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Morgengruß von Helmut Harff: Die Bösen

... sind immer die anderen

Sieht man sich im Fernsehen Kabarettsendungen an - ich meine nicht die für die verblödeten Schenkelklopfer - so kann sicher sein, dass es immer um die gleichen bösen Buben geht.

Es macht sich eben immer gut, auf Politiker einzuprügeln. Hier gilt die Devise: Alle in einen Sack und drauf geprügelt. Es trifft sicher immer den richtigen. Das gilt auch für Politikerinnen. Die zählen übrigens zu den wenigen Frauen, auf die man zumindest verbal ungestraft einprügeln darf.

Ein weiterer Prügelknabe der Kabarettisten - und nicht nur der (auch der Politiker) - ist die Pharmaindustrie. Nun arbeiten dort nicht nur Engelchen und Gutmenschen. Wie im Kapitalismus nicht gerade unüblich will man auch im Pharmabereich Geld - möglichst viel Geld - verdienen. Wer das ändern will, sollte sich mit dem Gedanken eines sozialistischen Staates beschäftigen oder zumindest die Verstaatlichung der Pharmaindustrie fordern.

Was dann passieren wird, sieht man an anderen Unternehmungen, die in staatlicher Hand liegen. Man denke nur an Großprojekten wie der Flughafen BER in Berlin, die Elbphilharmonie in Hamburg oder das Bahnprojekt Stuttgart21. Das übertragen auf die so viel gescholtene - und dann verstaatlichte - Pharmaindustrie bedeutet, dass neue Grippemittel immer dann auf den Mark kämen, wenn der aktuelle Erreger sich selbst gefressen hätte und tausende gestorben wären.

Gäbe es die forschenden Pharmafirmen nicht, wäre unsere Lebenserwartung deutlich geringer, als sie nun einmal ist. Dafür geben die einschlägigen Firmen viel Geld aus und kassieren noch viel mehr. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Die Produkte der Pharmaindustrie sind zumindest gefühlt viel zu teuer. Wie gesagt, im Kapitalismus ist Geld verdienen, ist ein hoher Profit Bürgerpflicht. Die endet jedoch, wenn das Ganz unverschämt wird, wenn man von Wucher sprechen kann, wenn Menschen abgezockt werden. Die aller erste Bürgerpflicht lautet dann auch nicht Geld um jeden Preis zu verdienen, sondern: Eigentum verpflichtet.

Das vergisst man schon mal in den Führungsetagen der Pharmaindustrie. Doch sollten wir den Kampf gegen diese Auswüchse nicht irgendwelchen Kabarettisten überlassen. Wir selber sind gefragt. Klar, wer richtig krank ist, dem ist egal, wie teuer seine Medikamente sind. Der will gesund werden - koste es, was es wolle. Doch wie steht es mit all den Mitteln und Mittelchen, die wir so in der Apotheke oder der Drogerie kaufen? Fragen wir da auch nach dem Preis oder lassen wir uns gerade hier von der Werbung verführen? Überzeugt die Fernsehwerbung, die in einschlägigen Frauenmagazinen oder in der Apothekenzeitschrift, dann kaufen wir ohne wirklich nachzudenken.

Die Pharmaindustrie sagt danke und bringt ständig neue Mittelchen auf den Markt. Wir zeigen uns dankbar und kaufen, was das Zeug, was der Geldbeutel her gibt. Doch warum? Weil wir an die Wirkung all der Mittel glauben oder glauben wollen? Weil es gegen jedes Wehwehchen ein Pülverchen, eine Pille oder Tropfen gibt? Eigentlich sollten die Kabarettisten sich weniger über die böse Pharmaindustrie auslassen, als über deren Kunden. Wir sind es, die den modernen Pillendrehern das Geld in den Rachen werfen. Wir sind es, die auf unzählige Werbeversprechen reinfallen. Wir sind es, die ungesund leben und dann auf Wunder aus der Apotheke hoffen. Wer will es da der Pharmaindustrie übel nehmen, wenn sie uns schröpft wo immer wir es zulassen.

Mit meinen Frühstück - immer erst nach eine Joggingrunde oder einer auf dem Fahrrad - ärgere ich die Pharmaindustrie. Die weiß das zwar nicht, aber ich merke es - zumindest an meinem Portemonnaie.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Bleiben Sie gesund!

 


Veröffentlicht am: 28.07.2015

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