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26.03.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Nackte Tatsachen

Eine Rückblende

Ich habe heute eine Meldung zu einem Thema veröffentlicht, von dem ich dachte, dass es gar nicht mehr gibt: Nacktwandern. Das erinnerte mich an zahlreiche Erlebnisse im Ausland und vor Jahrzehnten.

Ich bin seit früher Jugend an den FKK-Strand gegangen. Damals lagen die noch weit außerhalb von Ortschaften, beispielsweise im Ostsee-Urlaubsort Lubmin. Wer in Berlin noch Anfang der 70er Jahre nackt badete, musste mit sogenannten Ordnungsmaßnahmen der Volkspolizei rechnen. Die hatten es allerdings schwer. Da standen zahlreiche Nackedeis zwei Uniformierten gegenüber, die sich logischerweise nicht ausweisen konnten (die Nackten). Strafgebühren konnten auch nicht eingetrieben werden. Einem nackten Mann - na Sie wissen schon.

Es dauerte nur kurze Zeit und die DDR-Oberen erkannten, dass Nacktbader nicht die Diktatur der Arbeiterklasse gefährden. Nackte Leute sind ungefährlich und steigern im besten Fall die Geburtenrate. Das sah man übriges schon im Dritten Reich so. Nackt sein hat also nicht viel mit einem Ausdruck von Freiheit zu tun, zumindest, wenn man es politisch sieht.

Viele Menschen, die mit Fingern auf die Nackt-Freaks zeigen, meinen, da regiert die Unmoral. Ich sehe das anders. Wenn alle nackt sind, wird das sehr schnell uninteressant. Umgekehrt ist das ganz anders. Das fiel mir bei meinem Ungarn-Tripp auf. Die jungen Ungarinnen würden wohl nie nackt baden gehen. Stoff muss sein. Doch für ihre Bikinis verwenden Sie so wenig davon, dass (fast) alle Männerblicke ihnen folgen. Die Männer ziehen die Frauen mit Blicken förmlich aus. Ist das moralischer?

Hier möchte ich nicht als Richter auftreten. Allerdings möchte ich darauf verweisen, dass man in Ländern, in denen es gesellschaftliche Realität ist, dass man sich in der Öffentlichkeit nicht nackt präsentiert, genau dies auch nicht tun soll. Als Tourist gehört es sich - ob offiziell verboten oder nicht - einfach nicht, sich über solche Konventionen hinwegzusetzen.

Hierzulande erntet man wenn überhaupt böse Blicke und es kann schon passieren, dass sich jemand über den Schweinekram lautstark aufregt. Doch im Ausland, vor allem in katholischen Ländern, aber auch in der calvinistischen Schweiz macht man sich als Nackter am Strand oder auf Bergpfaden kaum Freunde, dafür droht mancherorts sogar eine Gefängnisstrafe. Von islamisch geprägten Ländern gar nicht zu reden. Ausnahmen sind immer private Strände oder extra als FKK-Bereich ausgewiesene Areale.

Übrigens gilt das nicht nur für Nacktsein unter freiem Himmel. Im Gegensatz zu unseren Gepflogenheiten geht man in vielen anderen Ländern auch nur bekleidet in die Sauna. Das sogar, wenn der Saunabesuch nach Geschlechtern getrennt erfolgt.

Wer unbedingt nackt baden oder gar nackt wandern will, kann und soll das da tun, wo es zumindest toleriert oder wo es sogar ausdrücklich erlaubt ist. Ansonsten sollte man darauf verzichten. Es gilt für alle Nudisten: Augen auf bei der Wahl des Urlaubsortes.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück - ob angezogen oder nicht.

 


Veröffentlicht am: 26.08.2015

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