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Morgengruß von Helmut Harff: Déjà-vu

Wie sich die Bilder gleichen

Geschichte wiederholt sich nicht. Diesen Satz haben Sie sicherlich schon häufig gehört. Ehrlich, ich glaube das nicht, denn ich habe in den vergangenen Tagen ein  Déjà-vu. Wie bei Wikipedia nachzulesen ist, bezeichnet man ein psychologisches Phänomen, das sich in dem Gefühl äußert, eine neue Situation schon einmal erlebt, gesehen, aber nicht geträumt zu haben, als Déjà-vu.

Ich bin also gestört. Wenn, dann sind zwei Ossis daran schuld. Der eine, Günther Schabowski, öffnete die Grenzen der DDR und läutete damit deren Ende ein. Die andere ist Frau Dr. Angela Merkel. Sie öffnete die deutschen Grenzen für Flüchtlinge. Nun will ich nicht behaupten, dass die Kanzlerin damit das Ende der Bundesrepublik Deutschland eingeläutet hat. Wissen werden wir das allerdings erst in Zukunft.

Was der SED-Mann und die CDU-Frau für alle Zeiten gemeinsam haben werden, ist die Tatsache, dass sie mit ihrem spontanen und wenig kontrollierten Handlungen das Land und Europa verändert haben. Menschen mit DDR-Hintergrund scheinen sehr spontan zu sein. Allerdings denken sie wohl über ihr Tun vorher nur sehr wenig nach. Vielleicht liegt das daran, dass man in der DDR beispielsweise schnell seine Arbeit verlassen musste, wenn es im Konsum irgend einen begehrten Artikel gab. Ich kann mich auf jeden Fall an viele solcher Situationen erinnern.

Doch zurück zu meinem Déjà-vu: Als Schabowski vor 26 Jahren die Öffnung der DDR-Grenze gen Westen per sofort ankündigte, waren alle überfordert. Niemand hatte zuvor etwas gesagt, es gab keine Anweisungen, keine Befehle, keine Pläne. Man überließ den ganzen Schlamassel dem einfachen Bürger, den Busfahrern, den Mitarbeitern der Banken, die Begrüßungsgeld auszahlten. In der DDR konnte niemand in irgend ein Dokument einen Stempel machen. Man wusste weder welchen Stempel, noch gab es genug. Nun gut, dass es etwas nicht gab, war man im Merkels Heimat ja gewöhnt.

Und jetzt: Mutter Merkel wollte wie ihr Ziehvater Helmut Kohl (blühende Landschaften) auch einen Spruch für die Ewigkeit prägen und meinte „Wir schaffen das“. Schön, doch ich habe die Erfahrung gemacht, dass der, der wir sagt, immer die anderen meint. Da scheint die Kanzlerin keine Ausnahme zu sein.

Wie vor 26 Jahren lässt man auch heute die Menschen vor Ort, die Polizei, die Verwaltung – beide wurden zuvor drastisch reduziert – sowie die Verkehrsunternehmen mit dem Menschenstrom allein. Die Zivilgesellschaft – gab es diesen Begriff vor 26 Jahren schon – ist gefragt. Man setzt auf die Hilfsbereitschaft der zuvor gar nicht so schweigsamen Mehrheit. Wenn Millionen Deutsche ihre spendenfreudige Seite zum Klingen bringen, wenn sie tatkräftig helfen, dann schaffen wir das mit den Flüchtlingen – zumindest für die ersten Tage, vielleicht für die ersten Wochen. Und dann?

Dann kommt, was eigentlich zuvor hätte passieren müssen – man macht sich Gedanken, wie es weiter gehen soll, wie man das alles in geregelte Bahnen überführt. Es wird einige Gewinner der Entwicklung geben und viele, die auf der Strecke bleiben. Andere werden nach wie vor mehr von der Flüchtlingswelle aus den Medien, als aus eigenem Erleben erfahren. Es wird neue Gesetze, sicherlich neue Steuern geben. Es werden sicherlich neue Behörden aus dem Boden gestampft, vielleicht ein Flüchtlingsministerium geschaffen. Vielleicht hat Frau Merkel sogar irgendwie recht und wir schaffen es. In einigen Teilen der Ex-DDR gibt es ja auch blühende Landschaften.

Eines ist aber auch klar, die Öffnung der DDR-Grenze Richtung Westen hat dieses Land, hat uns, hat Europa verändert. Ich muss nicht über prophetische Gaben verfügen um vorauszusagen, dass eine Millionen oder mehr Flüchtlinge dieses Land, uns und Europa verändern werden. Das kann man als Chance sehen, sorgt aber auch zumindest für ein ungutes Bauchgefühl.

Aprops Bauchgefühl: Ich mache mir jetzt mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 18.09.2015

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