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Morgengruß von Helmut Harff: Gold soll es sein

Sportler müssen siegen

Wir sind eine Leistungsgesellschaft - Punkt! Das muss man uns immer wieder einmal sagen. Zumindest meinen das  irgendwelche Politiker. Nun war es der Sportminister Thomas de Maizière, der auch als Innenminister Verantwortung trägt.

In einem Interview mit der FAZ forderte er angesichts der vielen Millionen Euro, die in den Spitzensport fließen, mehr Medaillen. Thomas de Maizière meinte Medaillen sind die Währung (im Sport). Recht hat der Mann. Wer Steuergelder dafür bekommt, sich ganz seinem Hobby, seiner Berufung hingeben zu können, muss dafür Leistung bringen. Niemand verdient im Fußball Millionen Euro, wenn die Leistung nicht stimmt. Niemand kassiert Millionen Euro auf dem Tennis- oder Golfplatz, wenn er nicht der Beste ist. Niemand kassiert viel Geld, wenn er beim Hawaii Iron Man-Triathlon als 21., aber bester seines Landes im Ziel ankommt.

Und wie ist es in vielen Fällen beim deutschen Leistungssport? Da bejubeln die Verantwortlichen, die Sportler und leider auch die Medien schon die Tatsache, dass jemand einen Zwischenlauf bei Olympia erreicht hat. Würden die auch jubeln, wenn die Werkstatt drei statt aller vier Reifen gewechselt hätte, wenn das Brot nur zur Hälfte gebacken wäre, wenn es einen Nobelpreis für eine Fast-Entdeckung geben würde, wenn die Polizei ein Verbrechen fast verhindert hätte?

Überall zählt Leistung, das gilt für den Sport, der sich genau so nennt und wie schon gesagt viele, sehr viele Millionen Euro bekommt. Kein Kreativer, kein Modemacher, kein Maler und Bildhauer bekommt für sein Training, für seine Reisen, seine Ateliers, seine Werkstatt, seine Lehrer, seine öffentlichen Präsentationen Geld einfach so aus einem öffentlichen Topf. Sportler sind da viel besser dran. Nicht verwunderlich, wenn der Minister eine Gegenleistung fordert.

Ich höre schon die Einwände: Ja, es gibt Doping und wir lehnen das mehrheitlich ab. Ja, Leistungssport ist alles andere als gesund. Doch niemand zwingt ja jemanden, Leistungssport zu machen. Wenn man sich dafür entscheidet, entschiedet man  sich dafür, Leistung abzuliefern. Das kann die ständige Steigerung der eigenen Leistungsfähigkeit sein. Es muss - das meint sicherlich nicht nur Thomas de Maizière - das Ziel sein, der Beste zu sein. Wie sagt der Minister: "Aber wenn wir den Spitzensport fördern, dann geht es eben nicht um gehobenen Breitensport. Und Erfolg oder Misserfolg im Spitzensport misst sich an Ergebnissen".

Er spricht in dem FAZ-Interview auch davon, wie gut die Bedingungen für Spitzensportler in Deutschland sind. "... wir sind technisch erstklassig, wir können mit Werkstoffen umgehen, wir können gut messen, wir haben eine supermoderne Technik", so de Maizière. "Aber", so der Klartext redende CDU-Politiker, "wir müssten eigentlich nach der Tradition in beiden deutschen Staaten und nach unserer Wirtschaftskraft, mit der wir den Spitzensport fördern, mindestens ein Drittel mehr Medaillen bekommen, vielleicht mehr."

Höre ich da so etwas wie Sportler sind Diplomaten im Trainingsanzug heraus, wie man es einst in der DDR sah? Ist ein Medaillengewinn nicht nur ein Sieg für den oder die Sportler, sondern für die ganze Nation? Selbstverständlich ist das so. Mit dem Wunder von Bern stieg das Ansehen von Deutschland West massiv. Wenn dem nicht so wäre, warum titelt BILD dann "Wir sind Weltmeister", warum wedeln wir mit Deutschlandfähnchen? Sportler sind Diplomaten im Trainingsanzug. Sie zeugen von der Leistungsfähigkeit eines Landes und vom Leistungswillen seiner Bewohner. Die Griechen würden in Europa ganz anders angesehen, würden sie wieder Fußball-Europameister - Krise hin oder her.

Medaillen, Erfolge müssen her, da gebe ich dem Minister völlig recht. Doch wir sollten nicht nur im Spitzensport den Leistungsgedanken einfordern. Gleiches gilt für die Politik - Herr Minister.

Ganz ungefördert gehe ich jetzt eine Runde joggen - dann geht es zum Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Sonntagsfrühstück. Bleiben Sie leistungsorientiert - zumindest ab Montag wieder.

 


Veröffentlicht am: 19.07.2015

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