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25.03.2017

 

 

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Aufgespießt: Mitbringsel

... fristen zumeist ein trostlosen Dasein

(Helmut Harff / Chefredakteur) Sie gehören irgendwie zu jedem Urlaub - die Mitbringsel. Ich glaube, es gibt kaum jemand, der nicht irgend eine Erinnerung im Gepäck har. Damit meine ich nicht die Fotos auf dem Kamerachip oder die Sehnsucht nach dem Urlaubsflirt. Ich meine wirkliche Mitbringsel.

Es gibt wahrscheinlich keinen Urlaubsort der Welt - vielleicht mit Ausnahme abgelegener Bauernhöfe - wo keine Mitbringsel angeboten werden. Das war schon in meiner weit zurück liegenden Jugend so. Schon mit sieben oder acht brachte ich voller Stolz aus dem Ferienlager einen Aschenbecher und eine kleine Vase mit. Die waren selbstverständlich mit einem Bild und den Ortsnamen geschmückt. Teuer können die nicht gewesen sein, denn ich hatte damals nur fünf oder zehn Mark Taschengeld dabei. Mehr war nicht erlaubt.

Damals kamen die Dinge noch aus heimischer Produktion, das Angebot war überschaubar und auch für Kinder erschwinglich. Heute sieht das vielfach ganz anders aus. Sieht man sich das Souvenirangebot in touristischen Destinationen an, so ist es einfach schier unüberschaubar. Die Preise reichen von wenigen Euro bis zu drei- und vierstelligen Summen. Betrachtet man die Fülle, so kommt man zu dem Schluss, dass Millionen Asiaten mit unseren Mitbringseln ihren zumeist kargen Lohn verdienen. Ich befürchte, dass mehr Menschen in China und sonst wo in Asien mit der Produktion der Souvenirs beschäftigt sind, als mit in der Bekleidungsproduktion. Wie mögen da die Arbeitsbedingungen sein? Recherchiert hat das meines Wissens nach noch niemand.

Doch wer kauft eigentlich diese mehr oder weniger sinnlosen Scheußlichkeiten und Geschmacksverirrungen? Wahrscheinlich kann jetzt fast jeder mit dem Finger auf sich deuten. Ich habe immer Kaffeebecher gekauft, denn mein Vater hat die gesammelt. Irgendwann landeten die bei Ebay und fanden einen neuen Liebhaber.

Doch nicht nur die klassischen Souvenirs sind beliebte Mitbringsel. Ich habe mir meinen ersten Hut auf einem kleinen Weihnachtsmarkt in Österreich gekauft. Aus Salzburg stammt einer meiner Lieblingsschals und meine Osterdeko. Ich habe aber auch schon Dinge gekauft, die mir vor Ort sehr gut gefallen haben und die ich zuhause nicht mehr angesehen habe. Das waren Wollsocken, ein Trachtenhut und ein mir heute sehr merkwürdig erscheinendes Hemd aus dem Senegal (Made in China). Na, dass Hemd trage ich noch nächtens.

Meine liebsten Mitbringsel lassen sich aber essen oder trinken. So die Zollvorschriften es zulassen, kaufe ich im Ausland gerne Weine oder Brände aus der Region. In den Koffer wandern auch Schinken, Würste, Käse und andere Leckereien. Mal ist es ein Weißwein aus dem Bordeaux, ein Kräuterbrand aus Kärnten, Kürbiskernöl aus der Steiermark, Bergkäse aus dem Wallis, Fisch aus Dänemark oder Gänseleberpastete aus Frankreich.

Manchmal sind es auch künstlerische Arbeiten, die mir ins Auge fallen. Belasten sie mein Reisebudget nicht über Gebühr, so schlage ich da auch schon mal zu. Mit der Zeit habe ich gelernt, vor allem daran zu denken, ob das Bild in meine Wohnung passt, ob ich dafür überhaupt noch Platz habe. Damit hat sich die Zahl der Fehlkäufe drastisch reduziert.

Ein no go sind für mich alle Mitbringsel, von denen ich befürchte, dass ich an der Grenze deshalb Ärger bekommen könnte. Im Zweifelsfall erkundige ich mich, beispielsweise auf dem Internetportal vom Zoll, ob die Einfuhr gestattet ist. Sammelt man beispielsweise Muscheln, Steine oder irgendwelche alten Scherben, die auf einer Liste geschützter Dinge stehen, so kann das bei einer Zollkontrolle ein teuerer Spaß werden. Kontrolliert wurde ich allerdings bisher nur auf Flughäfen und bei der Einreise in die EU. Im Zug ist mir noch nie ein Zollbeamter begegnet.

 


Veröffentlicht am: 24.08.2015

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