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26.03.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: 25 Jahre

Silberhochzeit – ein Auslaufmodell?

Letztens beklagte jemand in einem Radiointerview, dass die Menschen heute viel zu schnell auseinander laufen und meinte damit, dass Beziehungen nur noch auf Zeit angelegt sind – auch wenn man gern anderes behauptet. Schauspieler Christian Ulmen bedauert im Playboy-Interview, dass seine erste Ehe gescheitert ist und sein Kind in einer Patchworkfamilie aufwächst.

 

Ehen, die 25 Jahre halten, sind schon lange nicht mehr die Regel. Laut dem Statistische Bundesamt hat sich die Zahl der Scheidungen nach der Silberhochzeit (26 und mehr Jahre) in den vergangenen 20 Jahren von 14.300 auf 24.300 nahezu verdoppelt. Was mag die Ursache dafür sein, dass man nach 25 und mehr gemeinsamen Ehejahren nicht mehr miteinander leben will? Bemüht man noch einmal die Statistik, so sind Silberhochzeiter im Schnitt heute 55 Jahre alt.

 

Warum läuft man nach so langer Zeit auseinander? Wieso sind es mehrheitlich die Frauen, die die Scheidung einreichen? Ich kann nur mutmaßen. Ist es wie bei alten Menschen, die unbedingt noch die Geburt des Enkelkindes erleben oder noch einmal Weihnachten erleben wollen, bevor sie sterben? Man will also noch die Silberhochzeit und dann die Scheidung? Irgendwie macht das keinen Sinn. Ist die Luft aus der Beziehung nach 25, 26 oder 27 Jahren endgültig raus? Hat man Angst davor, doch etwas versäumt zu haben? Fühlt man sich noch zu jung für ein gemeinsames Alter? Hat man Angst davor, vor allem nur noch Pflegepersonal für den anderen zu sein?

 

Wie gesagt, ich weiß es nicht. Meine Ehe hielt nicht einmal so lange. Die gemeinsame Schnittmenge von Lebensauffassungen und Interessen war so gering geworden, dass uns nichts mehr verband. Ich weiß eigentlich bis heute nicht, wann dieser Prozess eingesetzt hat. Ich habe es erst gemerkt, als es schon zu spät war, als nichts mehr als Routine die Beziehung – die keine mehr war – zusammen hielt.

 

Klar ändern sich Lebenseinstellungen, Auffassungen und die Erwartungen ans Leben. Der eine macht die, der andere jene berufliche Erfahrung. Man entwickelt neue Interessen, neue Hobbys. Neue Menschen treten ins Leben des Paares. Wenn dann beide nicht darauf achten, den anderen in sein Leben einzubeziehen und am Leben des anderen teilhaben zu lassen, dann kommt irgendwann fast zwangsläufig die Trennung. Ich halte nichts von dem Begriff an einer Ehe, einer Beziehung arbeiten zu müssen. Das klingt wie Auto waschen und Holz hacken. Ich glaube vielmehr, dass es die Aufmerksamkeit für den anderen ist, die Neugier auf den anderen, die Freude daran, Dinge gemeinsam zu machen, die eine Ehe am Leben erhält. Doch diese Erkenntnis habe ich jetzt. Lieber jetzt als nie.

 

Allerdings gibt es, glaubt man der Statistik, einen Lichtblick: Heute halten Ehen im Schnitt 15 Jahre, vor 20 Jahren waren es nur etwas weniger als 12 Jahre. Wie die Wiesbadener Behörde weiter ausgerechnet hat, entschließen sich die Menschen in diesem Land immer später dafür, sich das Ja-Wort zu geben. Männer sind im Schnitt knapp 38 und die Frauen fast 35 Jahre alt. Vor den schon erwähnten 20 Jahren waren beide rund sechs Jahre jünger.

Vielleicht gilt ja doch der Spruch aus Friedrich Schillers Gedicht "Lied von der Glocke":

Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich das Herz zum Herzen findet!
Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.

 

Wilhelm Busch machte daraus übrigens:

Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich nicht was Bess'res findet.

 

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Nachher fahre ich zur Silberhochzeit.


Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und eine tolle Beziehung.

 


Veröffentlicht am: 30.08.2015

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