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Morgengruß von Helmut Harff: Global reisen

... lokal genießen

Wir Deutsche sind Rieseweltmeister. Uns trifft man an jeder Ecke der Erde (ich weiß, sie ist rund). In Deutschland gibt es unendlich viele Restaurants, die mit ihrer fremdländischen Küche werben und selbst in Supermärkten bekommt man Lebensmittel, mit denen man fremdartige Gerichte zaubern kann.

Und doch, wenn man im Ausland ist, und damit meine ich nicht nur Ziele wie Mallorca, dann maulen sehr viele Landsleute beim Blick auf die Speisekarte, wenn es keine typisch deutschen Gerichte oder solche, die man dafür hält, gibt. Pommes rot-weiß, Schnitzel und Eisbein muss es sein. Nationale Köstlichkeiten werden noch immer mit einem leichten Ekel im Gesicht und einiger Empörung gemieden. Was der Bauer nicht kennt, frist er eben nicht.

Gott sei Dank sind nicht alle Zeitgenossen so. Immer mehr begeben sich auf kulinarische Entdeckungsreise. Das gilt für den Bayern an der Nordsee ebenso wie für den Berliner in Schwaben. Wer nach Griechenland, nach Indien, nach China, in die USA oder auf die Karibischen Inseln reist, will kein deutsches Kantinenessen, sondern einheimische Kost. Man will wissen, was da auf den Teller kommt, wie das zubereitet wird.

Das machen sich viele Reiseveranstalter zunutze und bieten kulinarische Entdeckungsreisen, Kochkurse in Hongkong oder in der Mongolei an. Solche Angebote können gar nicht teuer genug sein, manchmal muss der kulinarische Entdeckungsreisende mehr als 10.000 Euro dafür auf den Tisch legen - und tut es. Dafür gehen dann die Küchentüren in weltweit bekannten Gourmettempel auf. Ein deutscher Sternekoch ist häufig mit von der Partie.

Doch es geht auch billiger. Man sucht sich an seinem Urlaubsdomizil einheimische Restaurants, in denen einem es so richtig gut schmeckt. Dann fragt man nach dem Koch. Der versteckt sich in der Regel nicht in seiner Küche und ist spätestens nach einem Lob für seine Kochkünste bereit, zumindest einiges zu verraten. Wann immer ich das getan habe, haben sich sehr schnell die Küchentüren geöffnet nund nicht selten habe ich auch an den Herd gedurft. Sollte es Sprachschwierigkeiten geben, so ist ein Dolmetscher möglicherweise gerade in der Nähe oder für wenig Geld zu buchen.

Wer sich auf so eine kulinarische Entdeckungsreise in unsere Nachbarländer begibt, umgeht dabei häufig Sprachbarrieren. Deutsch und englisch reichen in sehr vielen Fällen aus, denn Köche sind sehr reiselustig, kochen mal hier mal da. Sie sind eben, genau wie die zunehmende Zahl der Hobbyköche, neugierig, wollen immer dazulernen, sich vervollkommnen.

Wer sich in der Nähe umblickt, hat auch den Vorteil, dass er (fast) alle Zutaten für einen Urlaubs-Erninnerungsschmauß mitbringen kann. Was erlaubt ist und was nicht, ist leicht im Internet zu recherchieren.

Ich habe schon probiert, die erhaltenen Rezepte mit hiesigen Zutaten nachzukochen. Der Erfolg war zumeist mehr als zweifelhaft. Schinken aus dem Wallis schmeckt eben anders als solcher aus dem Schwarzwald. Bergkäse aus den französischen Alpen ist eben anders im Geschmack, als solcher aus dem Allgäu. Ich habe auch den Eindruck, dass Paprika-Gewürz direkt in Ungarn gekauft anders schmeckt, als wenn ich den hier erstehe.

Doch selbst wenn ich alle Zutaten mitgebracht habe, schmecken die nachgekochten Gerichte anders, als vor Ort. Klar, das kann an meinen Kochkünsten liegen - wird es auch zum Teil. Doch ich glaube, es liegt vor allem daran, dass die Umgebung, die Gerüche, das Licht, die Menschen, das Brot, das Ambiente einfach anders ist, als am Urlaubsort. Das kann man einfach nicht importieren. Deshalb genieße ich wann immer es irgend geht auf Reisen die regionale Küche.

Ich mache mir jetzt mein ganz regionales Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Bleiben Sie kulinarisch neugierig.

 


Veröffentlicht am: 20.08.2015

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