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Morgengruß von Helmut Harff: Laufen

... und das stundenlang

Wenn Sie meinen Morgengruß schon am Morgen lesen, dann weiß ich zumindest, dass Sie nicht zu den über 40.000 Menschen gehören, die heute mal so durch Berlin latschen. Na, latschen ist vielleicht das falsche Wort, denn sie laufen 42,195 Kilometer. Der Berlin-Marathon sorgt für viel Bewegung in der Hauptstadt.

Für die meisten sind es irgendwie ziemlich abgefahrene, andere sagen auch bekloppte Typen, die sich da auf die Marathonstrecke machen. So ganz falsch ist die Einschätzung auch nicht. Ich selber halte die rund eine Millionen Menschen, die überall an der Strecke die Läufer und Läuferinnen anfeuern, die Musik machen, die Mut machen und die Krach machen, für die verrückteren. Schließlich dauert es eine Weile, bis alle Läufer beispielsweise den Halbmarathon-Punkt erreicht haben.

Bei meinem ersten Berlin-Marathon passierte ich die 21-Kilometermarke, als der Gewinner bereits das Ziel in Weltrekordzeit erreicht hatte. Frust kam nicht auf, denn ich lag noch voll in meinem persönlichen Zeitplan. Den haben so ziemlich alle Läufer. Sie haben auch eine Zeit im Kopf, mit der sie das Ziel hinter dem Brandenburger Tor erreichen wollen. Meine nur einmal unterbotene Wunschzeit lag bei unter 4 Stunden. Konkret waren es 3 Stunden und 55 Minuten.

Ich war damals - immerhin schon deutlich über 50 - stolz wie Bolle auf mich. Klar war ich stolz auf meine Zeit, schließlich hatte ich meine Zielzeit unterboten. Ich war aber vor allem Stolz darüber, das Ziel überhaupt erreicht zu haben. Ich war stolz darauf, dass ich meinen Körper davon überzeugen konnte, diese Leistung abzurufen. Marathon ist, davon bis ich überzeugt, vor allem eine Leistung des Kopfes. Klar, laufen müssen die Beine, doch die Befehle kommen von ganz oben.

Das gilt nicht nur für die Marathondistanz, sondern auch für kürzere Läufe über 10, 21 oder 33 Kilometer. Jedes Mal musste ich mir sagen, du läufst jetzt so und so lange. Das klappte immer gut. Allerdings war ich nie in der Lage, auch nur einen Kilometer mehr zu laufen. Auf mehr hatte ich mein Gehirn nicht eingestellt.

Stolz war ich nach dem Marathonlauf nicht nur auf meine Finisher-Medaille, sonder darauf, dass ich es überhaupt bis an den Start geschafft habe. Gut anderthalb Jahre intensives Training lagen hinter mir. Ich bin über 1.000 Kilometer im Training gelaufen, war mehrfach die Woche im Fitnessstudio und fuhr unzählige Kilometer auf dem Rad. Als ich mit dem Training begann, konnte ich nicht einmal eine Treppe am S-Bahnhof hoch laufen ohne nach Luft zu schnappen wie ein Fisch auf dem Trockenen. 18 Monate später stand ich mit mehr als 40.000 Menschen am Start zu meinem ersten Marathonlauf.

Mir zeigte das, dass ich viel mehr kann, als ich mir zuvor je zugetraut hatte. Wenn ich will, kann ich fast alles. Ich glaube, nein, ich bin mir sicher, dass es genussmaenner.de gar nicht mehr geben würde, wäre ich nicht auf die Idee gekommen, mich auf die Marathon-Distanz zu wagen, dafür zu trainieren. Das ist etwas, was mir niemand mehr nehmen kann.

Ganz sicher ist das zumindest eine Motivation, warum so viele Menschen heute beim Berlin-Marathon starten.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Viel Spaß beim Laufen.

 


Veröffentlicht am: 27.09.2015

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