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Morgengruß von Helmut Harff: Feiertag?

Froh bin ich nicht

(Helmut Harff/Chefredakteur) Um  es gleich ein für alle mal klar zustellen:  Ich bin froh, dass am 9. November 1989 die Mauer fiel. Ich bin auch glücklich darüber, dass es zur Wiedervereinigung kam. Ich gehöre zwar sicherlich nicht zu den Wendegewinnern, wenn man es aus rein monetärer Sicht sieht. Und doch bin ich froh darüber, wie es sich in den letzten 25 Jahren für mich entwickelt hat.

Dennoch, dieser 3. Oktober ist für mich kein Feiertag. Es ist der Tag, an dem die DDR offiziell aufgehört hat zu existieren. Dieser Termin wurde völlig willkürlich und fern jedes Geschichtsverständnisses gewählt. Da kann Wolfgang Schäuble auch noch so oft gebetsmühlenartig wiederholen, dass man mit dem Termin nur dem Wunsch der DDR-Menschen nach schneller Einheit nachkommen wollte. Als ob man auf die Ossis gehört hätte. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass es irgend jemand die Einheit sofort gefordert hätte. Der Ossi-Spruch, wonach man zur D-Mark kommen würde, wenn die D-Mark nicht zu ihnen kommt, hatte sich ja mit der Währungsunion auch schon erledigt.

Ich halte es mit allen, die meinen, dass man vor allem im Westen das Ende der DDR vor dem 7. Oktober wollte. So konnte man verhindern, dass die DDR noch ihren 41. Jahrestag feiern würde. Ich bin überzeugt davon, dass zwar nicht mehr Millionen, aber zumindest hunderttausende noch einmal die DDR gefeiert hätte. Manche aus Trotz, andere aus Nostalgie und die meisten sicherlich mit viel Ironie.

Wieso es nun gerade der 3. Oktober wurde - ich weiß es nicht. Vielleicht hatten Kohl und Co. an diesem Tag gerade nichts besseres vor. Macht man eben mal in Einheit, hat man das auch hinter sich. Ich hätte mir den 9. November - den Tag der Maueröffnung und Schicksalstag von uns Deutschen - als Tag der Deutschen Einheit gewünscht.

Und heute, 25 Jahre später? Da finden die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Frankfurt statt. Um konkreter zu werden, in Frankfurt am Main. Was hat Frankfurt mit der Einheit zu tun? Sieht man mal davon ab, dass das erste deutsche Parlament in der dortigen Paulskirche tagte, lautet die Antwort: Nichts. Man stelle sich vor, dass man den 170. Jahrestag der Konstitution der Frankfurter Nationalversammlung 2018 in Dresden feiern würde. Wohl kaum denkbar. Nun findet die Feier zur Wiedervereinigung in Frankfurt/Main und nicht in Berlin - dem Ort der Maueröffnung - oder in Leipzig - der Stadt der Montagsdemos - statt.
Für mich ist das symptomatisch für diese Republik und ihr Verständnis von der deutschen Einheit. Man hat einfach kein Geschichtsverständnis, man hat kein Gefühl für die Menschen.

Doch vielleicht überbewerte ich diesen 3. Oktober auch. Warum? Ich musste gestern mehrfach schmunzeln. Nicht nur ich hatte fast vergessen, dass heute Feiertag und die Geschäfte geschlossen sind. Kolleginnen und Kollegen aus dem Westen erzählten mir genau wie ehemalige DDR-Bürger und auch sehr junge Menschen, dass ihnen das genauso ergangen ist. Ist das ein Zeichen dafür, dass dieser 3. Oktober für uns Deutsche schon völlig bedeutungslos ist - zumindest, wenn er auf ein Wochenende fällt. Dann kann man ihn auch gleich abschaffen.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Wenigstes gibt es frische Schrippen.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und einen schönen Freiertag.

 


Veröffentlicht am: 03.10.2015

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