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Morgengruß von Helmut Harff: Rache

... und die islamische Großmut

Gestern lief auf Arte eine meiner Lieblingsopern, Mozarts Entführung aus dem Serail. Sie gilt als erste echte deutsche Oper. Kein Wunder also, dass in dem Singspiel deutsch gesungen wurde.

Eigentlich ist das Werk, dessen Text von Johann Gottlieb Stephanie verfasst wurde, ein eher leichtes Singspiel, dass viele Arien enthält. Heute würde man es als Unterhaltungsmusik bezeichnen. Es passte auch genau in die Zeit, in der mal alles exotische, vor allem alles Osmanische liebte. Ja, es gab eine Zeit, in der Osmanisches - heute würde man von Türkischem oder Islamischen reden - mochte, gar liebte.

Die osmanische Kultur stand hoch im Kurs. Andererseits fürchtete man aber ihre Brutalität, die Tatsache, dass man Menschen als Sklaven hielt und ihre Rachsucht. Was Osmanen, was Türken anrichten können, hatte man in den vielen Kriegen mit ihnen erfahren. Schließlich stand das osmanische Heer sogar vor den Toren Wiens.

Und nun Mozart und seine Entführung. Hier verzichtete der osmanische Herrscher Bassa Selim auf seine Rache. Der Librettist Johann Gottlieb Stephanie ließ fast zum Schluss sagen:

... sage deinem Vater, daß du in meiner Gewalt warst, daß ich dich
freigelassen, um ihm sagen zu können, es wäre ein weit größer Vergnügen
eine erlittene Ungerechtigkeit durch Wohltaten zu vergelten, als Laster mit
Lastern tilgen.

Worauf alle Beteiligten sich vor dem Herrscher mit den Worten verneigten:
Nie werd' ich deine Huld verkennen
Mein Dank bleibt ewig dir geweiht;
An jedem Ort, zu jeder Zeit
Werd' ich dich groß und edel nennen.

Wer so viel Huld vergessen kann,
Den seh' man mit Verachtung an.

... Nichts ist so häßlich als die Rache;
Hingegen menschlich, gütig sein,
Und ohne Eigennutz verzeihn.
Ist nur der großen Seelen Sache!
Wer dieses nicht erkennen kann,
Den seh' man mit Verachtung an.


Rache, so die Erkenntnis der Mozartoper, bringt nichts als Tod und Verderben, Verzeihen aber Vergnügen. Man bejubelt diese Passage in der Mozartoper nun schon seit 233 Jahren. Gelernt hat man jedoch nichts. Immer noch beherrscht uns unsere Rachsucht. Das gilt für uns in der sogenannten westlichen Welt wie für die islamische Welt. Wir haben bis heute den Satz " Nichts ist so häßlich als die Rache; hingegen menschlich, gütig sein, und ohne Eigennutz verzeihn." nicht verinnerlicht, wahrscheinlich nicht einmal begriffen.

Hat Mozarts Librettist Bassa Selim Worte in den Mund gelegt, die nie einem osmanischen Herrscher über die Lippen gekommen wären? Ich glaube das nicht. Ich glaube, dass es immer und an jedem Ort großherzige Menschen gibt. Leider sind sie augenscheinlich in der Minderheit. Vielleicht sind ja die Nachfahren des Bassa Selim, die heute unter uns lebenden Muslime in der Lage, in der Lage die gleiche Größe wie er zu zeigen. Dann wäre ich wirklich froh, dass der Islam zu Deutschland gehört. Wie könnten dann viel von ihm lernen.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Lassen Sie sich nicht von Rachgedanken das Leben verdunkeln.

 


Veröffentlicht am: 16.08.2015

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