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26.07.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Pluto

Keiner winkte

Weltraumfahrt, das war in meinen Kinder- und Jugendjahren eines der Themen, das uns faszinierte, unsere Phantasie beflügelte, uns die Nächte um die Ohren schlagen ließ. Die Reportagen von Harro Zimmer im Radio, das Piepen vom ersten Sputnik, die Weltraumhündin Laika, Juri Gagarin, der erste Mensch im All, Valentina Tereschkowa, die erste Frau im All, Neil Amstrong, der erste Mann auf dem Mond - das waren unsere Helden. Die waren mindestens so bekannt wie die Beatles oder die Stones.

Irgendwann wurde Raumfahrt mehr und mehr Routine. Nur noch Unfälle sorgten für größere Aufmerksamkeit. Es ging nicht mehr um die Faszination der Weite des Alls, sondern um Kosten und Effizienz. Heute weiß kaum noch ein "Normalbürger", wer da gerade auf der internationalen Raumstation ISS Quartier bezogen hat.

Und nun der Pluto! Viele haben gar nicht gewusst, was der Pluto genau ist. Das hat sich in diesen Tagen dramatisch geändert. Der Pluto macht Schlagzeilen. Verantwortlich dafür ist die Raumsonde New Horizons, die am Zwergplaneten in vergleichsweise lächerlichen 12.500 Kilometern vorbei geflogen ist. Niemand winkte, zumindest kann man davon ausgehen, denn so richtig liebenswert ist aus unserer menschlichen Sicht der Planet nicht gerade.

Mir wurde wieder einmal deutlich, mit welchen Dimensionen wir es allein bei unserem Sonnensystem zu tun haben. Die NASA-Sonde war bis zum Pluto fast 3.500 Tage unterwegs und legte dabei vier Milliarden Kilometer zurück. Ich bin mit der Formel "unvorstellbar" immer sehr vorsichtig, da ich mir sehr viel vorstellen kann. Doch bei vier Milliarden Kilometern ist auch meine Vorstellungskraft fast am Ende.

Allerdings bin ich von dem, was Forscher und Techniker da bisher geleistet haben, so richtig begeistert - fast so wie bei Gagarin und Armstrong. Toll, was Menschen vollbringen können. Klar kostet so etwas Geld. Die Mission soll bisher 700 Millionen US-Dollar gekostet haben. Viel Geld für so einen Ausflug, der wahrscheinlich keine Erkenntnisse liefern wird, die unser Leben verändert. Doch was sind schon 700 Millionen Euro? Die bekommen die Griechen innerhalb weniger Tage überwiesen.

Allein die Tatsache, dass es gelungen ist, eine etwa konzertflügelgroße Sonde über so eine gigantische Entfernung bis zum Pluto fliegen zu lassen, ist einfach irre. Der Pluto hat etwa ein Drittel des Volumens des Erdmondes. Man hat den Pluto nicht nur präzise angesteuert, sondern war sogar pünktlich dort. Vielleicht sollte sich die Deutsche Bahn mal mit der NASA in Verbindung setzen.

Doch Scherz beiseite. Es wird schnell die Frage aufkommen, was wir davon haben, dass wir nun wissen, dass der Pluto größer ist, als von hier gemessen. Direkt sicherlich nicht. Doch Forschung darf nicht immer nach direktem Nutzen fragen. Wir sind nun mal so, dass wir immer mehr wissen möchten. Wir begreifen dann schneller. Kein Kind weiß was heiß ist, bevor es sich nicht einmal die Fingerchen verbrannt hat. Wir wissen jetzt, dass wir bis zum Pluto und noch darüber hinaus mit einer Sonde fliegen können. Wir wissen, wie groß der Pluto ist, erfahren mehr über seine Monde. Wir wissen, dass man auf dem Pluto zum Wintersport fahren könnte und sich dort auf 3.000 Meter hohe Eisberge freuen kann - sorry - könnte.

Die Mission der Raumsonde New Horizons hat wieder einen weißen Fleck in unserer Raum-Landkarte geschlossen. Das allein ist ein riesiger Erfolg. Mal sehen, was wir als Menschheit noch daraus machen können.

Ich mache mir jetzt ein ganz irdisches Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Freuen wir uns auf weitere Fotos vom Pluto.

 


Veröffentlicht am: 16.07.2015

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