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Whatever´s comfortable

Die faszinierende Historie eines Barklassikers

Jeder Drink hat eine Geschichte: Die von Southern Comfort liegt zwar nicht so lang zurück wie die Entdeckung Amerikas, begann jedoch schon vor einer Weile. In dem Jahrzehnt, in dem in den USA gerade die Schreibmaschine, der Füllfederhalter und das Telefon erfunden wurden, beginnt auch die Ära des sanft goldenen Likörs mit Whiskey – und dauert bis heute an.

Das 19. Jahrhundert: eine unendlich lange Zeit her


Unsere Geschichte beginnt am 4. Juli 1850: Zwei Menschen bekommen ein Kind, welches den Namen Martin Wilkes Heron erhält. 24 Jahre später arbeitet eben dieser Heron als Barmixer im „McCauley Saloon“ in New Orleans – der Geburtsstätte von Southern Comfort. Heron schenkt dort klassische Spirituosen wie Whiskey aus, der Favorit schlechthin in amerikanischen Saloons der Zeit. Doch die Wünsche der Kunden nach einem Drink, der weniger herb, sondern sanfter und fruchtiger ist, vermehren sich. Heron beginnt daraufhin zu tüfteln, nimmt Früchte und Gewürze, mixt diese mit Bourbon. Das Ergebnis – einen Likör mit Whiskyanteil – nennt er „Cuffs & Buttons“ (Manschetten und Knöpfe). Doch weil dieser Name schwierig zu artikulieren ist, wird er 1885 in „Southern Comfort“ umgeändert.

Heron war scheinbar so beschäftigt mit dem Mixen seines Drinks, dass er keine Zeit hatte, sich portraitieren zu lassen – ein Abbild des Markengründers gibt es nicht: Weder eine Radierung, ein Stich, eine Fotografie noch ein Ölgemälde existiert von ihm. Für Southern Comfort ist das okay. Auf der Seite www.southerncomfort.de steht es jedem frei, sich das Konterfei des Gründers selbst auszusuchen, wenn es einem denn wichtig erscheint. Schließlich standen doch irgendwie schon immer die Flasche und der Inhalt im Rampenlicht.

Zur Jahrhundertwende gilt: „Maximal zwei je Kunde“

1900 bekommt Southern Comfort für seinen außergewöhnlichen Geschmack auf der Weltausstellung in Paris eine Medaille, der eine weitere auf der Weltausstellung 1904 in St. Louis folgt. Doch der Medaillenregen reicht Heron nicht: Er mixt und kombiniert immer weitere Zutaten miteinander. So entsteht der erste Cocktail mit Southern Comfort, der „St. Louis Cocktail“. Trotz allen Geschäftssinns, appelliert Heron auch an die Gesundheit und das Verantwortungsbewußtsein seiner Kunden und rät schon damals: „Maximal zwei je Kunde. Ein Gentleman würde nicht mehr verlangen”.

1920 stirbt Heron, der sein Geheimrezept zum Glück kurz vorher noch Grant M. Peoples anvertraut. Wegen der Prohibition in den USA bleibt es länger ungenutzt, bis 1933 der Alkohol wieder fließen darf. Daraufhin verkauft Peoples das Rezept an die Familie Francis Fowler. Sie verändert das Flaschenetikett, das nun ein typisches Südstaaten-Haus ziert, welches der Familie Fowler einfach gut gefällt. Auch das Filmepos „Vom Winde verweht“ verhilft Southern Comfort 1939 zu weiterem Ruhm: Anlässlich des Liebesfilms wird ein Cocktail nach der von Vivien Leighs verkörperten Hauptfigur „Scarlett O’Hara“ benannt. Seine Protagonisten: Southern Comfort, Cranberry- und Limettensaft.

Das 20. Jahrhundert: hinaus in die Welt

Southern Comfort wird 1945 das erste Mal nach Großbritannien geliefert. 1970, ungefähr ein Jahrhundert nach seiner Erfindung, ist das Getränk sogar in Australien angekommen. Seit 1983 gibt es Southern Comfort auch in Deutschland. Vier Jahre zuvor übernahm das Unternehmen Brown-Forman die Marke. Southern Comfort ist mittlerweile zu einem Klassiker in jeder Bar geworden. Kein Wunder, hat die Marke doch in all den Jahren ein profundes Wissen darüber angehäuft, was alles zu einer guten Party gehört. Und so erschien 1954 das Southern Comfort Party-Buch – darin Tipps und Tricks für eine gelungene Feier. Mit den Jahren hat Southern Comfort natürlich auch die Optik der Flasche immer mal wieder angepasst. So verschwindet das antiquarisch anmutende Haus vom Etikett, allerdings nicht aus dem wirklichen Leben: Die „Woodland Plantation“ in New Orleans ist heute eine hübsche eine Pension. Die Verbundenheit zu Southern Comfort zeigt sich im Signature Drink „Woodland Punch“, dem Cocktail des Hauses, der natürlich Southern Comfort enthält.

Southern Comfort gibt es heute in über 100 Ländern. Dank des einen  Mannes, der ein Denker, Pionier und Visionär war: Martin Wilkes Heron. Ein „Cheers“ auf ihn mit dem heutigen Kultgetränk „Southern Ginger“ – der perfekten Mischung aus Southern Comfort, Ginger Ale und frischen Limetten.

 


Veröffentlicht am: 29.10.2015

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