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Morgengruß von Helmut Harff: Vorräte

... anlegen scheint aus der Mode gekommen

Wenn Sie noch Weckgläser kennen oder etwas mit dem Begriff einwecken anfangen können, dann sind Sie schon etwas älter, haben Ihrer Oma gut zugehört oder sind ein Nostalgiker. Es kann auch sein, dass Sie gern wissen, was Sie so essen.

Für mich war es selbstverständlich, dass man in der Erntezeit alles mögliche  und so manchen unmögliche einweckt, einkocht oder entsaftet. Frauen definierten sich auch darüber, wie viele volle Einweckgläser in der Speisekammer stehen. Bei uns waren das im Herbst immer so um die 100 bis 150. Eingeweckt wurde alles, was der eigene Garten hergab oder im Handel gerade sehr billig angeboten wurde. Ich setzte diese Tradition fort. Es war billig, man hatte ständig etwas im Haus und war nicht auf das Handelsangebot angewiesen.

Um so besser die Regale in den Geschäften gefüllt waren, um so weniger machte ich mir die Arbeit, etwa Apfelstücke oder Apfelmus, grüne Bohnen oder Möhren einzuwecken. Es machte nicht mehr viel Sinn und teurer war es auch.

Das blieb einige Jahrzehnte so. Hier und da wanderte mal ein Beutel mit Obst oder Gemüse in das Tiefkühlfach. Doch das war und ist viel zu klein, um wirklich Vorratswirtschaft zu betreiben. Wozu auch? Im Supermarkt gibt es das ganze Jahr über alles eingefroren, in Gläsern oder frisch. Wozu die knappe Freizeit also noch in der Küche verplempern? Wobei, mit der knappen Freizeit stimmt das nicht so ganz. Als ich noch einweckte, waren die Arbeitszeiten noch länger, es gab weniger Urlaub und man benötigte viel mehr Zeit für Dinge wie einkaufen oder sauber machen.

Und heute? Ich entdecke die Vorratswirtschaft wieder für mich. Im Keller steht wieder eine Tiefkühltruhe. Die verbraucht nur noch einen Bruchteil der Energie, die das Monster vor dreißig Jahren benötigt hat. Was da hinein ganz frisch wandert, stammt aus dem eigenen Garten, direkt vom Bauern oder aus Wald und Flur. Gerade gestern sammelte ich im Wald Brombeeren. Einige Hände voll aß ich gleich, einige am Abend und den großen Rest fror ich ein. Das gleiche passierte schon mit Heidelbeeren. Die sind garantiert nicht mit Schadstoffen belastet.

Bei meinem Waldspaziergang fand ich auch erste Pilze. Während einige sofort in die Pfanne kamen, hängte ich die meisten gut geputzt zum Trocknen auf. Trocknen werde ich im Herbst auch Apfelscheiben. Die kommen einfach für einige Zeit in die Backröhre. Apfelringe sind eine hervorragende Alternative für irgendwelche fettige Chips für Abende vor dem Kamin.

Vorräte anlegen ist angesichts des Überangebotes im Handel keine Frage des Überlebens mehr. Für mich ist es Entspannung. Ich weiß aber auch genau, was bei mir im Tiefkühler oder im Glas landet. Ich kann auch verschiedene Dinge ausprobieren. So habe ich gerade einen Steintopf zum Einlegen von Gurken erstanden. Also werde ich Gurken einlegen. Damit hatte ich früher so einige Schwierigkeiten. Ich hoffe, es gelingt mir jetzt besser.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück - mit selbst gemachter Marmelade. Die stammt nicht aus meiner "Produktion". Hier hatte mein Freund und Kollege Günther die Hand im Spiel. Er versuchte sich dieses Jahr erstmals als Erdbeemarmeladenmacher. Ob das seine neue Berufung wird, weiß ich nicht. Sehr lecker ist die Marmelade auf jeden Fall geworden.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Versuchen Sie sich doch auch mal als Vorsorgeprofi. Den anfallenden Abwasch erledigt der Geschirrspüler. Die restliche Sauerei ist schnell beseitigt. Viel Spaß!

 


Veröffentlicht am: 29.07.2015

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