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Morgengruß von Helmut Harff: Mode-Entgleisungen

Dilettanten sind am Werk...

Es ist Modewoche in Berlin und bis auf staugeplagte Autofahrer, Leser der örtlichen Presse und Zuschauer des RBB bekommt in der Stadt davon kaum jemand etwas mit.

Um mit dem alten Bürgermeister Wovereit zu sprechen: Das ist auch gut so. Zumindest, wenn man sich so einige Entgleisungen ansieht. Dabei meine ich nicht die präsentierte Mode. Was da gefällt oder auch nicht, ist Geschmackssache. Obwohl, da müssen sich zumindest die Männer nicht viel Mühe geben, denn neue Trends sind kaum auszumachen. Stärker in den Fokus rücken für junge Träger kurze Hosen. Aber darüber äußerte ich mich ja schon gestern.

Stichwort Mühe geben: Das vermisst man bei diversen Ausstellern, genau wie bei zahlreichen Veranstaltungen, die sich an die Modewoche andocken oder auch Bestandteil der selben sind. So stößt man auf den Messen immer wieder auf Menschen an den Ständen, von denen man den Eindruck hat, dass ihr Tablet oder ihr Handy wichtiger als Kunden oder beispielsweise die Presse ist. Gern unterhält man sich auch lieber untereinander als mit möglichen Geschäftspartnern. Sie könnten am Stand auch ein Schild aufstellen „Bitte nicht stören“ oder wahlweise „Will kein Geld verdienen“. Warum geben die eigentlich so viel Geld für einen Messeauftritt aus?

Die Krönung war ein Stand, auf dem man mich nicht an die Mode ließen. Man will keine Presse, war die knappe Begründung, mit der man mich des Standes verwies. Was meinte mein Kollege: Die sollen eine ganze Halle anmieten, die schwarz streichen, das Licht ausmachen und so ihre Mode präsentieren – aber täglich immer nur einer Person.

Es ist auch erstaunlich, wie „gut“ vorbereitet viele Labels zur Messe erscheinen. Pressematerial ist sehr häufig ein Fremdwort. Solches in digitaler Form, wie man es im Zeitalter des Computers durchaus schon kennt, bekam ich nur vom Hemdenhersteller ETON. Mal sehen, wer sonst seine Zusage wahr macht und mir entsprechendes Material zumailt. Zumindest wusste man etwas mit den Worten digital und mail anzufangen. Das lässt hoffen.

Noch dilettantischer agieren zahlreiche Veranstalter und Macher von irgendwelchen Modepräsentationen. Die scheinen in vielen Fällen völlig überfordert zu sein, solche Events vernünftig auf die Beine zu stellen. Modenschauen, wo man nichts über das Label erfährt, es nicht einmal eine Visitenkarte gibt, wo Einlasskontrollen nicht funktionieren oder so praktiziert werden, als ob man zu Kanzlerin ins Schlafzimmer will, nerven ebenso, wie überforderte Moderatoren, Models, die auf ihren High Heels nicht laufen können und sogenannte oder auch Möchtegern-Promis, die lieber auf ihrem Handy rumspielen, als sich der Show zuzuwenden, machen auch  nicht wirklich Spaß. Wieso lädt man eigentlich solche unwichtigen Typen überhaupt ein? Damit ein Fotograf mehr seine Fotos über unwichtige Menschen in sozialen Netzwerken postet? Dann sollte man lieber die Fotografen bezahlen, als diese angeblichen Promis, die wahrscheinlich nicht mal alle im Saal kennen.

Ich finde, mit diesen Mode-Entgleisungen tut sich die Branche alles andere als einen Gefallen. Ist die Veranstaltung dilettantisch, so färbt das ganz sicher auch auf die präsentierte Mode ab. Die möchte ich dann weder vorstellen, noch kaufen. So viel Dilettantismus schadet aber auch Berlin – wobei den ist man ja hier gewohnt.

Ich mache mich jetzt wieder auf, doch noch die modische Entdeckung zu machen.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 09.07.2015

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