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Morgengruß von Helmut Harff: Kriminell

... ist nicht gleich Kriminell

Folgt man den Stammtischen, so gehören Kinderschänder zumindest kastriert. Gleiches gilt für Vergewaltiger. Allerdings hört man hier noch immer, dass die jungen Dinger in ihren kurzen Röckchen ja auch selber schuld seien. Bei häuslicher Gewalt ist für viel Möchtegern-Hobby-Juristen auch nicht immer so eindeutig. Wer Steuern hinterzieht, dem jubelt man zumindest unter Kumpels gern zu. Das Finanzamt zu betrügen, das ist maximal ein Kavaliersdelikt.

Hier zeigt sich die Bigotterie vieler Zeitgenossen. Sie werfen völlig zu Recht dem Staat, den Ländern, Kreisen und Kommunen vor, Steuern zu verschwenden. Wenn jemand jedoch Steuern hinterzieht, dann ist das ja nicht so schlimm. Das der Steuerhinterzieher aber wie die öffentlichen Steuerverschwender verhindert, dass Kindergärten renoviert, Straßen und Brücken saniert und öffentliche Grünanlagen und Brunnen gepflegt werden können, vergisst man dabei nur zu gern.

Verfolgt man die Diskussion um Steuerhinterziehung, so sind die sogenannten Steueroasen und die an den Transaktionen beteiligten Banken die Bösen. Für die Hinterzieher zeigt man - wie schon gesagt - deutlich mehr Verständnis. Das ist nicht nur an den Stammtischen so, sondern sogar in den Medien. Ich hörte gerade in den Nachrichten von Deutschlandradio Kultur den Satz: ... Geld vor dem Finanzamt in Sicherheit bringen.". In Sicherheit bringen? Ich bringe mein Geld vor Räubern, vor Plündern, vor Erbschleichern, vielleicht vor dem Ex-Partner und seinen Unterhaltsforderungen in Sicherheit. Aber vor dem Finanzamt?

Sind die im Finanzamt, ist das Finanzministerium und ist der Finanzminister mit Räubern, mit Plündern, mit Erbschleichern und geldgierigen Ex-Partnern in einen Sack zu stecken? Ich irre mich sicherlich nicht, wenn ich jetzt überall nickende Köpfe sehe. Nein, das Finanzamt ist kein Räuber, kein Plünderer und Erbschleicher. Vor denen kann ich mich schützen, kann mich wehren, mein Geld sicher verwahren, die Polizei rufen oder das Geld per Testament nur denen zukommen lassen, die es aus meiner Sicht verdienen. Vor dem Finanzamt kann man sein Geld nicht in Sicherheit bringen - zumindest nicht legal.

Nun ist es ja nicht so, dass man als Bürger nicht versteht, dass der Staat für seine Aufgaben Geld benötig. Er sammelt die in Form von unzähligen Steuern ein. Dafür zuständig ist das Finanzamt. Das ist aber einen wirklich einmalige Einrichtung in diesem Land. Für mich ist das Finanzamt ein Staat im Staate. Klar, kann man gegen Entscheidungen des Amtes klagen. Manchmal bekommt man auch Recht. Selbst wenn dem so ist, kommt so ein Urteil häufig viel zu spät, denn das Finanzamt sitzt immer am längeren Hebel. Wer je anderes erlebt hat, möge sich gern melden.

Das Finanzamt kann ganz nach Gutdünken Konten sperren, Firmen kaputt machen, Existenzen vernichten. Es treibt Menschen in die Arbeitslosigkeit, in die Armut und im schlimmsten Fall in den Selbstmord. Da ist es kein Wunder, wenn in Nachrichtensendungen davon die Rede ist, dass Steuerhinterzieher ihr Geld vor dem Finanzamt in Sicherheit bringen wollen.

Noch einmal: Steuern müssen sein. Wir müssen Steuern zahlen. Steuern hinterzeihen ist kriminell. Es stimmt aber auch, dass das Finanzamt in seiner derzeitigen Form nicht tragbar ist. Die Art und Weise, wie man dort mit Steuerzahlern umgeht, muss umgehend geändert werden. Es darf aber auch nicht mehr passieren, dass man Steuerhinterzieher auf einen Sockel hebt, sie bejubelt und nur bedauert, dass man selber nichts zum Hinterzeihen hat.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und keinen Ärger mit dem Finanzamt.

 


Veröffentlicht am: 19.08.2015

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