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Morgengruß von Helmut Harff: Geld

Ab 6:14 Uhr wird verdient

Sind Sie auch heute früh von einem ganz ungewöhnlichen Geräusch geweckt worden? Hat es auch in ihrem Portemonnaie geklappert? Hatten Sie schon einen Anruf von Ihrer Bank oder Ihrem Finanzberater? Haben Sie schon einen ganz traurigen Mitarbeiter Ihres Finanzamtes beim Frühstücksbrötchen holen getroffen?

 

Viermal ja und Sie können sich das alles überhaupt nicht erklären? Dann sind Sie nicht allein. Aber, seinen Sie versichert, es ist alles gar nicht schlimm – ganz im Gegenteil. Das behauptet zumindest der Bund der Steuerzahler. Der hat nämlich ausgerechnet, dass am 11. Juli um 6:14 Uhr die Zeit endet, an dem jeder von uns allein für den Staat arbeitet. Von jetzt an – erst von jetzt an – wirtschaften wir in die eigene Tasche, malochen nicht mehr für den Staat. Schöner Staat, von dem wir uns so schröpfen lassen.

 

Warum machen wir es nicht den Griechen nach und zahlen mal weniger, mal noch weniger Steuern? Sind in Hellas die Straßen und Brücken weniger marode als hier? Gehen die Kinder da nicht in die Schule? Bekommen die Rentner keine Rente (und das viel früher als wir)? Wir zahlen uns dumm und dämlich und es herrschen dennoch annähernd griechische Verhältnisse.

 

Doch was tun? Mal nachrechnen! Mich würde beispielsweise einmal angesichts der riesigen Finanzverwaltungen, der enormen Menge an Buchhaltungsbüros, an Steuerberatern interessieren, wie viel Geld von den gezahlten Steuern wirklich im Staatssäckle landet. Mich würde auch interessieren, wie hoch die steuerlichen Belastungen wirklich sind, wenn man die Kosten mit einberechnet, die allein für die Steuerberechnung anfallen? Wenn man dann noch die Kosten mit einberechnet, die man für die staatlich verordnete Kranken- und Pflegeversicherung berappen muss, dann arbeiten wir vermutlich bis Oktober nur, um gesetzlich geforderte Abgaben zu leisten. Dinge wie Kirchensteuer und ähnliches lasse ich jetzt mal außen vor.

 

Der Bund der Steuerzahler stellt nun einige Forderungen auf, die sehr schön sind, aber eine Gruppe von Steuerzahlern fast völlig vergisst – die Selbstständigen und Freiberufler. Die, wir, werden zwar gern als wirtschaftliches Rückgrat des Staates, der Gesellschaft bezeichnet. Doch geht es um Abgaben an den Staat, so muss man sagen: Die Selbstständigen und Freiberufler haben Rücken. Ginge man privat mit seinem Rücken so um, wie der Staat mit seinem selbst propagiertem Rückgrat, so würden wir alle im Rollstuhl mit versteiften Wirbeln sitzen oder nur noch vor Schmerzen wimmernd im Bett dahin vegetieren. Aber das wäre ja dann ein Grund mehr, die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung anzuheben.

 

Es wird endlich Zeit für eine dramatische und deutliche Steuerreform, für die schonungslose Offenlegung auch der Kosten, die uns das Eintreiben der Steuern kostet. Wenn Unternehmen ganze Kolonnen von Buchhaltern und Steuerberatern beschäftigen müssen, wenn die Kosten für diese Menschen einem Freiberufler mehr kosten, als er für seine Altersvorsorge aufwenden kann, dann ist längst alles aus dem viel beschworenen Ruder gelaufen. Das Steuer-Staatsschiff muss endlich wieder auf Kurs gebracht werden. Da die Politik dazu nicht in der Lage ist, müssen alle Betroffenen endlich aktiv werden.

 

Was ich meine? Vielleicht sollten die Medien so lange streiken, bis die Politik eine wirkliche Steuerreform zumindest auf den Weg gebracht hat. Nein, es soll kein Bildschirm dunkel bleiben, es sollen alle Zeitungen erscheinen, es sollen alle Onlinekanäle offen bleiben. Es sollen nur die Politiker und Parteien bestreikt werden. Die kommen auf allen Kanälen und in allen Blättern einfach nicht mehr vor. Ein Politiker, eine Partei, die keine mediale Aufmerksamkeit mehr erhält ist einfach tot, sie existieren faktisch nicht mehr. Klingt vielleicht etwas verrückt.

Viel verrückter ist allerdings, wie wir uns von der Politik um unser erarbeitetes Geld bringen lassen. Nur mal murren und in der Kneipe auf den Tresen hauen hat noch nie etwas gebracht. Handeln ist Bürgerpflicht. Fragen Sie mal ehemalige DDR-Bürger wie das geht. Man kann Diktaturen in die Knie zwingen. Warum soll das nicht auch bei einer Steuerdiktatur gelingen, die ganz subtilere Mauern errichtet hat und jeden Tag Existenzen mit einem einzigen Steuerbescheid vernichtet.

 

Ob mir jetzt noch mein Frühstücksbrötchen schmeckt? Ja, daran verdient der Staat ja nur 7 Prozent Mehrwertsteuer.

 

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 11.07.2015

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