber dem jeweiligen "Gegner" ist auch nicht viel zu spüren. Doch woher soll die kommen, wenn unsere Politiker zumindest in der Öffentlichkeit, sei es in den Parlamenten oder in Talkshows, immer wieder eines vermissen lassen - Toleranz.

Demokratie, ein vernünftiges, ein verständnisvolles, ein liebevolles Miteinander ist nur möglich, wenn alle eines üben - Toleranz. Doch die vermisse ich immer mehr. Dabei ist es ganz einfach: Sich selber etwas weniger wichtig nehmen, seine Ansicht nicht für eine göttliche Eingebung halten, dem anderen zuhören und sich mit der anderen Meinung, der anderen Ansicht zumindest auseinander setzten. Toleranz heißt nicht, seine eigenen Ansichten, seine eigene Meinung aufzugeben. Toleranz heißt, den anderen aber ernst zu nehmen und ihm nicht seine Meinung per se absprechen, sie von vorn herein als Unsinn abzutun. Wer will schon, dass man mit einem selbst so umgeht.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. 

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Zeigen Sie sich tolerant. Es tut nicht weh.

 


Veröffentlicht am: 01.07.2015

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