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Morgengruß von Helmut Harff: Familie

Nicht immer herrscht da heile Welt...

Die Europäische Gemeinschaft erinnert mich an eine Familie. Familie, das ist etwas heiliges. Familie hält zusammen, was immer auch passiert. Soweit die schöne Theorie. Wir alle wissen, dass das in viel zu vielen Fällen nicht stimmt - auch bei der EU nicht.

Man mag Europa, man mag die EU-Familie, wenn es darum geht, Gelder abzurufen, sich helfen zu lassen. Dann wird lautstark Solidarität eingefordert. Doch wenn andere der Familie oder gar Fremde Solidarität einfordern, ist Solidarität ein Fremdwort. Doch wer nur aus Eigennutz Solidarität, Hilfe einfordert, die aber ansonsten verweigert, hat die nicht verdient. Ich will sagen, wer uns, wer Österreich, Schweden, Italien, Griechenland, Malta und Ungarn mit den Flüchtlingen allein lässt, den muss man auch allein lassen, ihm den Geldhahn zudrehen.

Das würde, so das häufig zu hörende Argument, das Ende der EU sein. Ich halte das für ein falsches Argument. Wenn es schwarze Schafe in einer Familie gibt, die immer nur nehmen wollen, die immer Hilfe einfordern, sich aber ansonsten drücken wo es nur geht, so ist mit deren Ausschluss aus dem Familienverband die noch lange nicht am Ende - ganz im Gegenteil.

Wir, Deutschland, die genannten Staaten müssen jetzt einfordern, was die EU ausmachen soll, eine solidarische Gemeinschaft in der auch Werte wie Menschlichkeit gelebt werden. Die baltischen Staaten fordern vehement unsere Unterstützung gegenüber dem Russland Putins ein - und bekommen sie. Fährt man durch die anderen osteuropäischen EU-Staaten, so sieht man gefühlt an jeder Straßenecke Schilder, die erläutern, dass hier EU-Mittel verbaut werden. Um nicht falsch verstanden zu werden, das ist auch gut so. Das ist auch gut so für uns, für unsere Wirtschaft. Die  da bauen, sind nicht selten deutsche Unternehmen.

Geht es um die Wirtschaft, so funktioniert - gerade für Deutschland - die EU hervorragend. Doch die EU ist keine reiche Patentante, die von allen nur deshalb besucht wird, um nicht aus deren Testament gestrichen zu werden. Wenn dem so wäre, dann hätte man die Urzelle der Europäischen Union, die Montanunion bestehen lassen können. Das alte Familienunternehmen Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl bestand zu ihrer Gründung aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden. Ein überschaubare Zahl von Familienmitgliedern, die im Bereich der Montanindustrie, also der Kohle- und Stahlproduktion, gemeinsame Regelungen trafen.

Doch die heutige Familie ist viel größer und darin liegt auch ihr Problem. So viele Familienmitglieder unter einen Hut zu bringen scheint schwierig. Nicht nur in der großen Politik. Man gehe nur einmal über einen Friedhof eines kleinen Ortes. Da liegen in der einen Ecke Menschen mit dem gleichen Familiennamen begraben, wie mehrerer Reihen entfernt. Hier hat es sicherlich einen tiefen Riss in einer Familie gegeben. Wenn Europa nicht will, dass es auf dem Friedhof der Geschichte der EU genauso aussieht, müssen jetzt viele über ihren eigenen Schatten springen, ihre eigene politische Karriere einmal hinten anstellen und mit ihren Bürgern Klartext reden.

Machen das die einzelnen Familienmitglieder nicht, so muss die reiche Patentante sich endlich mal aus ihrem Sessel bequemen und mit Änderung des Testaments, mit Abdrehen des Geldhahns nicht nur drohen.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück und warte auf ein Machtwort von Tante Angela.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 15.09.2015

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